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Leseempfehlungen - Sachbuch-Bestenliste für November 2020

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Jeden Monat empfehlen 30 Juroren zehn herausragende Sachbücher. Sie können dabei helfen, die Gegenwart besser zu verstehen - die Sachbuch-Bestenliste für November 2020.

Die Sachbuch-Bestenliste für November 2020
Quelle: ZDF

1 (-) Uta Ruge: Bauern, Land


Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang; Kunstmann; 480 S., 28,– €

Uta Ruge: Bauern, Land: Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang, Kunstmann; 480 S., 28,- €
Uta Ruge: Bauern, Land: Die Geschichte meines Dorfes im Weltzusammenhang
Quelle: Kunstmann

Uta Ruge ist aufgewachsen auf einem Bauernhof im Kreis Cuxhaven, später arbeitete sie als Journalistin in Berlin. Nun kehrt sie zurück auf den Hof ihrer Jugend, den ihr Bruder übernommen hat. Sie zeigt, wie das Weltgeschehen das Leben dort verändert – und wie groß die Kluft zwischen Stadt und Land inzwischen ist. 58 Punkte

2 (-) Corine Pelluchon: Wovon wir leben


A. d. Franz. v. Heinz Jatho unter Mitarbeit v. Sophie Dahmen; wbg Academic; 416 S., 50,– €

Corine Pelluchon: Wovon wir leben. Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt; wbg Academic; 416 S., 50,- €
Corine Pelluchon: Wovon wir leben. Eine Philosophie der Ernährung und der Umwelt
Quelle: wbg Academic

"Was ändert sich in Ethik und Politik, wenn wir in unserem Denken vom Körper statt vom Geist ausgehen?", fragt die Philosophin Corine Pelluchon. Der Körper braucht Nahrung, er friert, er will berührt, will geliebt werden. Pelluchons Materialismus soll den Blick erweitern – hin zu einer Existenzialphilosophie, die auch Tierwohl und Umweltschutz mitdenkt. 51 Punkte

3 (-) Tobias Roth: Welt der Renaissance


Galiani; 640 S., 89,– €

Tobias Roth: Welt der Renaissance, Galiani; 640 S., 89,-€
Tobias Roth: Welt der Renaissance
Quelle: Galiani

Mehrere Jahre saß der Lyriker Tobias Roth an seinem Sammelband über die italienische Renaissance. Er hat 350 zeitgenössische Texte zusammengetragen, übersetzt und eingeordnet. Noch nie gab es einen so vollständigen Überblick über die Geburtsstunde des modernen Europas. Darunter manche Kuriosität – wie die "Geschlechtsteilforschung" des Dichters Antonio Vignali. 44 Punkte

4 (-) Christoph Möllers: Freiheitsgrade


Suhrkamp; 343 S., 18,– €

Christoph Möllers: Freiheitsgrade: Elemente einer liberalen politischen Mechanik, edition suhrkamp; 343 S., 18,-€
Christoph Möllers: Freiheitsgrade: Elemente einer liberalen politischen Mechanik
Quelle: edition suhrkamp

Wie erklärt man heute Liberalismus? Der Rechtsphilosoph Christoph Möllers wählt eine Analogie aus der Mechanik: die Freiheitsgrade. Je mehr es von ihnen gibt, desto größer ist das Bewegungsspektrum eines Körpers. Nicht um das Verhältnis von Individuum und Gesellschaft geht es Möllers – sondern um die Ergebnisoffenheit politischer Prozesse. 36 Punkte

5 (2) Omri Boehm: Israel – eine Utopie


A. d. Engl. v. Michael Adrian; Propyläen; 256 S., 20,– €

Omri Boehm: Israel – eine Utopie
Omri Boehm: Israel – eine Utopie
Quelle: Propyläen

"Lasst das Licht der öffentlichen Debatte dazu beitragen, ein rationales Urteil über den jüdischen Staat zu fällen", sagt der Philosoph Omri Boehm. Und er unterscheidet: Das israelische Volk habe ein Recht auf Selbstbestimmung, aber keines auf eine Souveränität, die Minderheiten oder andere Völker unterdrücke. Boehm benennt Demokratiedefizite, ohne Polemik. 31 Punkte

5 (-) Johny Pitts: Afropäisch


A. d. Engl. v. Helmut Dierlamm; Suhrkamp; 461 S., 26,– €

Johny Pitts: Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa, Suhrkamp; 461 S., 26,-€
Johny Pitts: Afropäisch. Eine Reise durch das schwarze Europa
Quelle: Suhrkamp

Er reise im Namen derer, die nicht reisen konnten oder wollten, sagt Johny Pitts, britischer Radiomoderator und Sohn eines Afroamerikaners. In Paris, Berlin, Amsterdam, Brüssel sucht Pitts seine eigene Identität im postkolonialen Europa. Eine Frage treibt ihn dabei besonders um: Wie lässt sich eine solche Identität definieren, ohne Klischees zu reproduzieren? 31 Punkte

7 (1) Hedwig Richter: Demokratie


Eine deutsche Affäre; C. H. Beck; 400 S., 26,95 €

Hedwig Richter: Demokratie. Eine deutsche Affäre. C.H. Beck, 400 S., 26,95 Euro
Hedwig Richter: Demokratie. Eine deutsche Affäre
Quelle: C.H. Beck

Viele warnen heute vor dem Untergang der Demokratie. Aber ist es wirklich so ernst? Die Historikerin Hedwig Richter reist in die Vergangenheit und erzählt die Geschichte der deutschen Demokratie als eine Chronologie von Fehlern, Zufällen, Lernprozessen, in deren Zentrum der Zivilisationsbruch des Holocausts steht. Ein Buch, das trotz allem Hoffnung weckt. 26 Punkte

8 (-) Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen


Matthes & Seitz; 278 S., 25,– €

Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen, Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung, Matthes&Seitz; 278 S., 25,-€
Heike Behrend: Menschwerdung eines Affen, Eine Autobiografie der ethnografischen Forschung
Quelle: Matthes&Seitz

Affe, Närrin, Clown, böser Geist, Hexe, Spionin, Kannibale. Die Namen, die die Ethnologin Heike Behrend in Afrika bekommen hat, sind wenig schmeichelhaft. Jetzt betreibt Behrend in ihrer Autobiografie Feldforschung an sich selbst: Was lernen wir über uns, wenn die Konfrontation mit dem Fremden unser eigenes koloniales Selbstverständnis erschüttert? 25 Punkte

8 (-) Eva von Redecker: Revolution für das Leben


Philosophie der neuen Protestformen; S. Fischer; 320 S., 23,– €

Eva von Redecker: Revolution für das Leben: Philosophie der neuen Protestformen, S. Fischer; 320 S., 23,-€
Eva von Redecker: Revolution für das Leben: Philosophie der neuen Protestformen
Quelle: S. Fischer

Aus Sicht der Philosophin Eva von Redecker verbindet die großen Protestbewegungen der Gegenwart allesamt das Ziel, Leben zu retten – gegen einen angeblich lebensfeindlichen Kapitalismus. Rassismus, Klimakatastrophe oder Geschlechterungleichheit ließen sich auf die alte Eigentumsfrage herunterbrechen. Von Redecker hofft darum auf eine Revolution. 25 Punkte

10 (-) Benjamin Moser: Sontag


Die Biografie; a. d. Engl. v. Hainer Kober; Penguin; 928 S., 40,– €

Benjamin Moser: Sontag: Die Biografie, penguin Verlag, 928 S., 40,-€
Benjamin Moser: Sontag: Die Biografie
Quelle: penguin Verlag

Auf rund 900 Seiten hat der US-amerikanische Schriftsteller Benjamin Moser wohl alles zusammengetragen, was es über die New Yorker Intellektuelle Susan Sontag an Material gibt. Dafür gewann er dieses Jahr den Pulitzerpreis. Dabei ist Moser in der Bewertung der 2004 verstorbenen Ikone alles andere als zimperlich. 24 Punkte

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