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Waschbär, Marderhund, Mink - Diese Tier-Arten erobern Deutschland

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Man nennt sie "Invasive Arten": Der Deutsche Jagdverband berichtet, dass sich zum Beispiel Waschbär oder Mink mehr und mehr ausbreiten. Ist das gut oder schlecht für die Natur?

Waschbär steckt fest
Ein Waschbär steckt in einem Baum fest. Das Tier zählt zu den bekanntesten Einwanderern.
Quelle: Charlie Davidson / Comedy Wildlife Photo Awards 2020

Nach der Statistik des Deutschen Jagdverbands (DJV) breiten sich Arten weiter aus, die in Deutschland nicht heimisch sind. Das geht aus einem bundesweiten Monitoring-System hervor.

Asiatische Strandkrabben auf Helgoland - eine Entwicklung, die ohne den Klimawandel nicht eintreffen würde. Und die Krabben sind kein Einzelfall.

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Zu den Neulingen, die am häufigsten erscheinen, zählen drei Arten . Eine Übersicht:

Der Marderhund

Marderhund
Ein Marderhund in freier Natur.
Quelle: imago

Er stammt aus Ostasien, hat es inzwischen aber bis an die Nordsee geschafft. Bundesweit leben Marderhunde heute bereits in mehr als zwei Dritteln (38 Prozent) der Jagdreviere, die am Monitoring teilnehmen.
Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion sind zahlreiche Marderhunde aus Pelzfarmen entkommen und nach Westen gewandert.

Zuerst haben sie Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern besiedelt. Das ist auch heute noch ihre Lieblingsregion. Besonders rasant verlief die Migration danach Richtung Schleswig Holstein. Allerdings haben inzwischen neben der Jagd auch Krankheiten wie die Staupe Bestände wieder reduziert.

Dem Naturschutzbund Deutschland gilt der Marderhund inzwischen als heimische Art, die sich entgegen aller Befürchtungen zumeist ohne dramatische Folgen in die Ökosysteme einfüge.

Nachts streifen sie auf Nahrungssuche durch den Wald - Dachse.

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Der Mink

Mink
Ein Mink im Unterholz.
Quelle: imago

Er stammt aus Nordamerika und gilt als verwildertes Haustier. Der Mink ist an Gewässer gebunden. Bundesweit gesehen kommt er auch deshalb nur in acht Prozent der Reviere vor - aber auch das sind zwei Drittel Sichtungen mehr als 2006.

Besonders begehrt beim Mink ist augenscheinlich Sachsen-Anhalt. Den größten Anstieg der Sichtungen seit 2006 aber hat Brandenburg verzeichnet - um weit mehr als die Hälfte (plus 58 Prozent).
Die Tiere sind Fleischfresser und vertilgen unter anderem Mäuse, Krebse und Frösche. Manchmal erbeuten sie auch Wasservögel und Fische.

Der Waschbär

Ein Waschbär läuft über ein Dach. Archivbild
Ein Waschbär läuft über ein Hausdach.
Quelle: Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa

Ursprünglich sind auch die Kleinbären in Nordamerika zu Hause. Nach dem Ersten Weltkrieg wurden sie zur Pelzgewinnung auch in Deutschland gezüchtet - und einige sind entwichen.

Im Vergleich zum Jahr 2006 hat sich die Zahl der Tiere nun mehr als verdoppelt. Der Waschbär hat zwei Lieblinsregionen: In Westdeutschland Hessen sowie im Osten Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern.

In ihrer Exoten-Praxis in Bremen behandelt sie Leguane, Vogelspinnen und mehr.

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Für Naturschützer hat sich aber auch der Waschbär in mehr als 50 Jahren gut in die deutsche Natur integriert. Er schädige keine anderen Arten nachhaltig. Die Säugetiere können aber durchaus lästig werden: Sie ziehen Menschen bis in die Städte hinterher, räumen Mülltonnen aus und ernten Obstbäume ab.

Naturschützer sehen die Neulinge gelassen

Während Jäger die Eindringlinge gern vermehrt abschießen würden, lehnen Naturschützer das bisher ab. Ihr Argument: Die zumeist nachtaktiven und scheuen Migranten seien gut integriert, schädigten das Ökosystem augenscheinlich nicht - und seien ohnehin nicht mehr auszurotten.

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