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Rote Liste aktualisiert - IUCN: So viele bedrohte Arten wie nie zuvor

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Die Weltnaturschutzunion (IUCN) veröffentlichte die aktualisierte sogenannte Rote Liste bedrohter Tier- und Pflanzenarten - und zeigt sich alarmiert über die Entwicklung.

Ein Komodowaran schwimmt nah am Strand im Komodo Nationalpark.
Komodowaranen setze insbesondere der Klimawandel zu, so die Weltnaturschutzunion (IUCN).
Quelle: picture alliance/imageBROKER

Die Rote Liste gefährdeter Tier- und Pflanzenarten wird immer länger. Etwa 28 Prozent der mehr als 138.000 untersuchten Arten gelten als bedroht, wie die Weltnaturschutzunion (IUCN) auf ihrem Kongress am Samstag in Marseille bekanntgab. Knapp 40.000 "bedrohte Arten" - das seien so viele, wie noch nie zuvor, hieß es.

Die IUCN ordnet untersuchte Arten in acht Kategorien ein, von "ungenügender Datengrundlage" bis "ausgestorben". Als Stufe fünf gilt die Bezeichnung "stark gefährdet". Neben zahlreichen Echsen und Geckos wurden viele Schildkröten in höhere Bedrohungskategorien eingestuft. Zudem wurden neue Arten auf die Liste gesetzt.

Komodowarane gelten laut Roter Liste als "stark gefährdet"

Die größte lebende Echse der Welt, der Komodowaran in Indonesien, ist den Angaben zufolge stärker bedroht als bislang gedacht. Die Weltnaturschutzunion stuft ihn als "stark gefährdet" ein. Damit rückt er auf der Skala des Aussterbens eine Stufe höher.

Dem Komodowaran setzt nach IUCN-Angaben der Klimawandel zu. Während die Komodowarane innerhalb des Nationalparks in Indonesien "gut geschützt" sind, seien die Tiere außerhalb "von einem erheblichen Verlust ihres Lebensraums" - auch durch den Menschen - bedroht.

Es wird erwartet, dass der Anstieg der Temperaturen und damit des Meeresspiegels ihren Lebensraum in den nächsten 45 Jahren um mindestens 30 Prozent verringern wird.
IUCN

Die bis zu drei Meter langen Allesfresser leben seit Millionen Jahren im Osten Indonesiens, im Komodo-Nationalpark und auf der angrenzenden Insel Flores. Es gibt nach Schätzungen noch rund 6.000 Tiere.

IUCN: Wenn weiter Anstieg in diesem Tempo, weiteres Massenaussterben möglich

Schlechter noch als dem Komodowaran ergeht es Cantors Riesenweichschildkröte und der Riesen-Erdschildkröte. Sie wurden von "gefährdet" beziehungsweise "stark gefährdet" nun als "vom Aussterben bedroht" eingestuft.

"Wenn der Anstieg in diesem Tempo anhält, werden wir bald vor einer großen Krise stehen", sagte Craig Hilton-Taylor, der für die Erstellung der Liste verantwortlich ist. Bislang galten bereits 28 Prozent von mehr als 134.000 erfassten Arten als bedroht.

Wir stehen kurz vor einem sechsten Massenaussterben.
Craig Hilton-Taylor

Auch mehr als ein Drittel (37 Prozent) aller mehr als tausend untersuchten Hai- und Rochenarten gelten als bedroht. Zum Vergleich: 2014 waren es noch 24 Prozent der Hai- und Rochenarten. Nach Angaben der IUCN sind alle so eingestuften Arten von Überfischung bedroht.

Die Artenvielfalt geht seit Jahren dramatisch zurück, besonders bei den Insekten. Dagegen können Blühwiesen helfen, sie bieten den Tieren Schutz und Nahrung. Mit Blühpatenschaften können die finanziert werden, doch auf Dauer wird das nicht reichen.

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Verbesserungen der Bestände bei einigen Thunfischarten

Verbessert hätten sich hingegen die Bestände bei Thunfischen: Diese hätten sich von vier der sieben populärsten Thunfischarten nach Jahrzehnten mit Schutzmaßnahmen erholt. Fischfangquoten und konsequente Maßnahmen gegen illegale Fischerei zeigten demnach Wirkung.

Der Rote Thun etwa gehörte einer bislang gefährdeten Thunfischart an: Er wurde jetzt von der Liste gestrichen. Die IUCN warnte jedoch, dass "trotz einer allgemeinen Verbesserung viele regionale Thunfischbestände weiterhin erschöpft sind".

Der IUCN-Kongress berät in Marseille noch bis zum 11. September über den Erhalt der Artenvielfalt. Damit sollen die Weichen für wichtige UN-Gipfel zu Arten- und Klimaschutz sowie Ernährungssicherheit gestellt werden. Bereits in der Vergangenheit hatte die Weltnaturschutzunion wichtige internationale Artenschutzabkommen vorbereitet.

Wiesenblumen wachsen am Ufer des Bärensees bei Stuttgart

Tag der Artenvielfalt - Politiker dringen auf mehr Artenschutz 

Alle elf Minuten verliert die Welt eine Tier- oder Pflanzenart. Am Internationalen Tag zur Erhaltung der Artenvielfalt fordern Politiker mehr Einsatz und mehr Schutzgebiete.

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