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Weltgedenktag für Verkehrsopfer - Corona senkt Zahl der Verkehrstoten

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Seit Jahren geht die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland zurück. Während der Corona-Krise gibt es noch mal deutlich weniger Opfer. Die wichtigsten Zahlen in Grafiken.

Unfall auf der Autobahn
Auf Europas Straßen sterben im Schnitt 220 Menschen am Tag.
Quelle: Imago

Alle sechs Minuten stirbt ein Mensch auf Europas Straßen: Das sind 220 Menschen jeden Tag, 80.000 Menschen jedes Jahr - so die WHO. Und weltweit liegt die Zahl der Todesopfer bei 1,35 Millionen Menschen. Jedes Jahr am dritten Sonntag im November, initiiert durch die Vereinten Nationen, soll all dieser Straßenverkehrsopfer gedacht werden, gleichzeitig ist der Weltgedenktag für die Straßenverkehrsopfer eine Mahnung zu mehr Toleranz und Rücksicht im Straßenverkehr.

Das ist ein inakzeptabler Preis, den wir für die Mobilität zahlen.
WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus, 2018

Zahlen in Deutschland seit Jahren rückläufig

In Deutschland ist die Zahl der Verkehrstoten bereits seit Jahren rückläufig. Gesetzliche Änderungen wie Tempolimits, Gurt- und Helmpflicht, sowie Promillegrenzen ließen die bis 1970 stetig steigende Zahl der Toten den Höchstwert von rund 21.330 zu einem Wendpunkt werden. Bis 2019 sank die Zahl auf 3.060. Unter Berücksichtigung des Bevölkerungzuwachses von 1950 bis 2019 von 69,3 Millionen auf 83,2 Millionen Menschen sinkt der Anteil sogar deutlich mehr als die absoluten Zahlen.

Weniger tödlich verletzte Fahrradfahrer

Auch wurden weniger Radfahrer im Straßenverkehr tödlich verletzt. Starben 1979 1.357 Menschen, waren es 2019 trotz der massiven Zunahme des Straßenverkehrs 455 Menschen. Dass die Zahl in den letzten Jahren wieder leicht ansteigt, liegt unter anderem an der Verbreitung von Pedelecs und E-Bikes, bei deren Nutzung häufig ältere Fahrer verunglücken.

Das Risiko eines Unfalls mit dem Rad ist in deutschen Städten im Vergleich zu holländischen Städten rund zehnmal so hoch. Eine Ursache für die niedrigeren Unfallraten ist der "Holländische Griff", der Unfälle von Fahrradfahrern mit parkenden Autos reduziert: Der Autofahrer öffnet seine Tür nicht mit der linken, sondern mit der rechten Hand. Dabei dreht er sich so, dass er herannahende Radfahrer sehen kann, der tote Winkel ins Sichtfeld rückt und so Zusammenstöße vermieden werden können.

Corona-Effekt auf den Straßenverkehr

Homeoffice und Homeschooling, Kontaktbeschränkungen, Verbote von Großveranstaltungen und Reisebeschränkungen: Die Auswirkungen der Corona-Krise hatten einen positiven Effekt auf die Zahl der Verkehrstoten. Mit dem Lockdown im März 2020 die Zahl der Pkw- und Fahrradunfälle deutlich zurück. Von April bis Juni stieg die Zahl der Pkw-Unfälle wieder, lag aber immer noch unter der der Vorjahresmonate. Im Zeitraum von Januar bis August 2020 starben 1.840 Menschen im Straßenverkehr. Im Vorjahreszeitraum waren es 2.066 Menschen.

Trotz des überdurchschnittlichen Rückgangs waren die meisten Verkehrstoten von Januar bis Juli 2020 Pkw-Insassen: 645 Menschen kamen in einem Pkw ums Leben. Und jedes Jahr sterben weltweit mehr junge Menschen zwischen 15 und 29 Jahren an Verkehrsunfällen als an Krankheiten oder Mord. Ziel des Weltgedenktages für Straßenverkehrsopfer ist also, darauf hinzuweisen, dass die Zahl der tödlich Verunglückten nach wie vor noch zu hoch ist.

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