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Studie: Wähler weniger offen für Populismus

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Ein Jahr vor der Bundestagswahl - Studie: Wähler weniger offen für Populismus

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"Gegen die da oben": Populistische Einstellungen wie diese sind laut Meinungsforschern in Deutschland stark rückläufig. Die Corona-Krise hat diese Trendumkehr leicht verstärkt.

Ein Wähler wirft bei der Bundestagswal seinen Stimmzettel in die Wahlurne. Deutsche Wähler lassen sich laut Studie weniger von populistischen Ideen leiten.
Deutsche Wähler lassen sich laut Studie weniger von populistischen Ideen leiten.
Quelle: dpa

Deutsche Wähler sind laut einer Erhebung der Bertelsmann-Stiftung immer weniger empfänglich für populistische Ideen. Nur noch jeder fünfte Wahlberechtigte sieht sich als populistisch, zwei Jahre zuvor war es noch jeder dritte. Das berge jedoch die Gefahr, so die Studie, dass in die Defensive geratene Rechtspopulisten ins Extreme abrutschen.

Gut ein Jahr vor der nächsten Bundestagswahl stieg auf der anderen Seite der Anteil unpopulistischer Wähler. Nach 31,4 Prozent Ende 2018 waren mit 47,1 Prozent in diesem Jahr fast die Hälfte aller Wähler dieser Gruppe zuzuordnen.

Antipopulistischer Wandel von politischer Mitte gestützt

Auffällig war dabei, dass der antipopulistische Wandel vor allem aus der politischen Mitte gestützt wird. Noch vor zwei Jahren hatte es in dieser Wählergruppe die größte Zunahme an populistischen Einstellungen gegeben.

Insbesondere die politische Mitte erweist sich in der Auseinandersetzung mit der populistischen Versuchung als lernfähig und robust.
Robert Vehrkamp, Demokratieexperte

Das hat Auswirkungen auf das Parteiensystem. Ein weiteres Abgleiten der Unionsparteien und der FDP ins populistische Wählersegment ist laut Studie damit vorerst gestoppt, glaubt Robert Vehrkamp, Demokratieexperte der Stiftung und Mitautor der Studie.

Populismus zu folgen verliert an Reiz

"Die Versuchung der beiden bürgerlichen Parteien, dem Populismus der AfD zu folgen, ihn nachzuahmen oder sich zumindest rhetorisch ihm anzupassen, verliert damit seinen elektoralen Anreiz", erklärte Mitautor Wolfgang Merkel vom Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung.

Demokratische Gegenmobilisierung

Insgesamt zeige sich die Parteienlandschaft deutlich populismusresistenter als vor und nach der Bundestagswahl 2017. Die liberale Demokratie habe die populistische Mobilisierung "mit einer demokratischen Gegenmobilisierung beantwortet". Die Coronakrise habe diese Trendumkehr im politischen Meinungsklima demnach "leicht verstärkt", aber keineswegs ausgelöst.

Der Rückgang populistischer Einstellungen habe bereits 2019 eingesetzt. Der Trend habe sich mit der Pandemie fortgesetzt, auch wegen des gestiegenen Vertrauens in die Regierung während der Coronakrise. Die Studienautoren warnen im Populismusbarometer zugleich vor einer steigenden Gefahr durch Populisten vor allem am rechten Rand.

AfD zunehmend rechtsextrem

Erstes Anzeichen dafür sei "ihre zunehmende Überlappung und Verschmelzung mit rechtsextremistischen Einstellungen". Das betreffe vor allem die AfD, "die sich von der lupenrein rechtspopulistischen Mobilisierungsbewegung in die Richtung einer zunehmend von rechtsextremen Einstellungen geprägten Wählerpartei entwickelt".

Mit 87 Prozent vertreten demnach fast neun von zehn AfD-Wählern entweder sehr deutlich oder zumindest latent populistische und oder rechtsextreme Einstellungen.

Das sogenannte Populismusbarometer der Bertelsmann-Stiftung definiert Populismus als eine Idee von Demokratie, die von der Existenz eines objektiv bestimmbaren einheitlichen "Volkswillens" ausgeht, Politiker für eine am eigenen Vorteil interessierte "korrupte Elite" hält, die Ausübung direkter Volkssouveränität etwa in Volksentscheiden befürwortet und politische Kompromisse ablehnt.

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