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Umweltschützer warnen - Größtes Artensterben seit den Dinosauriern

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Rund eine Million Tierarten sind akut vom Aussterben bedroht, warnen WWF und Nabu. Damit nennen sie das Artensterben neben dem Klimawandel als die größte Bedrohung für die Erde.

Smaragdeidechse (Lacerta bilineata)
Gehört in Deutschland zu den akut bedrohten Tierarten: die Smaragdeidechse.
Quelle: Picture Alliance

Umwelt- und Tierschutzorganisationen wie der WWF under Naturschutzbund (Nabu) warnen vor dem größten Artensterben seit dem Ende der Dinosaurier-Zeit. Das Artensterben sei neben der Klimakrise die größte Bedrohung für das Leben auf der Erde, erklärte der WWF Deutschland zum Tag des Artenschutzes am 3. März.

Rund eine Million Arten könnten in den nächsten Jahrzehnten aussterben. Das zeigten auch die Zahlen der sogenannten Roten Liste: Von mehr als 112.000 untersuchten Arten werden mehr als 30.000 als gefährdet geführt.

Für immer weg: 150 Arten pro Tag

Der Nabu macht die dramatische Lage auf etwas andere Art plastisch: Pro Tag verschwänden etwa 150 Arten für immer vom Planeten. Das Aussterben von Tier- und Pflanzenarten schreite fast tausendmal schneller voran als die Entstehung neuer Arten, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger und ergänzte:

Es ist das sechste große Artensterben in der Geschichte der Erde. Doch diesmal sind nicht Naturkatastrophen, sondern der Mensch die Ursache.
Nabu-Präsident Krüger

Die Ursachen seien Zerstörung von Lebensräumen und die Verschmutzung von Luft, Wasser und Boden. In Deutschland spiele dabei auch die industrielle Landwirtschaft eine große Rolle.

Es gibt auch einige hoffnungsvolle Ausnahmen vom insgesamt besorgniserregenden Trend des Aussterbens:

Kohlenstoffspeicher sind gefährdet

WWF-Vorstand Christoph Heinrich nannte Artensterben und Erderhitzung "zwei Seiten einer Medaille", die aufs Engste miteinander verwoben seien. Ein Beispiel für diesen Zusammenhang sei der Koala, dessen Bestände sich seit 1996 um fast ein Drittel verringert hätten.

Ein Koala sitzt auf einem Baum. Archivbild
Koala, Waldbrände in Australien, Klimawandel: Diese bedrohte Art verdeutlicht den Zusammenhang zwischen Artenstreben und Erderwärmung.
Quelle: Daniel Naupold/dpa

Vor allem die Waldbrände in Australien 2019 und 2020 hätten der Art zugesetzt. Bei diesen Bränden seien "riesige Mengen" Kohlenstoff freigesetzt worden, die zur Erderwärmung beigetragen hätten. Die Erderhitzung selbst begünstige wiederum Waldbrände.

Da viele Ökosysteme rund um den Globus wichtige Kohlenstoffspeicher seien, sei der Erhalt der Biodiversität auch ein wichtiger Teil des Klimaschutzes. Das Jahr 2020 könnte, so WWF-Vorstand Heinrich, zum Wendepunkt für die biologische Vielfalt werden.

Schweinswal in der Nordsee
In Deutschland akut bedroht: der Schweinswal in der Nordsee.
Quelle: AP

In Deutschland sind nach Nabu-Angaben unter anderem der Schweinswal und die Smaragdeidechse akut gefährdet. Die Bestände der Feldvögel seien seit 1980 um 34 Prozent zurückgegangen.

Forderung an UN-Konferenz im Oktober

Mit Blick auf die diesjährige Biodiversitätskonferenz der Vereinten Nationen im Oktober fordern Umweltschützer, einen gesetzlichen Rahmen für mehr Arten- und Biodiversitätsschutz zu schaffen. Gleichzeitig müsse die nachhaltige Produktion von Lebensmitteln gefördert werden. Zudem forderte der WWF, naturschädliche Subventionen zu beenden und Schutzgebiete stärker zu finanzieren.

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Die Letzten ihrer Art
 

Künftig sind eine Million Arten weltweit vom Aussterben bedroht. Neben der Klimakrise gehört das Artensterben zu den größten Problemen unserer Zeit.

von Marika Liebsch
Videolänge
30 min

Bei der UN-Konferenz soll eine neue Strategie für die kommenden zehn Jahre verhandelt werden. Sie soll dazu führen, dass sich Politik und Wirtschaft global bis 2030 auf ein "Leben in Harmonie mit der Natur" ausrichten.

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