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WWF-Bericht - Drastische Folgen durch Mittelmeer-Erhitzung

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Das Mittelmeer erhitzt sich mehr als jedes andere Weltmeer. Das könnte schwerwiegende Folgen haben, sowohl für die Tierwelt als auch für Küsten und Städte.

Quallenschwemme vor Mallorca
Die Erhitzung des Mittelmeers führt auch zu zunehmenden Quallenplagen.
Quelle: dpa/Oceana/Carlos Suarez

Die Umweltschutzorganisation WWF warnt vor erheblichen Folgen für Fischerei, Tourismus und das Ökosystem durch die überdurchschnittliche Erhitzung des Mittelmeers. Kein anderes Meer heize sich so stark auf, konstatierte der WWF am Dienstag anlässlich der Veröffentlichung eines Berichts über den Effekt des Klimawandels auf das Mittelmeer. Demnach steigen die Temperaturen dort um 20 Prozent schneller als im Durchschnitt aller Weltmeere.

Die Klimakrise habe bereits einige der wichtigsten marinen Ökosysteme "teils irreversibel verändert, mit spürbaren Folgen auch für Fischerei und Tourismus", hieß es am Dienstag in einer WWF-Mitteilung. Das Korallensterben und die Quallenplagen nähmen zu.

"Massenaussterben" von Korallen und Muschelarten droht

Der WWF spricht bei Weichkorallen wie den fächerartigen Gorgonien, aber auch bei der größten mediterranen Muschelart, der Großen Steckmuschel, von einem "Massenaussterben". Im Zuge der Hitzewellen verbreiten sich tropische Quallenarten dem Bericht zufolge seit 2003 immer mehr, auch im Winter. Die massive Überfischung von fast 90 Prozent der Fischbestände sorge zusätzlich dafür, dass die Fressfeinde und Nahrungskonkurrenten der Quallen fehlen.

Die nur im Mittelmeer vorkommenden Neptungraswiesen seien durch die Erwärmung des Wassers und den Anstieg des Meeresspiegels bedroht, mit ernsten Folgen für die Artenvielfalt. Jede fünfte Mittelmeerart benötige Neptungras als Lebensraum. Diese Unterwasserwiesen speicherten bis zu 42 Prozent der CO2-Emissionen aller Länder des Mittelmeeres und seien deshalb auch als Kohlenstoffsenke wichtig.

WWF fordert Trendumkehr

Küsten und Städte seien bedroht, "weil mit schwindenden Seegraswiesen auch der natürliche Küstenschutz abnimmt", erklärte die Leiterin Meeresschutz beim WWF Deutschland, Heike Vesper. "Die Klimakrise prägt das Mittelmeer schon jetzt deutlich", so Vesper.

Die Effekte der Klimakrise treffen auf ein ohnehin gestresstes Meer, das durch Überfischung, Verschmutzung, Plastikmüll und Schifffahrt stark belastet ist. Irgendwann wird der Stresscocktail zu viel.
Heike Vesper, WWF

Der WWF fordert, 30 Prozent des Mittelmeers bis 2030 effektiv zu schützen. Um den Trend umzukehren, müsse man den CO2-Ausstoß senken, den menschlichen Nutzungsdruck auf das Meer reduzieren und seine Widerstandskraft durch Schutzgebiete aufbauen.

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