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Interview

Voss-Tecklenburg zur UEFA - Statt Regenbogen: "Trotzdem Zeichen setzen"

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Frauen-Bundestrainerin Voss-Tecklenburg bezeichnet die UEFA-Entscheidung gegen die Regenbogenfarben im ZDF als "ein Stück weit nachvollziehbar" - aber "trotzdem schwierig".

Die Trainerin der Frauen-Fußballnationalmannschaft, Martina Voss-Tecklenburg, im heute journal

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Nach dem Verbot für eine Münchner EM-Arena in Regenbogenfarben wird die UEFA von einer Welle der Empörung überrollt. Aus Politik und Zivilgesellschaft kam am Dienstag teils scharfe Kritik an der Entscheidung.

Die Bundestrainerin der deutschen Frauenfußballnationalmanschaft, Martina Voss-Tecklenburg, erklärt im ZDF heute journal....

... wie sie zu der Entscheidung der UEFA steht:

"Die Begründung ist ein Stück weit nachvollziehbar, weil es in den Statuten der UEFA ja so ist, dass man keine politischen Statements abgeben möchte. Trotzdem ist es gerade eine echt schwierige Position. Die Uefa begründet das damit, dass gerade in Ungarn eine politische Entscheidung getätigt wurde und man jetzt dadurch ein Gegensignal setze. Ich sehe das Thema ein bisschen größer, ein bisschen weiter gefasst, aber es ist natürlich schon möglich, morgen trotzdem ein Zeichen zu setzen und das wird dann ja in vielfältiger Weise auch geschehen."

... warum sich viele im Fußball nicht trauen, sich zu ihrer Homosexualität zu bekennen:

"Ich kann da nur für unseren Frauenfußball sprechen und da versteckt sich niemand, da haben wir Spielerinnen, die ganz klar ihre Meinung äußern und die auch zu dem stehen. Und trotzdem muss das auch jede einzelne Person für sich selbst entscheiden, wie sie damit umgeht. Heute haben wir ein starkes Zeichen aus den USA bekommen, der erste Profi der National Football League hat sich geoutet. Das sind starke Symbole, er kriegt sehr viel Unterstützung."

"Ich persönlich würde mir natürlich mehr Mut wünschen, aber es zeigt ja eben noch, dass berechtigte Ängste da sind, dass immer noch Menschen mit Anfeindungen, mit Dskrimminierung leben müssen und wir können als Gesellschaft nur dort extreme Stärke zeigen und ich glaube durch diese Diskussion schieben wir die ganze Thematik auch nochmal richtig an."

Was als Zeichen der Stadt für Weltoffenheit geplant war, wurde von der UEFA untersagt: Die Münchner Arena wird nicht in Regenbogenfarben erstrahlen. Proteste gegen die UEFA-Entscheidung zeigen sich vielseitig und an alternativen Standorten.

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2 min
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...ob die Regenbogenfarben am Stadion mehr sind als ein politisches Statement:

"Ja, natürlich und ich kann auch die Sichtweise (des Münchener OBs Reiter) verstehen und wie gesagt, es wird morgen trotzdem die Chance geben, Zeichen zu setzen. Es ist so, dass die Statuten der Uefa greifen, die Betreiber oder die Stadt hat einen Vertrag abgeschlossen und dem muss man sich jetzt auch, ich möchte nicht sagen beugen, aber trotzdem sich daran halten."

"Ich finde aber, dass wir aufgefordert sind, nicht nur als DFB, sondern insgesamt in der Gesellschaft, einerseits das zu akzeptieren, aber andererseits unsere Möglichkeiten zu nutzen, trotzdem unsere Haltung sichtbar zu machen. Nicht nur über die Kapitänsbinde von Manuel Neuer, sondern auch über Regenbogenfahnen, über Kapitänsbinden, die ja jeder Zuschauer tragen kann oder andere Symbolik."

... ob der DFB nicht im Vorfeld auf die UEFA habe einwirken können:

"Es ist ein UEFA-Turnier, die UEFA hat die Regulairen, die Kapitänsbinde ist genehmigt. Dass überhaupt über dieses Thema gesprochen wird, zeigt ja die Diskrepanz zwischen 'Was zeige ich, wo ist meine Haltung?' Viel wichtiger finde ich, dass darüber gespochen wird und dass wir in Deutschland klar unsere Haltung und Werte vertreten. Viele Städte haben sich mit München solidarisiert, wir stehen hinter dieser Haltung, nicht nur in der Männernationalmannschaft, sondern auch wir in der Frauennationalmannschaft leben das schon lange, das Thema, und machen es auch sichtbar."

Das Stadion des FC Bayern München leuchtet in den Regenbogenfarben als Zeichen für Toleranz und gegen Diskriminierung.
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