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Streit über US-Waffengesetze - "Es geht nicht darum, keine Waffe zu haben"

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Vor einem Jahr kamen bei Anschlägen in Dayton und El Paso 31 Menschen ums Leben. Seitdem hat sich in Sachen Waffensicherheit kaum etwas getan, die Zahl der Käufer ist gestiegen.

Handfeuerwaffen
Immer wieder wird in den USA über das Waffengesetz debattiert: Getan hat sich bisher nicht viel.
Quelle: AP/John Locher

Schuhe, überall lagen Schuhe, daran erinnert sich Christina Huelsman. Auch sie hat damals, am 4. August, ihre Sandale verloren, während sie aus einer Bar in Dayton, Ohio flüchtete. Auf der Flucht vor dem Attentäter, der an diesem Abend neun Menschen erschoss. "Ich war mit meinen Freunden unterwegs, einer der letzten gemeinsamen Abende, bevor ich nach Wisconsin umziehen wollte", erinnert sich Christina.

Zwei Schießereien kurz hintereinander

Plötzlich schrie jemand: "Waffe, eine richtige Waffe", und alle rannten los. Menschen robbten übereinander, voller Panik ohne Rücksicht, Christina mittendrin. Sie verliert ihre Freunde, schafft es irgendwie raus, versteckt sich hinter einem Auto. Sie hört Schüsse direkt hinter sich, wird aber nicht getroffen. Irgendwann findet sie ihre Freunde wieder. Sie umarmen sich so fest wie noch nie, alle haben überlebt.

31 Todesopfer: So die traurige Bilanz der Anschläge in El Paso und Dayton vor einem Jahr. Christina überlebte das Attentat in Dayton und fordert ein schärferes Waffengesetz.

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Massenschießereien wie diese wiederholen sich in den USA immer wieder. Nur einen Tag vor dem Anschlag in Dayton erschoss ein 21-Jähriger im texanischen El Paso 22 Menschen.

Danach folgte eine Debatte über schärfere Waffengesetze, wie sie schon so oft geführt worden ist und so oft schon ins Leere lief. Präsident Trump und seine Republikaner stemmen sich mit aller Kraft dagegen. Unterstützt von der mächtigen Waffenlobbyorganisation NRA, die alles dafür tut, eine Regulierung des Waffenbesitzes zu verhindern.

Waffenbesitz in den USA ein Grundrecht

Waffen zu besitzen ist im "Land of the Free" ein Grundrecht. Allerdings kritisieren Waffenrechtorganisationen, dass es nicht ausreichend Kontrollen und Trainings gebe.

Die verpflichtenden Background Checks beim Waffenkauf seien nicht weitreichend genug. So fordert die Organisation Everytown, nicht nur das Strafregister des Käufers zu prüfen, sondern auch eventuell vorhandene psychiatrische Akten. Vor allem weil die Zahl der Waffenkäufe seit der Corona-Krise drastisch gestiegen ist - über drei Millionen mehr als sonst - wächst die Sorge vor mehr Gewalt durch Schusswaffen.

Immer wieder wird Organisationen und auch waffenkritischen Demokraten vorgeworfen, Waffenbesitz gänzlich verbieten zu wollen. Das ist schlicht falsch. Weder Everytown noch der Demokrat Joe Biden, der im November gegen Trump antreten will, fordern dergleichen.

Debatte wird politisiert

Christina Huelsman, die selbst niemals eine Waffe besitzen oder in ihrer Nähe sein will, hat Verständnis dafür, dass einige Menschen eine Waffe besitzen möchten. "Die richtige Person mit dem richtigen Training, die informiert ist, alle Vorsichtsmaßnahmen trifft und klug damit umgeht, ist für mich in Ordnung", sagt sie.

Es geht nicht darum, keine Waffe zu haben.
Christina Huelsman

Selbst ihr Freund überlege, sich eine Waffe zuzulegen. Sie wäre zwar nicht glücklich damit, würde es aber akzeptieren.

Christina findet es wichtig, dass man sich auch die Gegenmeinung anhört. Die ganze Debatte werde zu sehr politisiert. Dabei gehe es doch um Menschenleben, um demokratische und republikanische Menschenleben, sagt eine, die überlebt hat.

Der Autorin auf Twitter folgen @Alica_Jung

Mahnwache und Protest in Ciudad Juárez.

Gewalttat in El Paso - Nach Massaker: Protest gegen Waffenbesitz 

Erneut sterben viele Menschen bei einer Schießerei in den USA. Das treibt die Gegner von Waffenbesitz auf die Straße, nicht nur in den USA.

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