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Ermittler: Erzieherin fiel schon früher auf

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Totes Kind in Viersener Kita - Ermittler: Erzieherin fiel schon früher auf

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Erschreckende Erkenntnisse im Fall einer unter Mordverdacht stehenden Kita-Erzieherin in Viersen: Offenbar gab es schon früher ähnliche Vorfälle in anderen Kindertagesstätten.

Stofftiere und Kerzen liegen vor der Kita in Viersen. Archivbild
Stofftiere und Kerzen liegen vor der Kita in Viersen. Archivbild
Quelle: Marcel Kusch/dpa

Bei den Ermittlungen wegen Mordes gegen eine verdächtige Erzieherin sind die Behörden am Niederrhein auf weitere Vorfälle in drei früheren Kindergärten der 25-Jährigen gestoßen. Anders als die kleine Greta in Viersen überlebten andere Kinder.

Kind alleine in Notbetreuung

Die Mutter der kleinen Greta hatte ihr Kind am 21. April nach Wochen wieder einmal in die Corona-Notgruppe einer Kita gebracht - ein robustes, fröhliches und gesundes Mädchen. An jenem Tag war Greta das einzige Kind in dieser Notgruppe - betreut von der 25-jährigen tatverdächtigen Erzieherin und einem Kollegen.

Um 13 Uhr gab es Mittagessen, dann wurde die Kleine müde: Zwischen 13.20 Uhr und 13.30 Uhr wurde sie ins Bett gebracht. Der Betreuer verabschiedete sich. Die 25-jährige Erzieherin war nun allein mit dem Kind. Um 14.45 Uhr will die Erzieherin keine Atmung mehr festgestellt haben. Der Notarzt brachte die Kleine in die Kinderklinik nach Viersen.  Am 4. Mai trat der Hirntod des Kindes ein.

Staatsanwalt geht von Mord aus

Die Rechtsmediziner fanden Spuren, die auf Gewalteinwirkung deuteten. Für die Ermittler kommt nur die Erzieherin als Täterin infrage - auch wenn noch Spuren ausgewertet werden. Die Staatsanwaltschaft geht von heimtückischem Mord aus, wie Staatsanwalt Lothar Gathen sagte.

Bei ihren Ermittlungen auch in Kita-Einrichtungen, in denen die Frau vorher arbeitete, kam dann die entsetzliche Erkenntnis:

Wir mussten feststellen, dass es dort ähnliche Vorfälle gegeben hat.
Manfred Joch, Leiter der Direktion Kriminalität der Polizei Mönchengladbach

Die Ermittler gehen unter anderem von einem Übergriff auf ein Kind in einer Kita im nahen Tönisvorst aus. In dem Fall habe die die Tatverdächtige aber rechtzeitig Hilfe geholt.

Zusammenhänge mit anderen Fällen

Dort hatte ein knapp zweijähriges Mädchen an einer Wickelstation einen Atemstillstand. Das Kind war vorher völlig gesund und unauffällig. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nun wegen Misshandlung von Schutzbefohlenen. Das Kind sagte nach Angaben der Polizei anschließend, die Erzieherin habe ihm auf den Bauch gedrückt.

Fünf Übergriffe soll es auf ein einziges Kind in Krefeld gegeben haben. Vier Übergriffe auf ein Kind in einer Einrichtung im niederrheinischen Kempen. In beiden Kitas stehen die Ermittlungen aber noch am Anfang, wie die Sprecher sagten. Denn keiner der Vorfälle war der Polizei gemeldet worden.

Erzieherin "wenig geeignet" - schon im Abschlusszeugnis

Wer ist diese Erzieherin? Bei ihrem Anerkennungsjahr ab August 2017 in einer Krefelder Einrichtung merkte man den Angaben der Polizei nach schon in den ersten Tagen, dass das der falsche Job für die Frau war: Keine Empathie, kein Zugang zu Kindern, keine Fähigkeit, Grenzen aufzuzeigen. Am Ende bekam sie es dann schriftlich: "wenig geeignet" stand in der Bewertung. Trotzdem machte sie am Ende ihre Prüfung zu staatlich geprüften Erzieherin.

Die Erzieherin wurde am 19. Mai festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Sie hat den Ermittlern zufolge von ihrem Aussageverweigerungsrecht Gebrauch gemacht. Ein psychiatrisches Gutachten gibt es nach Angaben der Staatsanwaltschaft nicht. Die junge Frau wolle nicht mehr reden.

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