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Wasserrecycling daheim?

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System "Hydraloop" - Wasserrecycling daheim?

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Kein Trinkwasser mehr zum Runterspülen - zwei Niederländer zeigen, wie man Abwasser für die Toilette wiederverwerten kann.

Frau genießt Bad in der Wanne
Mit dem System aus den Niederlanden kann Dusch-und Badewasser wiederverwendet werden. Doch ein Umweltforscher hat auch Bedenken.
Quelle: imago/fStop Images

Wie ein etwas zu groß geratener Kühlschrank sieht aus, was ein Start-Up Unternehmen im niederländischen Emmen zusammenbaut: Und doch verbirgt sich hinter den Metallplatten ein ausgeklügeltes Wasserreinigungs-System.

Die Idee ist entstanden, weil wir immer darüber nachgedacht haben, dass es doch eigentlich verrückt ist, mit Trinkwasser die Toilette zu spülen,
Sabine Stuiver

sagt Sabine Stuiver, die sich das System gemeinsam mit ihrem Mann, Arthur Valkiezer, zertifizieren ließ.

System reinigt Duschwasser in sechs Schritten

"Hydraloop" heißt ihre Erfindung. Sie fängt Dusch- und Badewasser auf und reinigt es in sechs Schritten. Dafür haben sie bekannte Wasserreinigungstechniken miteinander kombiniert. In einem ersten Tank werden z.B. Haare und Seife entfernt, in einem zweiten werden dem Wasser Mikroorganismen zugefügt. Zuletzt wird es mit UV-Licht so keimfrei wie möglich gemacht.

Raus kommt ein sauberes, aber nicht ganz klares Wasser. Das kann man dann für Waschmaschine, Toilette und Garten nutzen. Das Duschwasser wird also noch einmal genutzt, bevor es im Abfluss landet. Jährlich könnte ein Vierpersonenhaushalt so 78.000 Liter Wasser sparen, rechnen sie auf ihrer Internetseite vor.

Eine App zur besseren Planung

Eine App auf dem Handy zeigt an, wieviel Wasser aufbereitet wird und wieviel schon zur Verfügung steht. "So kann man besser planen, wann man zum Beispiel die Waschmaschine anstellen sollte", erklärt Stuiver. 

2017 haben die beiden Niederländer das Produkt zum ersten Mal auf der Amsterdamer Aquabörse präsentiert und Anfang 2020 auf der internationalen Technik-Messe CES in Las Vegas. Gleich vier Preise haben sie dort geholt und hoffen nun auf wachsende Verkaufszahlen.

Sommer macht Wassermangel in Deutschland deutlich

Welche Konzepte gibt es gegen den Wassermangel?

Beitragslänge:
28 min
Datum:

Sie profitieren auch von der gesellschaftlichen Diskussion über Klimaschutz und Nachhaltigkeit. Der trockene Sommer hat Wassermangel auch in Deutschland wieder allgegenwärtig gemacht.

127 Liter Trinkwasser verbrauchte jeder Deutsche 2018 am Tag. 45,7 Liter fürs Baden und Duschen, 34,2 Liter zum Spülen der Toilette und 15,24 Liter für die Waschmaschine, informiert der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft. Schaut man sich diese Statistiken an, macht das niederländische Projekt durchaus Sinn.

Für Europa sei das System keine Lösung

Doch der Umweltforscher Michael Braungart aus Hamburg bewundert vor allem die PR-Strategie der Niederländer. Für Europa sei das keine Lösung, sagt er:

Wenn man den Wasserverbrauch in Haushalten einschränkt, dann muss die Kanalisation anderweitig nachgespült werden oder der Schlamm bleibt drinnen, bildet Methan und stinkt jämmerlich.
Michael Braungart, Umweltforscher

Besser als nachgeschaltete Techniken wäre es, Duschgel und Haushaltschemikalien so zu wählen, dass man das gebrauchte Wasser direkt in die Umwelt abgeben könne.

Ob sich das Projekt der beiden Niederländer auf dem Markt behaupten kann, bleibt abzuwarten. In jedem Fall haben sie die Diskussion zum sorgsamen Umgang mit Trinkwasser wieder auf die Tagesordnung gehoben.  

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