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Sichert Wasserstoff die Zukunft beim Stahl?

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Grüner Hoffnungsschimmer - Sichert Wasserstoff die Zukunft beim Stahl?

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Mehr Klimaschutz heißt weniger CO2. Der Umbau ist für energieintensive Branchen wie die Stahlproduktion eine große Herausforderung. Reicht die Wasserstoffstrategie der Politik aus?

Stahlproduktion im Stahlwerk von Thyssenkrupp
Wasserstoff statt Kohle? Die Stahlproduktion im Umbau.
Quelle: dpa

An diesem Montag besucht Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) den Stahlkonzern Salzgitter in Niedersachsen. Mit dabei hat sie den Abgeordneten Stefan Kaufmann, seit wenigen Tagen Innovationsbeauftragter "Grüner Wasserstoff" im Ministerium. Die Personalie ist Teil der neuen nationalen Wasserstoffstrategie, mit der Deutschland bei der grünen Technik weltweit führend werden will. Gelingt damit ein Schulterschluss zwischen Industrie, Wissenschaft und Politik?

Was ist grüner Wasserstoff?

Wasserstoff entsteht zum Beispiel durch Elektrolyse von Wasser, das in Wasserstoff und Sauerstoff aufgespalten wird. Dafür braucht es elektrischen Strom. Stammt dieser ausschließlich aus erneuerbaren Energien, wird das Ergebnis als grüner Wasserstoff bezeichnet. Dieser steht im Zentrum der Wasserstoffstrategie, weil in Industrie und Verkehr die Nutzung von Kohle, Öl und Erdgas reduziert werden soll.

Grauer Wasserstoff wird dagegen aus fossiler Energie wie etwa Erdgas hergestellt. Das dabei entstehende CO2 wird in die Atmosphäre abgegeben und verstärkt den globalen Treibhauseffekt.

Wasserstoff – die neue Kohle?

Vor einem Monat verabschiedete das Bundeskabinett das Programm, das Milliarden-Zuschüsse, rechtliche Erleichterungen und konkrete Produktionsziele vorsieht. Mit Förderprogrammen und sieben Milliarden Euro soll erreicht werden, dass sich Wasserstoff am Markt durchsetzt, weitere zwei Milliarden sind für internationale Partnerschaften eingeplant.

Wasserstoff als Zukunftsenergie: Treibstoff für Fabriken, Stahlkocher, LKW und Flugzeuge. Doch Wasserstoff herzustellen kostet wiederum viel Energie. Die Bundesregierung investiert 9 Milliarden Euro im Rahmen einer nationalen Wasserstoffstrategie.

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In Salzgitter will sich die Bundesforschungsministerin über ein Projekt informieren, mit dem der Stahlhersteller den CO2-Ausstoß erheblich senken will. Als Teil der Klimastrategie des Unternehmens soll Kohle bei der Erzeugung von Eisen schrittweise durch Wasserstoff und Strom aus erneuerbaren Quellen ersetzt werden. Am Ende stünde eine Verminderung der CO2-Emissionen um 95 Prozent. Zur Stahlerzeugung mit Wasserstoff prüft der Konzern mit Partnern derzeit einen Standort in Wilhelmshaven. Es werde angestrebt, zwei Millionen Tonnen direktreduziertes Eisen pro Jahr zu erzeugen, das per Bahntransport nach Salzgitter gebracht werden soll, hieß es vor wenigen Tagen.

Milliarden-Hilfen mit Potenzial

Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU) verweist auf "günstige geologische Bedingungen" und ein ausgedehntes Gasnetz, das auch für den Transport von Wasserstoff genutzt werden könnte. Der Bund stelle mit der neuen Strategie bis 2023 rund 310 Millionen Euro für die Förderung von Forschung und Innovation in diesem Bereich zur Verfügung.

Auf der Hauptversammlung des Konzerns vor wenigen Tagen bewertete Salzgitter-Vorstand Heinz Jörg Fuhrmann die jüngsten Maßnahmen der Regierung positiv. Das Konjunkturpaket und die Wasserstoffstrategie seien geeignet, bei der Dekarbonisierung der Industrie zügige Fortschritte zu unterstützen. Dasselbe gelte auch für das "Handlungskonzept Stahl", sagte Fuhrmann. Das will die Bundesregierung am Mittwoch im Kabinett verabschieden.

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