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Messer-Attacke im Juni - Angreifer von Würzburg ist schuldunfähig

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Drei Frauen starben im Juni als ein Mann sie mit einem Messer in Würzburg angriff. Gutachter kommen zu dem Schluss: Der Mann ist schuldunfähig. Er wird psychiatrisch behandelt.

Kerzen und Blumen in Würzburg
Am Tatort wurden kurz nach der Messer-Attacke Kerzen und Blumen zum Gedenken an die Opfer abgelegt.
Quelle: dpa

Der Würzburger Messer-Angreifer war bei seiner Attacke auf Passanten Ende Juni nach psychiatrischer Einschätzung schuldunfähig. Die beiden im Ermittlungsverfahren beauftragten Sachverständigen kämen unabhängig voneinander jeweils zu diesem Ergebnis, teilten das Bayerische Landeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft München am Freitag in München mit.

Was genau den Mann aus Somalia zu dem Angriff auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen trieb, ist allerdings weiter unklar. Befürchtungen kurz nach der Tat, er habe aus terroristischen Gründen oder religiösen Überzeugungen gehandelt, bestätigten sich bisher nicht.

Doch Therapie- und Beratungsplätze sind rar. Dabei kann ein nicht behandeltes Trauma ein massives Integrationshindernis darstellen.

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Keine Hinweise auf extremistischen Hintergrund

Hinweise auf Mitwisser oder Mittäter sowie auf einen extremistischen Hintergrund gebe es weiterhin nicht, teilten die Ermittler am Freitag mit. Drogen oder Alkohol hatte der Mann laut toxikologischem Gutachten nicht eingenommen.

Mit dem neuerlichen Gutachten spricht nun vieles dafür, dass es gegen den 32-Jährigen ein sogenanntes Sicherungsverfahren - wahrscheinlich vor dem Landgericht Würzburg - geben wird. Bei solchen Verfahren geht es um die Unterbringung eines Beschuldigten in einer Psychiatrie.

Beschuldigt, aber nicht angeklagt

Die Staatsanwaltschaft schreibt dafür auch keine Anklage wie in normalen Strafverfahren, sondern eine Antragsschrift: Bis Ende des Jahres wolle die Generalstaatsanwaltschaft München die dauerhafte Unterbringung in einer geschlossenen Abteilung eines psychiatrischen Krankenhauses beantragen, teilten die Ermittler am Freitag mit.

Der Beschuldigte bleibt bei diesem Vorgehen Beschuldigter und wird nicht zum Angeklagten. Dennoch gibt es eine Verhandlung vor Gericht - in diesem Fall wohl vor einer Schwurgerichtskammer.

Drei Frauen starben bei Messer-Tat von Würzburg

Die Ermittler betonten am Freitag, die Einschätzung als schuldunfähig bedeute nicht, dass es Zweifel an der Täterschaft des Mannes gebe oder er unschuldig sei. Er war am 30. September vernommen worden und hatte dabei den Tatablauf detailliert geschildert. Weitere Angaben zu den Aussagen machten die Ermittler zunächst nicht.

Erwiesen ist, dass der Beschuldigte am 25. Juni in Würzburg auf ihm offensichtlich unbekannte Menschen eingestochen hat. Drei Frauen starben, fünf Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Zudem gab es vier Leichtverletzte. Die Ermittler hatten auf Basis eines ersten psychiatrischen Gutachtens am 20. Juli bereits mitgeteilt, dass der Mann zur Tatzeit möglicherweise schuldunfähig war.

Eine Woche nach der tödlichen Messerattacke in Würzburg hat die Stadt der Opfer gedacht. Unter dem Motto "Würzburg trauert, Würzburg hält zusammen" bildeten Hunderte eine Menschenkette.

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Beschuldigter befindet sich in Psychiatrie

Der Beschuldigte ist seit Monaten in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. "Er macht mittlerweile einen guten Eindruck, ist psychisch gefestigt", sagte sein Rechtsanwalt Hanjo Schrepfer.

Er ist medikamentös gut eingestellt.
Hanjo Schrepfer, Rechtsanwalt

Vor der Tat hatten die Behörden nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf, dass der Mann andere Menschen gefährden könnte. Vor dem Angriff lebte er in einer Obdachlosenunterkunft in Würzburg.

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