Sie sind hier:

Erklärung verabschiedet - Wie weniger Schrott im Weltraum landen soll

Datum:

Weltraumschrott ist eine Gefahr für unsere Satellitensysteme. Beim Pariser Friedensforum wurde eine Erklärung für mehr Nachhaltigkeit im All verabschiedet.

Wie ein Bienenschwarm umschwärmen intakte Satelliten und Weltraummüll auf der Computersimulation der ESA die Erde in sogenannten erdnahen umlaufbahnen zwischen 700 und 1500 metern hoehe.
Wie ein Bienenschwarm umschwärmen intakte Satelliten und Weltraummüll auf der Computersimulation der ESA die Erde in sogenannten erdnahen Umlaufbahnen.
Quelle: dpa

Mit bloßem Auge sind sie von der Erde aus nicht zu erkennen, aus unserem Alltag aber nicht mehr wegzudenken: Satelliten. Tausende schwirren über unseren Köpfen. Lokalisierung mit Hilfe von GPS, Fernsehübertragungen, Wettervorhersagen, Kommunikation: All das funktioniert über Satelliten. Durch die private Raumfahrt ist ihre Anzahl in den letzten Jahren rasant gestiegen.

Kleinster Müll kann großen Schaden anrichten

Dieses unkontrollierte Wachstum sorgt für Probleme, denn Satelliten produzieren Müll. Der Weltraum droht, zum Schrottplatz zu werden. Laut der Secure World Foundation (SWF), die für einen sicheren Weltraum kämpft, befinden sich mehr als 700.000 Trümmerteile im Orbit.

Wegen der hohen Geschwindigkeit, mit der der Schrott durchs All fliegt, kann selbst ein kleines Stück Müll beim Zusammenprall mit einem Satelliten großen Schaden anrichten. "So ein Unfall könnte weitreichende Folgen für die Wirtschaft haben und sich auch auf unsere Sicherheit auswirken", warnt Xavier Pasco von der SWF im Gespräch mit ZDFheute.

Jeder Start einer Rakete ins All hat erhebliche Folgen für die Umwelt: unter anderem schädigt jeder einzelne die Ozonschicht. Den aufkeimenden Weltraum-Tourismus sehen daher viele mit Skepsis.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

"Net Zero Space": Nachhaltigkeit im Weltraum

Um diese Gefahr zu minimieren, haben Vertreter aus Wirtschaft und Forschung gemeinsam mit der Französischen Raumfahrtagentur CNES und dem Weltraumbüro der Vereinten Nationen auf dem Pariser Friedensforum die Erklärung zum "Net Zero Space" erarbeitet. Bis 2030 soll eine nachhaltige Nutzung des Weltraums Realität werden.

Damit dieses ehrgeizige Ziel erreicht wird, soll kein neuer Weltraumschrott produziert und vorhandener Müll beseitigt werden. Justin Vaïsseau, Direktor des Pariser Forums, erläutert:

Es ist wie mit den Treibhausgasen. Bevor man die verringern kann, muss man sie erst einmal stabilisieren. Das nennen wir 'Net Zero'. Erst wenn wir keinen neuen Müll mehr produzieren können wir anfangen, den vorhandenen abzubauen.
Justin Vaïsseau, Direktor des Pariser Forums

Mehr als 6. 000 Satelliten sind aktuell im All. Die Gefahr von Zusammenstößen wächst. Es gilt, Möglichkeiten zur Vermeidung und Beseitigung von Weltraum-Schrott zu finden.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Nationale Interessen haben oft Vorrang

Die Erklärung von Paris ist kein gesetzlich bindendes Dokument. Sie soll Politik und Öffentlichkeit für einen verantwortungsbewussten Umgang mit dem Weltall sensibilisieren. Schließlich gibt es dort keine Landesgrenzen. Der Weltraumvertrag der Vereinten Nationen von 1967 sieht explizit vor, dass alle Staaten das All nutzen können.

"Es ist ein langer Prozess, verbindliche Regeln zu entwickeln, weil die Staaten sich nicht einigen können und nationale Interessen immer wieder Vorrang haben", sagt Xavier Pasco. "Besonders die militärischen Interessen von Russland, China und den USA spielen dabei eine große Rolle."

Europa will mehr Unabhängigkeit von den USA

Auch Europa mischt mit. Seit 2015 gibt es das EUSST-Konsortium. Es besteht aus den Mitgliedsstaaten Frankreich, Deutschland, Italien, Polen, Portugal, Rumänien und Spanien. Die Länder teilen Technologie und Daten miteinander. EUSST überwacht den Weltraum und warnt registrierte Satelliten vor einer möglichen Kollision mit Weltraumschrott. Ausweichmanöver können so rechtzeitig gestartet werden. Marc Becker, Vize-Präsident von EUSST, sagt:

Wir wollen in Europa autonomer werden und unabhängiger von den Daten, die die Amerikaner bereitstellen. Deshalb erstellen wir einen europäischen Katalog mit weiteren Objekten, damit man Kollisionen besser abschätzen kann. Die zentrale Datenbank hierfür wird in Deutschland gehostet sein.
Marc Becker, Vize-Präsident EUSST

Für Satelliten ist Weltraumschrott ein Riesenproblem. Mit einem neuen Radar in Koblenz sollen ab 2021 Kollisionen vermieden werden können.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Zugang zum Weltraum besser regulieren

Der Himmel über unseren Köpfen ist eine begehrte Spielwiese für Unternehmen und Regierungen gleichermaßen. Es geht um viel Geld und um militärisch-strategische Vorteile. Xavier Pasco warnt: "Wir müssen den Zugang zum Weltraum besser regulieren. Sonst droht er, überfüllt und unbenutzbar zu werden."

ZDFheute Update

Nachrichten | In eigener Sache - Jetzt das ZDFheute Update abonnieren 

Starten Sie gut informiert in den Tag oder Feierabend. Verpassen Sie nichts mit unserem kompakten Nachrichtenüberblick am Morgen und Abend. Jetzt bequem und kostenlos abonnieren.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Sie haben sich mit diesem Gerät ausgeloggt.

Sie haben sich von einem anderen Gerät aus ausgeloggt, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Ihr Account wurde gelöscht, Sie werden automatisch ausgeloggt.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.

An dieser Stelle würden wir dir gerne die Datenschutzeinstellungen anzeigen. Entweder hast du einen Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiviert, welcher dies verhindert, oder deine Internetverbindung ist derzeit gestört. Falls du die Datenschutzeinstellungen sehen und bearbeiten möchtest, prüfe, ob ein Ad-Blocker oder ähnliches in deinem Browser aktiv ist und schalte es aus. So lange werden die standardmäßigen Einstellungen bei der Nutzung der ZDFmediathek verwendet. Dies bedeutet, das die Kategorien "Erforderlich" und "Erforderliche Erfolgsmessung" zugelassen sind. Weitere Details erfährst du in unserer Datenschutzerklärung.