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Dauerregen und Klimawandel - Darum löst Tief "Bernd" Extremwetter aus

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Brutale Hitze in den USA, Dauertief "Bernd" bei uns - wie sich das Extremwetter erklären lässt.

Durch Starkregen kam es zu einem Erdrutsch am 14.07.2021 in Altena
Erdrutsch durch Dauer-Starkregen in Altena in Nordrhein-Westfalen.
Quelle: dpa

Zwar sträuben sich Meteorologen und Wissenschaftler zu Recht, einzelne Wetter-Phänomene auf die Klimakrise zurückzuführen. Aber die Häufung der Extremwetter-Ereignisse hat weltweit die gleiche Ursache: Auf dem Planeten bleibt immer mehr Wärme zurück.

Die Schicht der Treibhausgase schottet uns ab und so entweicht weniger Wärmestrahlung in den Weltraum. Sosehr, dass sogar die oberen Schichten abkühlen, wie eine aktuelle Nasa-Untersuchung zeigt. Grundsätzlich leben wir in einem Klima, das sich zunehmend verändert.

Jetzt kommt "Bernd" und bleibt

Das Tief "Bernd" ist nur ein Beispiel dafür, was zu erwarten ist, wenn es wärmer wird. Erst einmal aber der Blick auf das Große und Ganze: Die Erhitzung des Planeten verändert das Grundgefüge auf der Erde, die Stellschrauben im System. Die stärkere Erhitzung der Arktis stört die Strömungen in der Atmosphäre, also zum Beispiel den Jetstream. Das führt aber auch zu stärkeren Hochs, die den Weg der Tiefs wiederum abschneiden.

ZDF-Meteorologin Katja Horneffer erklärt das derzeitige Wettertief "Bernd" und Extremwetter-Phänomene. Dafür sei maßgeblich der Klimawandel verantwortlich.

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Die Hochs und Tiefs lösen Extremwetter aus

Das Ganze ist Gift fürs Wetter, denn die Hochs und Tiefs bleiben länger vor Ort und lösen Extremwetter aus. Tief "Bernd" wäre nicht der Rede wert, wenn sich dieses Tief in zwölf Stunden über uns hinwegbewegen würde, aber seine langsame Zuggeschwindigkeit macht es problematisch.

Über längere Zeit lenkt es feuchtwarme Luftmassen zu uns, die Treibstoff für Gewitter und Starkregen-Ereignisse sind. Dahinter steckt simple Physik: Je wärmer die Luft ist, desto größer ist die Fähigkeit, Feuchtigkeit aufzunehmen. In dieser Feuchtigkeit wiederum steckt Wärmeenergie. Wird diese bei der Wolkenbildung freigesetzt, kommt es zu heftigen Energie-Ausbrüchen, beispielsweise in starken Gewittern.

Seit vielen Tagen gibt es immer wieder Warnungen vor Unwettern mit Starkregen, Hagel und Gewitter. Vielerorts zeigen sich extreme Folgen des anhaltenden Regens.

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Die langsame Bewegung des Tiefs wiederum ist auf die Schwächung des Jetstreams zurückzuführen, der derzeit nur in Fragmenten über der Nordhemisphäre besteht.

Und was ist bei Hitzewellen?

Bei einer Hitzewelle würde ein Tief zum Beispiel über Westeuropa hängen bleiben und eventuell mit Hilfe eines Tiefs über Nordafrika heiße Luftmassen nach Deutschland führen. Je länger wiederum die Systeme an Ort und Stelle verharren, desto extremer wird das Ereignis und desto länger die Hitzewelle.

Eine ähnliche Situation hatten wir im Juni, das löste eine frühe Hitzewelle aus. Die Zusammenhänge sind nicht einfach, aber wissenschaftlich verstanden und aus meteorologischer Sicht erklärbar.

Hitzewellen sind am besten über die sogenannte Attributionsforschung (Nachweis des Einflusses des Klimawandels auf das Wetter durch Vergleich von Daten) berechenbar und zuzuordnen.

Also inwieweit hat die Erhitzung des Planeten durch den Menschen auf das Ereignis eine Auswirkung? Der Hitzedom über Nordamerika wurde in einer Untersuchung als "praktisch unmöglich" bezeichnet, also ohne die Beteiligung des Menschen. Hitzeereignisse lassen sich mit dieser Methode sehr gut untersuchen, da es nur um einen Parameter geht - um die Temperatur.

In der kanadischen Provinz British Columbia wurde zuletzt an drei Tagen in Folge ein neuer Tagestemperaturrekord gemessen. Extreme Hitze könnte in Zukunft häufiger auftreten.

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Auch in Zukunft: Die Erhitzung wird sich fortsetzen

Der Blick auf die nächsten Jahre zeigt - zum Beispiel in den Klimaprojektionen des Deutschen Wetterdienstes: Die Erhitzung wird sich fortsetzen. Dabei wirken immer natürliche Schwankungen mit, aber der Trend ist klar: aufwärts. Dabei ist nicht davon auszugehen, dass sich das ändern wird. Die Erhitzung setzt sich fort und die Extremwetter werden zunehmen.

Özden Terli ist Redakteur und Moderator in der Wetterredaktion des ZDF.

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von Gunnar Krüger
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