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Weniger Fleisch im Trend - Das Rätsel um die Flexitarier

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Ein großer Teil der Deutschen ernährt sich flexitarisch. Und die Zahl steigt stetig. Dennoch: Für Forscher und Lebensmittel-Branche sind Flexitarier oft noch ein Rätsel.

Eine Familie genießt ein vegetarishes Essen.
Wenig Fleisch, viel Gemüse und Obst. Obwohl sie Trendsetter sind, werden Flexitarier von der Lebensmittelwerbung kaum angesprochen.
Quelle: Imago

Der Duden ist eindeutig:

Ein Flexitarier oder eine Flexitarierin ist eine "Person, die sich überwiegend vegetarisch ernährt, aber auch gelegentlich hochwertiges, biologisch produziertes Fleisch zu sich nimmt.
Definition Duden

Ganz so einfach ist es dann aber wohl doch nicht. Denn manche Studien grenzen den "gelegentlichen" Fleischkonsum eng ein und sprechen von nur neun Prozent der Bevölkerung. Der Ernährungsreport der Bundesregierung fasst unter dem Begriff dagegen alle zusammen, die "gelegentlich bewusst auf Fleisch verzichten". Dazu zählen 55 Prozent der für den Report Befragten.

"Das heißt: Je nach Definition ist die Spannweite sehr groß und deswegen ist es auch schwierig, diese große Gruppierung anzusprechen", sagt Dr. Beate Gebhardt von der Universität Hohenheim. Sie spürt gerade im Rahmen einer internationalen Studie der Frage nach, warum sich die Branche bei der Vermarktung von Lebensmitteln so schwertut mit Flexitariern.

Alternativen boomen

Besonders im Fokus: Pflanzenbasierte Lebensmittel. Nach Zahlen der Gesellschaft für Konsumforschung (GFK) ist der Umsatz pflanzlicher Fleisch- und Milchalternativen im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um fast 58 Prozent gestiegen.

Fleischersatzprodukte haben die Nische verlassen und werden inzwischen von weiten Teilen der Bevölkerung gekauft.
GfK-Experte Robert Kecskes

Für Veganer und Vegetarier selbst sind solche Produkte dabei gar nicht mal so interessant. Sie haben das Thema Fleisch - ob echt oder nicht - meist abgehakt und "kochen mehr selbst", so die Marktforscherin. "Deswegen ist das Potenzial bei den Flexitariern wesentlich höher." Trotzdem steht auf vielen Verpackungen dick "vegetarisch" oder "vegan". Das könnte ein Fehler sein, glaubt Dr. Gebhardt. "Vegan wird häufig mit etwas Negativem, mit Verzicht verbunden", sagt sie.

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Angst vor "vegan"

Um Flexitarier zu erreichen, sei ein neutralerer Begriff wie etwa "pflanzenbasiert" besser. Das sieht auch Ulrika Brandt vom Vegetarierverband ProVeg so. In den USA und Großbritannien habe sich der Begriff bereits etabliert. Vor "vegan" hätten nämlich noch immer viele Menschen Angst, sagt Brandt, die selbst Veganerin ist.

Dass es immer mehr Fleischalternativen gibt und immer mehr Flexitarier, die sie essen, begrüßt Brandt. "Es geht uns darum, dass sich mehr Menschen möglichst pflanzlich ernähren." Deshalb zähle jede Portion.

Vielleicht feiern wir künftig neben dem Welt-Vegetarier-Tag auch mal den Welt-Flexitarier-Tag. Das sind viel mehr.
Ulrika Brandt, Vegetarierverband ProVeg

Noch größere Vielfalt

Eine wachsende Gruppe, die die Branche bedienen sollte - mit einem preislich interessanten und noch besseren Angebot, findet Dr. Gebhardt. Gut wäre eine größere Vielfalt bei den pflanzenbasierten Produkten - auch mit regionalen Spezialitäten im Sortiment. Und: Der Trend gehe gleichzeitig zu neuen "eigenständigen pflanzlichen Lebensmitteln". Als etabliertes Beispiel nennt Dr. Gebhardt Brotaufstriche, die schon lange nicht mehr zu "hundert Prozent Textur und Mundgefühl" von Teewurst und Co nachahmen wollten.

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Am Ende des Tages müsste das Angebot aber vor allem gesund und schmackhaft sein: "Wenn das einzelne Produkt nicht schmeckt, dann wird es auch keine Käufer mehr finden", so die Wissenschaftlerin. "Da sind sich Veganer, Vegetarier und auch Flexitarier einig."

Mark Hugo ist Redakteur in der ZDF-Umweltredaktion

Eine Flasche Mandelmilch steht auf dem Tisch (undatierte Aufnahme)

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von Frank Hellmann
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