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Meteorologischer Sommeranfang - Ungewöhnliches Wetter nicht ausgeschlossen

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Wie das Wetter im Sommer wird, können Meteorologen zum Sommeranfang nicht beantworten. Doch trotz regnerischem Frühling ist klar: Die Klimakrise wird sich fortsetzen.

Temperaturanzeige
Regen, Hagel und kühle Temperaturen haben uns im Mai begleitet. Wird es im Sommer besser?
Quelle: dpa

Schauen wir erst einmal in den Frühling zurück: Es war die meiste Zeit zu kühl und zu nass. Das bleibt uns wahrscheinlich in Erinnerung und tatsächlich stimmt es mit den Daten des Deutschen Wetterdienstes überein.

Manchmal trügt die Erinnerung, "wie war das noch im März, war es zu kalt oder gab es genug Sonnenschein?". Zum Glück lassen sich Daten erfassen und somit objektiv über das Wetter berichten. Der Frühling war ein halbes Grad zu kalt, verglichen mit der Periode 1961 bis 1990.

Ein paar warme Tage im März, dann ein ungewöhnlich kalter April. Auch im Mai war es nicht nur zu kühl, sondern auch zu nass. Am Trend der globalen Erwärmung ändert das aber nichts.

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Regen im Frühling knapp unter dem Soll

Es ist also objektiv und auch gefühlt zu kalt gewesen, wohlgemerkt in Teilen Europas und in Deutschland. In den letzten Jahren, und das wissen wir auch, war es eher zu warm und zu trocken.

Und vielleicht mag es verwundern, der Regen im Frühling 2021 war knapp unter dem Soll, also gemittelt über die Wetterstationen in Deutschland. Und da der Regen nicht gleichmäßig fällt, ist es nicht überall gleich nass. Im Nordosten wenig und im Süden gab es viel. Zudem war es von Monat zu Monat sehr unterschiedlich, also im März und April zu trocken, während im Mai im Vergleich zu den Vorjahren ungewöhnlich viel Niederschlag fiel.

Festgefahrene Wettersysteme für Temperaturen verantwortlich

Ursache für das Ganze waren festgefahrene Wettersysteme. Denn immer, wenn eine anhaltende und stabile Wetterlage sich über Wochen oder sogar über Monate zeigt, steckt etwas Grundsätzliches dahinter.

Die letzten Monate waren Strömungen aus dem Norden hauptsächlich für das Wetter bei uns verantwortlich. Über Grönland und Russland entwickelten sich starke Hochs, die sogenannte blockierende Wetterlagen verursachten. Die Tiefs waren dazwischen eingeklemmt und brachten kühle Luft und Regen aus dem Norden.

Der Grund für das Aprilwetter im Mai ist ein Starkwindband, auch Jetstream genannt. Auch am Pfingstwochenende wird es nicht richtig sommerlich.

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Blick auf das Wetter im Sommer

Soviel zur Vergangenheit. Aber was sagt uns das über die Zukunft?

Nun hat sich das Wetter umgestellt, hoher Luftdruck liegt in dieser Woche über uns, wird aber im Laufe der Woche etwas gestört, Gewitter sind also zu erwarten. Was aber klar ist, die Temperaturen bleiben im frühsommerlichen Bereich, denn nun kommt die Luft aus der anderen Richtung, also aus dem Süden.

Interessant ist: Der Jetstream mäandert stark, also von Süd nach Nord und umgekehrt, das scheint sich nach den Vorhersagen in größeren Höhen oberhalb von etwa fünf Kilometern in den nächsten Wochen zu wiederholen. Gleichzeitig bilden sich weitere starke Hochs mit Blockierungen.

Jetstream ist "schuld"

Schon naturgemäß "leiert" der Jetstream im Sommer aus, das bedeutet: Durch die Erwärmung durch die Sonne, die in der Arktis im Sommer ja nicht untergeht, nimmt die Temperaturdifferenz zwischen der Arktis und den mittleren Breiten ab.

Sollte sich das über den Sommer hinweg so einspielen, könnte das wieder zu ungewöhnlichem Wetter führen, das kann dann auch zu kalt bedeuten, abhängig davon, wo ein Druckgebilde (Hoch oder Tief) liegen bleibt.

Die Klimafolgen wirken

Da sich die Arktis mittlerweile dreimal stärker erwärmt hat als der Rest des Planeten, macht sich die globale Klimakrise, in der wir mittlerweile leben und die um uns herum stattfindet, auf das Wetter bemerkbar. Die Luft ist bereits in der Arktis nicht mehr so kalt wie in den 80er Jahren. Das wirkt auf die Strömungen in der Atmosphäre und das verstärkt weiter. Die Tendenz ist also zunehmend.

Die Fragen, "wo denn die globale Erhitzung geblieben wäre", die immer wieder im zu kalten Frühling 2021 auftauchten, kann man ganz einfach beantworten. Die Erhitzung war nie weg und findet weiter statt. Die Klimakrise ist kein neuer Zustand, sondern ein dynamischer Vorgang, der sich unweigerlich fortsetzt, solange die physikalischen Zusammenhänge nicht geändert werden.

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WMO: Erwärmung wird sich fortsetzen

Wenn es lokal irgendwo auf unserem Planeten zu kalt war, ist es dennoch woanders deutlich heißer. Laut WMO und dem englischen Wetterdienst Met-Office liegt die Wahrscheinlichkeit, in den nächsten fünf Jahren global die 1,5-Grad-Marke zu reißen, bei 40 Prozent - zumindest vorübergehend für ein Jahr.

Die Erwärmung wird sich weiter fortsetzen, und selbst das Kappen der fossilen Treibhausgasemissionen würde vorübergehend noch zu einer weiteren Erwärmung führen - allerdings, und das ist das Gute, würde sich die globale Mitteltemperatur bald stabilisieren, wenn auch auf einem hohen Niveau, was wir bereits jetzt haben. Effektiver und rascher Klimaschutz lohnt sich also aus wissenschaftlicher Sicht in jedem Fall, unabhängig davon, wie hoch die Schäden bisher sind.

Macht ein halbes Grad den Unterschied?

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