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Terra X - die Wissens-Kolumne : Die Faszination der unendlichen Weiten

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Farbenprächtige Bilder des neuen James-Webb-Weltraumteleskops oder scharfe Aufnahmen von schwarzen Löchern - warum zieht uns der Blick in den Kosmos immer wieder in seinen Bann?

Terra X - Die Wissens-Kolumne: Suzanna Randall

In der Terra-X-Kolumne auf ZDFheute beschäftigen sich ZDF-Wissenschaftsjournalistinnen und -journalisten wie Harald Lesch, Mirko Drotschmann und Jasmina Neudecker sowie Gastexpert*innen jeden Sonntag mit großen Fragen der Wissenschaft - und welche Antworten die Forschung auf die Herausforderungen unserer Zeit bietet.

Es ist gerade ziemlich cool, Astrophysikerin zu sein. Erst vor einigen Wochen ging das Foto vom schwarzen Loch im Zentrum unserer Milchstraße um die Welt. Das scheinbar Unmögliche war gelungen: die für kosmische Verhältnisse winzige Scheibe aus Staub und Gas, die sich sozusagen in einer Todesspirale um das schwarze Loch befindet, trotz der schnellen Bewegungen abzulichten. Die Weltöffentlichkeit war begeistert.

Dieses Bild ist ein wissenschaftlicher Meilenstein. Es zeigt zum ersten Mal das Schwarze Loch Sagittarius A* im Zentrum der Milchstraße. Die Erde, unsere ganze Galaxie bewegt sich um dieses Schwarze Loch.

Beitragslänge:
5 min
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US-Präsident Biden präsentiert Bilder vom James-Webb-Teleskop

Kaum war die Euphorie abgeklungen kam der nächste Astro-Knaller: die allerersten Bilder des neuen James-Webb-Weltraumteleskops JWST, Nachfolger des ikonischen (aber langsam alternden) Hubble-Teleskops. Die Sneak-Preview der vorher streng geheim gehaltenen Aufnahme wurde präsentiert vom amtierenden US-Präsidenten Joe Biden.

Die veröffentlichten Bilder gingen viral - inzwischen kann man sogar Küchenzeilen mit Drucken des JWST Deep Field, auf dem fernste Galaxien wie bunte Bonbons leuchten, versehen. Und Lampen kaufen, auf denen die mystische Berglandschaft des Carina-Sternentstehungsnebels schimmert. Endlose Möglichkeiten, sich die Farbenpracht des Universums nach Hause zu holen.

Viele sind bekennende Weltraum-Fans

Was ist so faszinierend an diesen Bildern aus dem Kosmos? Hier geht es mir ausnahmsweise nicht um die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die wir uns davon versprechen. Natürlich arbeiten Forscherteams mit Hochdruck daran, die Entfernung und chemische Zusammensetzung der Galaxien-Bonbons zu bestimmen und die Sternentstehung im Carina-Nebel genauer unter die Lupe zu nehmen. Und als Astrophysikerin bin ich geflasht von der unglaublichen Qualität der JWST-Datensätze und der Vorfreude auf unzählige Publikationen, die Forschungsbereiche von Exoplaneten bis hin zur Entstehung der frühesten Sterne und Galaxien in den nächsten Jahren revolutionieren werden - schließlich ist das mein Job.

Aber das kratzt meinen Unternehmer-Kumpel, die Lehrerin meines kreativen Acrylmalkurses oder meine 95-jährige Nachbarin eher weniger. Diese Aufnahmen haben null Auswirkungen auf ihr Leben, die Wissenschaft dahinter ist ihnen herzlich egal. Trotzdem sind sie alle nun bekennende Weltraum-Fans.

Warum sind die Bilder des James Webb Space Telescope so besonders und was ist darauf zu sehen? Suzanna Randall analysiert.

Beitragslänge:
52 min
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Faszination für den Kosmos mit anderen teilen

Ich freue mich - endlich ist die erste Reaktion, wenn ich auf einer Party erzähle, dass ich Astrophysikerin bin, nicht "Wozu soll denn das gut sein?", sondern "Wow, spannend!". Das ist gut für die Forschung - schließlich wird diese zum Großteil über Steuergelder finanziert. Aber noch schöner ist, dass ich endlich meine eigene Faszination für den Kosmos mit anderen teilen kann, und zwar nicht (nur) als Wissenschaftlerin, sondern als Mensch.

Ich wäre sicher nie auf den Gedanken gekommen, mich durchs Physikstudium zu quälen, wären da nicht die Aufnahmen der Voyager-Raumsonden, die sich in meiner Jugend über Jahre hinweg von einem Gasplaneten unseres Sonnensystems zum nächsten vorarbeiteten, gewesen. Die Bilder des majestätischen Saturn mit seinen Ringen oder des geheimnisvoll dunkelblau-schimmernden Neptun rissen mich heraus aus meinem Alltag, brachten mich zum Träumen und ließen meine Probleme unwichtig erscheinen.

Mit Weltraum-Aufnahmen dem Alltag entfliehen

Das macht sicher einen großen Teil der Faszination, die Weltraum-Aufnahmen bei uns auslösen, aus: Wir können für einige Momente dem Alltag, ja selbst unserem Planeten, entfliehen. In Zeiten von Krieg, Corona und Klimakrise durchaus erstrebenswert.

Aber es steckt noch mehr dahinter. Da ist zum einen der ästhetische Aspekt - viele der (von Profis geschickt bearbeiteten) farbgewaltigen Bilder von Nebeln oder Galaxien, die mit modernen Teleskopen gemacht werden, könnten als Gemälde durchgehen und dienen als Inspiration für Designer und Künstler. In meinem Acrylmalkurs jedenfalls entstanden jüngst auffällig viele spacig anmutende Kunstwerke.

Der Natur bei der Arbeit über die Schulter schauen

Zum anderen ist da das Naturerlebnis, das sich beim Betrachten der Weltraum-Bilder einstellt - letztendlich sind es ja gewissermaßen Landschaftsfotografien, nur eben von kosmischen Plasma-, Gas- und Staubansammlungen.

Der entscheidende Punkt: Wir bekommen das Gefühl, der Natur bei der Arbeit über die Schulter schauen zu können, bei der Erschaffung ganzer Welten, Sterne, Galaxien, ja des Universums selbst. Bei etwas, das nicht nur größer ist als wir alle, sondern sogar größer als unser Vorstellungsvermögen.

Das Unbegreifliche sichtbar machen

Ich weiß zwar, dass die höchsten mystischen Bergspitzen auf der Carina-Nebel-Aufnahme in etwa sieben Lichtjahre messen - begreifen kann mein menschliches Gehirn solche Distanzen aber nicht. Ganz zu schweigen von den dreizehn Milliarden Lichtjahren Entfernung zu den rötesten Galaxien auf dem JWST Deep Field.

Die Bilder aus dem Universum machen das Unbegreifliche sichtbar. Sie halten uns dazu an, unseren Planeten und alles was wir kennen als Teil eines großen Ganzen zu betrachten, uns selbst und unsere Lebensweise in Frage zu stellen. Damit haben sie das Potenzial, auch das Leben auf der Erde zu beeinflussen. Es lohnt sich also, sie nochmal ganz in Ruhe zu betrachten.

Die Weiten des Universums scheinen grenzenlos. Die Unendlichkeit können wir mit unserem Verstand nicht erfassen. Gibt es vielleicht doch eine Grenze? Harald Lesch wagt den Blick zum Rand der Welt.

Beitragslänge:
43 min
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Astronaut im Weltraum

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