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US-Amerikaner kaufen Waffenläden leer

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Angst vor Corona-Chaos - US-Amerikaner kaufen Waffenläden leer

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Wie geht die Gesellschaft mit dem Coronavirus um? In den USA wächst offenbar die Angst vor chaotischen Zuständen - und mit ihr die Zahl der Waffenverkäufe.

Menschen stehen Schlange vor einem Waffengeschäft im kalifornischen Burbank. Wegen der aktuellen Coronavirus-Epidemie trägt einer der wartenden Kunden eine Atemschutzmasken.
Kunden stehen Schlange vor einem Waffengeschäft im kalifornischen Burbank.
Quelle: dpa

Bis auf den Bordstein stehen die Kunden eines Waffengeschäfts in Los Angeles Schlange. Um sich vor dem Coronavirus zu schützen, trägt einer der Wartenden eine Atemschutzmaske, eine Frau blaue Arzthandschuhe - Szenen wie diese spielen sich derzeit überall in den USA ab.

Der Ansturm auf Waffen und Munition hat seit Beginn der Coronakrise deutlich zugenommen. Ladenbesitzer führen das auf die Sorge zurück, dass Menschen zunehmend verzweifelt und unberechenbar werden - Waffenkäufer wollten sicherstellen, dass sie sich im Fall der Fälle schützen könnten.

Möglicherweise spielt auch etwas die Sorge hinein, dass mancherorts versucht werden könnte, den Zugang zu Handfeuerwaffen einzuschränken. So hat kürzlich eine Bürgermeisterin in Illinois eine Anordnung unterzeichnet, die ihr das Recht geben würde, den Verkauf von Waffen und Munition zu verbieten. Einen ähnlichen Schritt hatte zuvor auch die Bürgermeisterin von New Orleans (Louisiana) unternommen.

Sehen Sie in diesem Beitrag ein aktuelles Stimmungsbild der USA:

Immer mehr Menschen sind in den USA mit dem Corona-Virus infiziert. Mit Verzögerungen reagiert nun auch US-Präsident Trump auf die Krise – verspätet finden viele.

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Kunden sind zunehmend in Panik

"Es ist verrückt", sagt Jay Wallace, Eigentümer eines Waffengeschäfts im Bundesstaat Georgia. Er hat in der jüngsten Zeit fünf Mal so viel Munition verkauft wie sonst üblich. Auch andere Branchenexperten sprechen von einem außergewöhnlichen Ansturm binnen weniger Tage. Kunden sind offenbar zunehmend in Panik, nachdem Supermärkte teilweise leergekauft, Schulen geschlossen und alle größeren Veranstaltungen abgesagt worden sind.

Konkrete Daten über die Verkäufe dürften erst im April vorliegen. Aber die Zahl der Kunden-Überprüfungen, die vor dem Erwerb einer Waffe vorgeschrieben sind, ist ein Indiz für den Anstieg. Nach Angaben der Bundespolizei FBI gab es im Januar und Februar insgesamt gut 5,5 Millionen - deutlich mehr als im Vergleichszeitraum 2019.

Weitaus mehr Waffenkäufe als in vergleichbaren Jahren

Zwar nehmen in den USA die Waffenkäufe in Wahljahren generell zu, und 2020 fällt in diese Kategorie. Aber die Zahl der Überprüfungen liegt auch um fast 350.000 höher als die im Januar und Februar 2016 - ebenfalls ein Wahljahr.

Sehen Sie hier eine Dokumentation zum kontrovers diskutierten Waffenthema in den USA:

Seit dem Amoklauf an einer Schule in Parkland, in 2018 mit 17 Toten wehrt sich eine junge Protestbewegung gegen den Waffenwahn in den USA. Ihr Gegner: Eine mächtige Waffenlobby.

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44 min
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Betsy Terrell aus Decatur in Georgia hat sich zum Kauf einer Waffe entschlossen, nachdem sie das Chaos in einem örtlichen Großhandel sah. Dort standen Hamsterkäufer mit zum Überlaufen gefüllten Einkaufswagen Schlange. Die 61-Jährige findet, dass es in ihrer Umgebung schon genug Kriminalität gibt und befürchtet, dass es noch schlimmer wird, sollte die Corona-Pandemie die Wirtschaft zum Absturz bringen.

"Ich habe angefangen zu sehen, wie sich Leute merkwürdig verhalten", schildert Terrell. "Ich habe das Gefühl, dass es zu einem politischen Aufruhr kommen könnte." Sie habe Angst, sagt Terrell. "Es ist erst jetzt, dass ich diese überwältigende Notwendigkeit verspüre, mich zu bewaffnen, um mich selbst zu schützen."

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