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Türkei und Griechenland - Mittelmeer: Waldbrände gleichen "Apokalypse"

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In Südeuropa dauern die verheerenden Feuer an. Helfer und Einsatzkräfte kämpfen seit Tagen gegen die Flammen. Die Brände bedrohen weiterhin Athen und Urlaubsorte in der Türkei.

Winde entfachen die Feuer bei zahlreichen Bränden im Norden Athens immer wieder – die Lage spitzt sich zu: Orte müssen evakuiert werden, es gibt erste Todesopfer. Eine Wetterbesserung oder gar Regen sind vorerst nicht zu erwarten.

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Die Waldbrände in Griechenland und der Türkei fordern den Einsatzkräften das Äußerste ab und haben Tausende Menschen in die Flucht getrieben.

In Griechenland loderten am Freitag 56 Brände. Mehr als 1.000 Feuerwehrleute versuchten zusammen mit Armee und Freiwilligen, die Flammen von Wohngebieten fernzuhalten, 20 Menschen wurden verletzt, zwei Menschen waren am Freitag ums Leben gekommen.

Griechenland: Insel Euböa evakuiert

Ein Feuerwehrmann läuft am  6. 9. 2021, während eines Buschbrands im Dorf Kapandriti, etwa 38 Kilometer nördlich von Athen, auf der gesperrten Autobahn.
Die Autobahn wurde gesperrt, um die Feuer aufzuhalten - vergebens.
Quelle: AP

Nördlich von Athen versuchte die Feuerwehr, eine Autobahn als Brandschneise gegen einen der schlimmsten Brände im Land zu nutzen. Doch Funkenflug und brennende Pinienzapfen trugen das Feuer an einigen Stellen über die Fahrbahn. Das Feuer näherte sich dem Marathonsee, dem wichtigsten Trinkwasserreservoir der Hauptstadt, wie Zivilschutzchef Nikos Hardalias sagte.

Die ganze Nacht durch loderten im Norden der griechischen Hauptstadt die Flammen. Orte der Region wurden evakuiert. "Wenn wir es heute nicht schaffen, die Brände einzudämmen, dann werden wir ein Riesenproblem haben", sagte der für Athens Zivilschutz zuständige Vizegouverneur Wassilis Kokkalis, am Samstagmorgen im Staatsfernsehen. Am frühen Morgen haben die Winde etwas nachgelassen.

Küstenwache und Privatboote hatten in einer Großaktion 668 Menschen von der Insel Euböa geholt, einige direkt vom Strand, weil es keinen anderen Ausweg mehr gab, wie die Behörden mitteilten. Ein Mitglied der Küstenwache sagte:

Wir sprechen von der Apokalypse, ich weiß nicht, wie ich es beschreiben soll.
Sotiris Danikas

In der Ortschaft Kryoneri starb der Präsident der Athener Industrie- und Handelskammer, Konstantinos Michalos. Er wurde bewusstlos in seiner Fabrik in unmittelbarer Nähe der Brände gefunden und in ein Krankenhaus gebracht, wo er für tot erklärt wurde, wie die Nachrichtenagentur AFP vom Krankenhaus erfuhr.

Bei Temperaturen von 40 Grad und starken Winden breiten sich die Waldbrände in Griechenland weiter aus. Annette Hilsenbeck mit einer Einschätzung aus Griechenland.

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Meteorologen warnen vor Wind

Die Wetterstation in Athen warnte vor schlechter Luftqualität: Wegen der starken Rauchbildung stinkt ganz Athen, weiterhin geht Asche nieder. "Schließen Sie alle Fenster und gehen Sie nicht aus dem Haus", riefen die Behörden die Einwohner auf. Noch am Freitag waren Touristen im Morgengrauen mit bedecktem Gesicht auf die Akropolis gestiegen, bevor diese während der größten Hitze geschlossen wurde.

Wir erleben gerade [...] die schlimmste Hitzewelle in Bezug auf Intensität und Dauer der vergangenen 30 Jahre.
Griechischer Feuerwehrmann

Meteorologen warnten, starker Wind werde die Lage in großen Teilen des Landes noch verschlimmern. Am Freitag eilten Feuerwehrleute, Löschflugzeuge, Hubschrauber und Autos aus Frankreich, Rumänien, Schweden und der Schweiz zu Hilfe. Auch Zypern schickte Löschflugzeuge und Einsatzkräfte.

Menschen in Bodrum und Marmis fliehen vor Flammen

Auch in der Türkei kämpfen die Einsatzkräfte weiter gegen die Flammen. Dort sind bei Waldbränden bislang acht Menschen gestorben. In der Provinz Mugla mit den Touristenhochburgen Bodrum und Marmaris mussten nach Behördenangaben mindestens 36.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Sechs weitere Stadtviertel wurden geräumt. Im Bezirk Köycegiz wurden lokalen Behörden zufolge am Freitagabend die ersten Menschen in Sicherheit gebracht.

Die verheerenden Brände im Mittelmeerraum nehmen auch nach einer Woche kein Ende. Wie sehr haben die Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle? Luc Walpot mit einer Einschätzung aus Bodrum.

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Bagger legten Brandschneisen an, um das Kraftwerk Yeniköy vor den Flammen zu schützen. Erst am Mittwoch hatten die Flammen das Kohlekraftwerk Kemerköy bedroht und konnten erst unmittelbar vor der Anlage gestoppt werden.

Türkei: Schwerste Waldbrände seit über 13 Jahren

Hunderte Freiwillige unterstützen die Einsatzkräfte. Unter anderem brachten sie Nahrung, Wasser, Kleidung und Decken. Manche kamen aus Hunderten Kilometern Entfernung, um zu helfen.

Das Feuer hat bereits weite Landstriche in der Türkei verwüstet. Im südtürkischen Antalya hat sich die Lage inzwischen beruhigt. Dort haben die Brände jedoch große Zerstörung hinterlassen. Schätzungen zufolge sind mindestens 100.000 Hektar Wald und Felder den Flammen zum Opfer gefallen. Es sind die schwersten Waldbrände seit mehr als 13 Jahren in der Türkei.

Zivilschutz warnt Einwohner und Urlauber

Mit Temperaturen zwischen 40 und 45 Grad Celsius erleben Griechenland und die Türkei eine außergewöhnliche Hitzewelle. Der griechische Zivilschutz warnte Einwohner und Urlauber im ganzen Land per SMS vor der "extremen Brandgefahr in den kommenden Tagen".

"Wenn einige Leute noch immer fragen, ob der Klimawandel Wirklichkeit ist, sollen sie hierherkommen", hatte Griechenlands Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis am Donnerstag bei einem Besuch der Brandgebiete gesagt.

Auch unser ZDFheute live befasste sich mit den heftigen Bränden am Mittelmeer:

In Griechenland und der Türkei kämpfen die Menschen weiter gegen die Flammen. ZDFheute live zeigt die Lage vor Ort und fragt Feuerökologe Johann Georg Goldammer nach den Ursachen.

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