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Schule benennt sich nach Walter Lübcke

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Ermorderter Regierungspräsident - Schule benennt sich nach Walter Lübcke

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Eine Schule in der Heimat des ermodeten Kasseler Regierungspräsidenten trägt ab nun den Namen "Walter-Lübcke-Schule" - und ehrt damit das weitreichende Engagement des Politikers.

Schild Walter-Lübcke Schule
Die Gesamtschule in Wolfhagen: ab jetzt Walter-Lübcke-Schule.
Quelle: dpa

Eine Schule in der Heimat des ermordeten Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke erinnert mit ihrem Namen nun an den CDU-Politiker. In Wolfhagen wurde am Freitag nach einer Initative der Schülerbewegung die Wilhelm-Filchner-Schule in Walter-Lübcke-Schule unbenannt.

Bouffier: "Walter war mutig"

Mit der Namenswahl hätten sich die Schüler nicht für eine Person, sondern für eine Grundidee entschieden, sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) am Freitag im Rahmen der Feierlichkeiten zur Umbenennung der Schule: "Walter war mutig, gerade dann, wo es schwierig wurde, ist er nicht abgetaucht, sondern hat sich gestellt, dieser Umstand hat ihm an Ende sein Leben gekostet."

Der Name der Schule ist ein Signal für das ganze Land.
Volker Bouffier, Ministerpräsident Hessens

Die Schule werde das Vermächtnis Lübckes weitertragen. "Künftige Generationen werden sich noch an ihn als einen aufrechten Demokraten erinnern, der für seine Werte einstand und seiner Heimat immer verbunden war", so Bouffier.

Gedenkstein Walter-Lübcke Schule
Der Gedenkstein mit dem Zitat Lübckes aus dem Herbst 2015.
Quelle: dpa

Gemeinsam mit Lübckes Ehefrau, Irmgard Braun-Lübcke, enthüllte Bouffier einen Gedenkstein mit einem Zitat des Regierungspräsidenten: "Es lohnt sich, in unserem Land zu leben. Da muss man für Werte eintreten." Eine Äußerung Lübckes aus dem Herbst 2015, als immer mehr Schutzbedürftige nach Deutschland kamen und sich Lübcke für diese stark machte.

Schülerschaft forderte Umbennenung

Im Juni hatte der Kasseler Kreistag auf eine Initiative der Schülervertretung hin entschieden, die Wilhelm-Filchner-Schule in Wolfhagen in die Walter-Lübcke-Schule umzubenennen.

Seit Jahren hatten sich die Schülervertretung an dem Namen ihrer Schule nach dem Forschungsreisenden Wilhelm Filchner (1877-1957) gestört. Filcher habe sich nicht vom Nationalsozialismus distanziert. Der Forscher war unter anderem Gründungsmitglied der Gesellschaft für Rassenhygiene.

Der CDU-Politiker hatte die Aufnahme von Flüchtlingen verteidigt. Er war daraufhin bedroht und 2019 vor seinem Haus in Wolfhagen erschossen worden. Wegen der Tat muss sich der Hauptangeklagte Stephan Ernst vor dem Oberlandesgericht Frankfurt verantworten. Der Generalbundesanwalt geht von rechtsextremen Motiven aus.

Steinmeier zu Rechtsextremismus -
"Wegschauen ist nicht mehr erlaubt"
 

Die Terrorzelle NSU, der Mord an Walter Lübcke, die Taten von Halle und Hanau - Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier fordert ein konsequentes Vorgehen gegen Rechtsextremismus.

Videolänge:
20 min
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