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Wurstpreis-Senkung - Aldi-Forderung sorgt für Aufregung

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Während das Kabinett härtere Regeln für die Fleischbranche beschließt, spricht sich Aldi für geringere Wurstpreise aus. Die Empörung ist groß. Der Discounter wehrt sich.

Ein Logo von Aldi. Archivbild
Aldi begründet die Forderung mit dem Preisverfall von Schweinefleisch.
Quelle: Friso Gentsch/dpa

Mitten in der Debatte um die Arbeitsbedingungen in der deutschen Fleischbranche sorgt Discount-Marktführer Aldi mit der Forderung nach Preissenkungen bei Wurst für Aufregung. "Die Forderungen von Aldi sind komplett gewissenlos", sagte am Mittwoch die Präsidentin des Bundesverbandes der deutschen Fleischwarenindustrie (BVDF).

Gerade angesichts der Bemühungen der Wurstbrache in den vergangenen Wochen, die Versorgungssicherheit in der Corona-Krise mit großem Aufwand sicherzustellen, passe die Forderung nicht in die Zeit. Zuvor hatte das Fachblatt "Lebensmittel Zeitung" über die Preisforderungen berichtet.

Nach den Corona-Fällen in Schlachthöfen ist die Fleischindustrie in den Fokus gerückt. Das Bundeskabinett hat nun eine Verschärfung der Arbeitsschutzvorschriften beschlossen.

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Einbruch der Schweinefleisch-Preise

Hintergrund des Streits ist der Einbruch der Schweinefleisch-Preise in den vergangenen Wochen.

Als Händler und insbesondere Discounter ist es aber auch unsere ureigene Aufgabe, Kosten- und Preisvorteile an unsere Kunden weiterzugeben.
Stellungnahme von Aldi

Aldi betonte, das Unternehmen orientiere sich "wie jeder andere Händler auch" bei den Preisausschreibungen an dem durch Angebot und Nachfrage geprägten Preisniveau, berücksichtige aber auch andere Kriterien wie Qualität und Leistung.

"Als Händler und insbesondere Discounter ist es aber auch unsere ureigene Aufgabe, Kosten- und Preisvorteile an unsere Kunden weiterzugeben."

Forderung könnte Signalwirkung haben

Dass sich die Wurstpreise grundsätzlich auch an den Rohstoffpreisen orientieren, ist durchaus üblich, wie auch Dhem einräumt. Für Unmut in der Branche sorgen nach ihren Worten aber die Höhe, das Tempo und Zeitpunkt der Preisforderungen.

Zudem fürchtet die Branche, dass der Schritt von Aldi Signalwirkung für die anderen großen Handelsketten haben dürfte. Aldi betonte, traditionell würden die Preise bei Wurstwaren neu verhandelt, wenn sich der Markt spürbar nach oben oder unten bewege.

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Angesichts der zuletzt heftigen Preisausschläge habe das Unternehmen den Herstellern für die nächste Zeit ein flexibleres Vorgehen vorgeschlagen. "Wir haben dabei explizit betont, dass der Vorschlag sowohl steigende als auch sinkende Preisniveaus betrifft, also keine 'Einbahnstraße' ist", betonte das Unternehmen.

Harte Kritik vom Tierschutzbund

Der Deutsche Tierschutzbund sprach mit Blick auf die von Aldi angestrebten Preissenkungen von einem völlig falschen Signal. "Die Tatsache, dass viele Verbraucher bis heute nicht bereit sind, für Fleisch und tierische Produkte mehr zu zahlen, geht auf das Konto von Aldi und Co.", betonte Thomas Schröder, Präsident der Tierschutzorganisation.

Wer nur den Profit sieht und die Marktlage ausnutzt, der offenbart das Fehlen jeglichen Verantwortungsbewusstseins: für die Landwirte, die Lohnarbeiter und für die Tiere.
Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes

Mit seiner Billigpreispolitik habe der Handel die Preise für tierische Produkte jahrzehntelang gedrückt und Verbraucher mit Billigpreisen gelockt. "Wer nur den Profit sieht und die Marktlage ausnutzt, jegliche Missstände offenen Auges ignoriert und Verbrauchern Fleisch und Wurst als Ramschware anpreist, der offenbart das Fehlen jeglichen Verantwortungsbewusstseins: für die Landwirte, die Lohnarbeiter und für die Tiere!", erklärte er.

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