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Diese Hurrikan-Saison könnte heftig werden

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Wissenschaftler prognostizieren - Diese Hurrikan-Saison könnte heftig werden

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Wissenschaftler glauben, dass es in diesem Jahr eine intensive Hurrikan-Saison geben kann. Die Stürme träfen auch auf Corona-gebeutelte Regionen und könnten zum Dilemma werden.

Das Auge des Hurrikans Florence
Das Auge des Hurrikans Florence im September 2019.
Quelle: dpa

Aus der Sicht der Wissenschaftler, die das Hurrikan-Risiko abschätzen, ist die Lage kompliziert. Die Bekämpfung der Corona-Pandemie bindet derzeit die meisten Ressourcen. Und das wird wohl auch zu Beginn der Hurrikan-Saison ab Juni immer noch so sein. Wirbelstürme könnten also zusätzlich noch für eine Verschärfung der Lage sorgen.

So wird befürchtet, dass während möglicher Evakuierungsmaßnamen die nötigen Abstände, also "Social Distancing", nicht gewährleistet werden können. Dabei stellt sich besonders die Frage nach Schutzräumen und ob diese entsprechend ausgelegt sind.

Was die Institute von der Hurrikan-Saison erwarten

Je nach Modell und Institut sind die Prognosen leicht unterschiedlich. Wissenschaftler um Phillip Klotzbach von der Universität von Colorado sagen, dass es:

  • etwa 16 Stürme werden,
  • wovon zwölf Hurrikan-Stärke erreichen könnten,
  • vier davon sogar Hurrikane der Stärke 3 bis 5.

Die Hurrikan-Stärken nach der Saffir-Simpson-Skala

Trotz der etwas unterschiedlichen Abschätzungen der verschiedenen Institute sind sich alle einig: Es wird eine aktive oder sehr aktive Saison. Bereits im Juni kann es den ersten Hurrikan geben. Dafür sprechen hohe Wassertemperaturen, die bereits jetzt höher sind als normal.

Im Video: So entstehen Hurrikane

Das Video zeigt, welche Voraussetzungen gegeben sein müssen, damit ein Hurrikan entsteht.

Beitragslänge:
1 min
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Insgesamt sind diese Abschätzungen und Simulationen nicht mit einer Wettervorhersage zu vergleichen. Aber sie geben einen Hinweis auf mögliche Entwicklungen und seien als Risikoabschätzung zu verstehen, betonen die Wissenschaftler.

La Niña hat Auswirkungen in Asien und Australien

La Niña ist das Gegenteil von El Niño, also die Zirkulation, die hauptsächlich im Pazifik in wiederkehrender Folge für Extremwetter sorgt. Zwar sind die Auswirkungen hauptsächlich auf den Pazifik bezogen, aber sie haben weltweite Folgen, zum Beispiel Extremwetter in Australien oder Asien.

Eine eher neutrale Zirkulation oder eine leichte La Niña-Neigung im Pazifik im Sommer und Herbst, könnte die überdurchschnittlich aktive Saison noch weiter unterstützen.

Video: So funktioniert El Niño

El Niño bringt haushohe Wellen, sintflutartige Regenfälle, orkanartige Stürme aber auch verheerende Hitze und extrem Dürren mit sich.

Beitragslänge:
4 min
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So wirkt sich die Klimakrise auf Hurrikane aus

Unabhängig von natürlichen saisonalen Schwankungen, verstärken sich die einzelnen Komponenten, die zu starken Stürmen führen. Die Veränderungen durch die Klimakrise sorgen zwar nicht dafür, dass es mehr Stürme geben kann. Sie können aber dafür sorgen, dass Stürme sehr viel stärker ausfallen als ohne die Veränderungen des Klimas.

Der Grund liegt in den Klima-Veränderungen:

  • Die Atmosphäre wärmt sich zunehmend auf,
  • eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasserdampf aufnehmen
  • und ein wärmerer Ozean mehr Wasserdampf abgeben.

Es steht also mehr Treibbstoff für starke Stürme bis hin zum Hurrikan zur Verfügung. Vermutlich werden wir das auch in dieser Hurrikan-Saison merken.

Özden Terli ist Diplom-Meteorolge in der ZDF-Wetter-Redaktion, dem Autor auf Twitter folgen: @TerliWetter

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