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FAQ

Erfolgreich wieder gelandet - Bransons Kurztrip ins All - darum geht's

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Drei Milliardäre wollen Tourist*innen in den Weltraum bringen. Es ist ein Rennen um Geld und Einfluss - bei dem Richard Branson aktuell vorne liegt. Alles rund um den Flug ins All.

Richard Branson lächelt zufrieden an Bord der "VSS Unity" seiner Raumfahrtfirma Virgin Galactic
Richard Branson an Bord der "VSS Unity" seiner Raumfahrtfirma Virgin Galactic
Quelle: Reuters

Tesla-Chef Elon Musk, Amazon-Gründer Jeff Bezos und der britische Unternehmer Richard Branson - sie alle wollen ins All, so schnell, so hoch und so billig wie möglich. Das Rennen hat wohl der britische Milliardär Richard Branson gewonnen. Er absolvierte mit seinem Raumfahrtunternehmen "Virgin Galactics" erfolgreich einen Ausflug ins All. Nun will er das gleiche Erlebnis bald vielen Touristinnen und Touristen ermöglichen.

[Lesen Sie hier mehr über das Super-Rennen der Milliardäre]

Wie läuft der Flug von Richard Branson ins All ab?

Der Raketenstart fand um 16:30 Uhr MESZ auf dem "Spaceport America" in New Mexiko statt - er war ursprünglich für 15:00 Uhr angesetzt worden, wurde dann aber um eineinhalb Stunden verschoben. In den ersten Minuten sah er fast wie ein normaler Flugzeugstart aus. Ein Trägerflugzeug brachte das Raumschiff auf 15 Kilometer Höhe.

Erst von dort startete das Raumschiff durch - mit dreifacher Schallgeschwindigkeit, also etwa 3.700 Kilometer pro Stunde. Auf knapp 90 Kilometer Höhe endete der Flug mit fünf Minuten Schwerelosigkeit. Danach ging es für Branson, zwei Piloten und drei von Bransons Mitarbeitenden zurück zur Erde.

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Durch die Flügel konnte das Raumschiff wie ein Flugzeug gleiten und landen. Insgesamt hat der Flug etwa eineinhalb bis zwei Stunden gedauert.

Virgin-Chef Richard Branson will auch Touristen ermöglichen, ins Weltall zu fliegen. An Bord von Raumschiffen wie der "VSS Unity" sollen sechs Passagiere Platz finden.

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Ist Richard Branson der erste Weltraum-Tourist?

Nein. Aber er ist der erste Zivilist an Bord eines Weltraumflugs, der von einem Privatunternehmen durchgeführt wird. Die Nasa hatte schon 1986 versucht, eine Zivilistin ins All zu bringen. Die Lehrerin Christa McAuliffe sollte die Erste sein. Doch das Space Shuttle "Challenger" explodierte, sie und sechs Crew-Mitglieder starben. Danach verbot die Nasa weitere solcher Vorhaben.

Deshalb war es schließlich Russland, das die erste Privatperson in den Weltraum brachte. Dennis Tito zahlte 2001 20 Millionen Dollar für einen Platz in einer russischen Sojus-Kapsel, die ihn bis zur Internationalen Raumstation ISS brachte.

Wie teuer ist ein Ticket ins All?

Weltraumflüge sind nach wie vor eher ein Vergnügen für Millionäre. Jeff Bezos versteigerte ein Ticket für seinen Flug ins All für 28 Millionen Dollar. Wer noch höher hinaus und zur ISS will, muss wohl sogar gut 55 Millionen zahlen. Das texanische Unternehmen Axiom Space kündigte dieses Angebot ab frühestens Januar nächsten Jahres an.

Aber: Branson will den Trip in die Schwerelosigkeit erschwinglich machen. Tickets für seine Virgin-Raumschiffe soll es künftig für etwa 250.000 Dollar (211.000 Euro) geben. Immer noch ein stattlicher Preis. Doch er argumentiert, Passagierflüge waren vor 100 Jahren auch nur den Reichsten vorbehalten. Heute kann sich fast jeder ein Flugticket leisten. Alles also eine Frage der Zeit.

Braucht es ein Astronaut*innen-Training, um ins All zu fliegen?

Vollkommen untrainiert sollten angehende Weltraum-Tourist*innen nicht sein. Aber die körperlichen Anforderungen sind überschaubar, zumindest bei einem Flug, wie ihn Richard Branson anbietet. Etwa 80 Prozent aller Menschen wird ohnehin übel, sagen Expert*innen. Bei der Rückkehr gilt es, eine gewisse Gravitationkraft auszuhalten. Die hält aber nur wenige Sekunden an und wird zum Beispiel auch bei einer Achterbahnfahrt erreicht.

Die fünf Passagiere, die neben Branson bei seinem ersten Flug mit an Bord sind, mussten ein dreitägiges Training absolvieren.

Wieso wollen Branson, Bezos und Co. unbedingt ins Weltall?

Die ambitioniertesten Weltraum-Visionen hat Tesla-Chef Musk. Er will die Menschheit "multiplanetar" machen. Der Mars soll kolonisiert werden, Leben auf anderen Planeten möglich werden.

Der britische Geschäftsmann Sir Richard Branson. Archivbild

Branson will vor Bezos ins All - Steinreiche Abenteurer im Raumfahrt-Wettflug 

Alle wollen sie irgendwie ins All, auch wenn die Grenze da eher fließend ist: Milliardär Richard Branson will es nun sogar vor US-Mitstreiter Jeff Bezos schaffen.

Branson und Bezos grenzen sich davon ab. "Jeff und ich sind eher daran interessiert, wie wir den Weltraum nutzen können, um der Erde zu helfen", sagte Branson in einem Interview 2017. Bezos beschrieb seine Vision einmal so:

Irgendwann wird es viel einfacher und billiger sein, Dinge wie Mikroprozessoren im Weltraum zu produzieren und sie zurück auf die Erde zu schicken. So dass wir keine großen Fabriken und Umweltverschmutzung auf der Erde mehr haben.
Jeff Bezos

Alle drei dürften aber vor allem an einem neuen Markt interessiert sein, der Milliardenumsätze verspricht. Branson hat schon jetzt 600 Interessenten für seine Weltraum-Flüge. Reserviert haben etwa Leonardo di Caprio und Katy Perry.

Was sagt die Nasa zu den Unternehmungen

Die Nasa, die jahrelang ein Monopol auf US-Weltraumflüge hatte, begrüßt die Ambitionen von Branson und Co. Einer der Gründe: Sie verdient mit. Wenn etwa ein Tourist auf der ISS landet, veranschlagt die Nasa 35.000 Dollar pro Tag für Unterkunft und Verpflegung. Das wiederum bringt laut Nasa mehr Geld für Forschung im Weltraum.

Wird diese Kommerzialisierung des Weltraums auch kritisiert?

Es gibt aber zwei Kritikpunkte, die immer wieder auftauchen.

Die Sicherheit

Weltraumtourist*innen fliegen auf eigenes Risiko. Es wird zwar reguliert, wer Weltraumflüge anbieten darf - und Bransons Unternehmen Virgin Galactic darf. Aber weder Unternehmen noch staatliche Aufsichtsbehörden garantieren Sicherheit. Und der Weltraum kann gefährlich sein. 2014 etwa ist bei einem schief gelaufenen Testflug von Virgin Galactic der Co-Pilot gestorben.

Die Kosten

Kritiker*innen argumentieren, Milliardäre sollten ihr Geld doch lieber für andere, sinnvollere Dinge ausgeben. Für Steuern etwa. Erst kürzlich wurden Dokumente veröffentlich, die beweisen sollen, dass etwa Bezos und Musk jahrelang kaum Steuern zahlten. Legal zwar, aber die US-Öffentlichkeit reagierte dennoch empört. Das zeigt auch eine Petition, die inzwischen mehr als 150.000 Unterschriften gesammelt hat. Sie fordert: Jeff Bezos soll doch bitte nicht mehr zur Erde zurückkehren. Die Begründung:

Milliardäre sollten nicht existieren ... auf der Erde oder im Weltraum, aber sollten sie sich für letzteres entscheiden, sollten sie dort bleiben.
Petition

Ein Scherz, der aber - laut Initiator der Petition - durchaus ein wenig Wahrheit enthält.

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