Ungewöhnlich mild: Sommer im Oktober: Wie kommt das?

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    Ungewöhnlich mild:Sommer im Oktober: Wie kommt das?

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    Der Oktober endet mit sommerlichen Temperaturen - ungewöhnlich, aber es steckt ein bekanntes Phänomen dahinter. Ein Überblick, was es damit auf sich hat.

    Archiv: Spaziergänger nutzen den Sonnenschein und die warmen Temperaturen für einen Aufenthalt im Kölner Grüngürtel am Denksteiner Weiher.
    Die Meteorologen sagen für die letzten Tage im Oktober ungewöhnlich warmes Wetter voraus.
    Quelle: dpa

    Das letzte Oktoberwochenende beschert Deutschland noch einmal richtig sommerliche Temperaturen. Der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach und die ZDF-Wetterredaktion kennen die Hintergründe dieses ungewöhnlichen Phänomens.

    Wie warm wird es in den kommenden Tagen noch?

    Der DWD rechnet mit Temperaturen von bis zu 27 Grad. Die höchsten Werte werden in Baden-Württemberg, am Alpenrand und am Nordrand der Mittelgebirge erwartet. Nur in den Flusstälern halten sich Nebel- und Hochnebelfelder teilweise bis zum Mittag. Dort liegen die Temperaturen dann unter 20 Grad.

    27 Grad - sind das dann "echte" Sommertage im Herbst?

    Ja, zumindest für Meteorologen. Denn die Wissenschaftler sprechen von einem Sommertag, sobald die Temperaturen die 25-Grad-Marke übersteigen.
    Die Wettervorhersage aus der 19 Uhr-heute-Sendung04.03.2024 | 1:18 min

    Wie kommt es zu dem aktuellen Wetter-Phänomen?

    Ursache sind das Hochdruckgebiet "Zacharias" über Osteuropa und das Tiefdruckgebiet "Iris" über dem Nordatlantik. Sie sorgen derzeit dafür, dass eine für die Jahreszeit ungewöhnlich warme Luftmasse über Spanien und Frankreich nach Deutschland zieht.

    Wie oft kommt so eine Konstellation vor?

    "Das gibt es immer wieder", sagt DWD-Meteorologe Marcel Schmid. Allerdings liege Deutschland dieses Mal exakt in der Mitte dieses Zustroms warmer Luft und bekomme damit die meiste ab.

    Inwieweit spielt der Klimawandel eine Rolle?

    "Natürlich ist es erst einmal Wetter, was wir erleben", sagt ZDF-Meteorologe Özden Terli. Aber weil der Oktober im Schnitt bereits sehr warm gewesen sei, müsse man genauer hinschauen. "Dann ist es nicht normal", so Terli.
    Der Vergleich mit einem anderen Oktobermonat aus einem einzelnen Jahr sei nicht richtig. "Also zu sagen, es gab aber auch kalte Oktober", erklärt er. "Viel aussagekräftiger ist der Trend und der ist eindeutig ansteigend. Es wird generell wärmer in Deutschland und überhaupt auf dem europäischen Kontinent."
    Hier sehen Sie die Temperaturentwicklung im langjährigen Vergleichszeitraum:
    Grafik Klima-Dashboard
    ZDFheute Infografik
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    Wird am Wochenende der Temperatur-Rekord für den Oktober geknackt?

    "Dieser Wert wird aller Voraussicht nach dann doch verfehlt", sagt DWD-Meteorologe Schmid. Denn: Die höchste in Deutschland im letzten Drittel des Oktobers je gemessene Temperatur liegt bei 28,6 Grad. Sie wurde am 26. Oktober 2006 in Emmendingen-Mundingen (Baden-Württemberg) erreicht.
    Im Jahr 2009 wurden in Müllheim in Baden sogar schon einmal 30,9 Grad gemessen - das war allerdings an einem 7. Oktober und damit zum Monatsanfang.

    Wie ist der Wetter-Ausblick für den November?

    Der November startet wohl deutlich wechselhafter: "Das bedeutet mehr Regen und mehr Wind", so die Vorhersage von ZDF-Meteorologe Terli. Es sei außerdem ein eher zu milder November in Sicht.

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