ZDFheute

Corona verschärft Gefährdung von Flüchtlingen

Sie sind hier:

Weltrisikobericht 2020 - Corona verschärft Gefährdung von Flüchtlingen

Datum:

Erdbeben, Stürme: An vielen Orten der Welt wird es durch Naturextreme gefährlich. Vor allem Flüchtlinge sind gefährdet - ihre Lage wird laut Risikobericht durch Corona verschärft.

Flüchtlingslager nahe der türkischen Grenze
Im Falle eines extremen Naturereignisses sind Flüchtlinge besonders verwundbar. Die Corona-Pandemie verschärft das Risiko.
Quelle: reuters

Die Corona-Pandemie hat die besondere Gefährdung von Flüchtlingen und Migranten weiter verstärkt. Das geht aus dem neuen Weltrisikobericht 2020 hervor.

Im Falle eines extremen Naturereignisses seien die meist unter prekären Bedingungen lebenden Menschen besonders verwundbar. Das Risiko für eine humanitäre Katastrophe steige, heißt es in dem Bericht von "Bündnis Entwicklung Hilft" und dem Friedensinstitut der Uni Bochum.

Fehlende Hygiene- und Infektionsschutzmaßnahmen

Die Corona-Pandemie verschärfe die Anfälligkeit der Menschen umso mehr. Mangelhafte Hygienebedingungen und fehlende Infektionsschutzmaßnahmen in überfüllten Flüchtlingscamps sowie Beeinträchtigungen in der Versorgung seien Gründe dafür.

Die Lebensbedingungen von Geflüchteten und Vertriebenen müssen dringend verbessert werden, um zu verhindern, dass die Corona-Pandemie zu weiteren Krisen oder gar Katastrophen führt.
Peter Mucke, Geschäftsführer des Bündnisses "Entwicklung Hilft"

Bürgerkrieg, Hunger und Krankheit –im Jemen sind Not und Leid zum ständigen Begleiter geworden. Zu der humanitären Katastrophe kommt nun die Coronakrise. In den Flüchtlingslagern sind Hygiene- und Abstandsregeln kaum einzuhalten.

Beitragslänge:
2 min
Datum:

Bei extremen Naturereignisses seien sie daher "besonders verwundbar", betonen die Autoren. Für Dürren oder Stürme gelte ebenso wie für neu auftretende Viruserkrankungen:

Naturgefahren lösen dann eine Katastrophe aus, wenn Gesellschaften unzureichend darauf vorbereitet sind.
Katrin Radtke, Wissenschaftliche Leitern

Der Bericht enthält als zentrales Element den Weltrisikoindex 2020, der für 181 Länder das Risiko angibt, dass dort ein extremes Naturereignis zu einer Katastrophe führt.

Inselstaaten besonders bedroht

Die drei Länder mit dem höchsten Katastrophenrisiko sind demnach die tropischen Inselstaaten Vanuatu, Tonga und Dominica. Insgesamt sind die Risiko-Regionen am ehesten in Ozeanien, Südostasien, Mittelamerika sowie in West- und Zentralafrika zu finden. Deutschland liegt mit einem sehr geringen Katastrophenrisiko auf Rang 162.

Der Weltrisikobericht wird seit 2011 jährlich von "Bündnis Entwicklung Hilft" herausgegeben. Seit 2018 wird der Bericht vom Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum mit veröffentlicht. Dort wird auch der Index berechnet. In diesem Jahr hat der Weltrisikobericht den Schwerpunkt "Flucht und Migration".

Frau im Tschad

IEP-Studie blickt auf 2050 -
Lebensraum einer Milliarde Menschen bedroht
 

Mehr als eine Milliarde Menschen könnte in 30 Jahren ihre Heimat verlieren. Klimawandel, Kriege und andere Krisen werden einer Studie zufolge viele Länder unbewohnbar machen.

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.