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Waldbrände in Israel : Warum die Feuer diesmal so verheerend sind

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Es hat schon oft gebrannt in den Bergen um Jerusalem - jetzt haben die Feuer eine neue Dimension. Experten erklären, warum die Brände diesmal so stark sind und was zu tun wäre.

Löschflugzeug über den Waldbränden bei Jerusalem
Waldbrände nahe Jerusalem: Viel Regen in den vergangenen Jahren hat die großen Brände begünstigt.
Quelle: epa

"Die Flammen sind 50 Meter hoch, rote Wolken, es sieht aus wie das Ende der Welt," sagt einer der Feuerwehrleute, die gegen die Flammen ankämpfen.

Yagil Osem arbeitet für das Landwirtschaftsministerium in Israel und ist spezialisiert auf Pflanzenkunde. "Die Gründe für die Feuer sind eine Mischung aus sehr viel Biomasse, sehr viele Pflanzen, die in den letzten Jahren gewachsen sind", sagt Osem. "Dazu kommt, dass es jetzt besonders heiß ist. Deshalb trocknen diese Pflanzen aus und bilden so sehr viel Masse, die sehr leicht entzündlich ist."

Große Brände durch viel Regen

Tatsächlich waren die Winter in den Jahren 2018/19 und 2019/20 in Israel außergewöhnlich nass, mit sehr viel Regen. Es ist schon fast eine Ironie, dass nun gerade diese Umstände mit zu den großen Bränden führen. Das Pflanzenwachstum als ein wichtiger Faktor für Waldbrandgefahr ist allerdings nichts Ungewöhnliches. Der "Forest Fire Danger Index" ( FFDI), mit dem auch Staaten wie Kanada, Australien oder die USA arbeiten, benennt neben Temperatur und Windstärke das Pflanzenwachstum am Boden als weiteren entscheidenden Faktor.

Bei den Bränden in Israel kommen laut Experten auch noch die ungewöhnlich hohen Nachttemperaturen in Jerusalem dazu, wo es seit Wochen auch bei Dunkelheit kaum abkühlt. Den Pflanzen fehlt damit quasi die Erholung von der Hitze des Tages. "Jetzt ist besonders wichtig, dass wir Pufferzonen bilden. Bereiche ohne Vegetation, damit sich die Feuer nicht weiter ausbreiten können. So müssen wir in Zukunft auch bauen", betont Osem.

Pufferzonen ohne Vegetation

Bauen mit Pufferzonen ist in einem der am dichtesten besiedelten Gebiete der Welt allerdings nicht ganz einfach. Trotzdem gibt es schon einige Gebäude, wie Yad Vashem, die Holocaust-Gedenkstätte am Mount Herzl in Jerusalem, um die ganz bewusst eine solche Pufferzone eingeplant wurde. Auch um die Feuerwehrleute bei ihrer Arbeit zu schützen.

Wie häufig in dieser Region werden die Brände allerdings auch schnell politisch instrumentalisiert. Auch wenn bisher noch völlig unklar ist, ob es sich wirklich um Brandstiftung handelt, werden auch Stimmen laut, die einen Angriff von außen vermuten. Andere verweisen allerdings auf die mehr als elf Millionen Zigaretten, die jeden Tag in Israel geraucht werden und ebenfalls eine logische Quelle für die Brände sein könnten.

Früherer Kommissar: Brauchen Plan

Man brauche auf jeden Fall mehr Feuerwehrleute und mehr Geld, sagt Shalar Ayalon. Er ist Polizeioffizier im Ruhestand und war früher auch zuständiger Feuer- und Rettungskommissar. Als 2010 die bisher schlimmsten Waldbrände in Israel wüteten, hatte die Regierung danach das "Fire Law" verabschiedet, ein Gesetz mit vielen guten Maßnahmen.

Die wirkliche Umsetzung scheitere aber leider, so Ayalon. "Wir brauchen einen echten Plan für die kommenden Jahre und mehr finanzielle Mittel. Was wir jetzt haben, ist ausreichend für normale Zeiten, aber die haben wir nicht mehr. Wir brauchen auch eine bessere Zusammenarbeit mit unseren Nachbarländern, der Türkei, Zypern, Griechenland, für den Notfall."

Da zumindest hat sich einiges getan. Israel hat gestern um Hilfe im Kampf gegen die Feuer gebeten und Griechenland zumindest hat diese Hilfe auch schon zugesagt. So kämpft man jetzt gemeinsam gegen die Feuer. Ein Hoffnungsschimmer, der grade in dieser Region nicht selbstverständlich ist.

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