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Politbarometer - Mehrheit einverstanden mit Corona-Regeln

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Die verlängerten und weiter verschärften Corona-Regelungen werden von einer Mehrheit unterstützt. Das zeigt das aktuelle ZDF-Politbarometer.

57 Prozent der Befragten im ZDF-Politbarometer halten zusätzliche Reisebeschränkungen für sinnvoll, um Corona weiter einzudämmen. Auch die Zustimmung für verschärfte Maßnahmen ist groß.

Beitragslänge:
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Auch Ende Januar gibt es nur ein Thema auf der Agenda: "Corona". Die Pandemie halten 84 Prozent der Befragten für das wichtigste politische Problem in Deutschland. Praktisch unverändert seit Dezember sehen jetzt 61 Prozent ihre Gesundheit durch das Coronavirus gefährdet, 37 Prozent meinen das nicht (Rest zu 100 Prozent hier und im Folgenden jeweils "weiß nicht").

Akzeptanz der geltenden Corona-Maßnahmen

Ein Mann sitzt mit FFP2-Maske in der U-Bahn am 20.01.2021 in Berlin
Die verlängerten und weiter verschärften Corona-Regelungen werden von einer Mehrheit unterstützt.
Quelle: dpa

Auch die bis Mitte Februar verlängerten und weiter verschärften Corona-Regelungen werden von einer Mehrheit von 56 Prozent (plus fünf im Vergleich zu Mitte Januar) als gerade richtig angesehen, 28 Prozent (unverändert) plädieren für eine weitere Verschärfung und nur 14 Prozent (minus vier) halten sie für übertrieben. Die Anhänger der AfD sehen das als einzige Partei-Anhängergruppe ganz anders: Von ihnen halten 62 Prozent die aktuellen Maßnahmen für übertrieben.

Politisch umstritten ist dabei, dass – mit wenigen Ausnahmen – auch die Schulen geschlossen sind. 59 Prozent finden die Schulschließungen richtig, 35 Prozent falsch. Auch hier sind die AfD-Anhänger die einzigen, die diese Maßnahme mehrheitlich ablehnen.

Dass es sehr häufig oder häufig zu Verstößen gegen die geltenden Corona-Regeln kommt, meinen 78 Prozent aller Befragten, 18 Prozent sagen nicht so häufig und zwei Prozent so gut wie nie.

Grenzschließungen innerhalb der EU

Die Forderung, zur Eindämmung der Corona-Infektionen jetzt auch wieder die Grenzen zwischen EU-Ländern für den Reiseverkehr zu schließen, finden 57 Prozent richtig, 40 Prozent finden das falsch.

Kontaktbeschränkungen belasten am meisten

Archiv: Studenten mit Laptops und Büchern auf einer Wiese in Freiburg im Breisgau, aufgenommen am 19.10.2012
Das Treffen mit anderen fehlt der Mehrheit am meisten.
Quelle: imago stock&people

Die aktuelle Situation rund um die Corona-Krise empfinden 14 Prozent als persönlich sehr stark belastend und 36 Prozent als stark belastend. 42 Prozent sagen "nicht so stark" und acht Prozent fühlen sich davon überhaupt nicht beeinträchtigt. Am häufigsten (63 Prozent) werden dabei die Einschränkungen beim Treffen mit anderen als störend genannt, mit großem Abstand danach die Einschränkungen bei Kultur und Sport (14 Prozent), Reisen (neun Prozent), bei Restaurants (acht Prozent) und beim Einkaufen (drei Prozent).

Von einer durch Corona sehr stark oder stark verschlechterten finanziellen Lage berichten ähnlich wie in den Vormonaten lediglich elf Prozent. 19 Prozent sagen, ihre Situation habe sich deshalb nicht so stark verschlechtert und 68 Prozent sehen für sich überhaupt keine negativen finanziellen Folgen.

Projektion Bundestagswahl

Wenn am nächsten Sonntag wirklich Bundestagswahl wäre, ergäben sich im Vergleich zum Dezember geringfügige Veränderungen: Die Union käme auf 37 Prozent (unverändert), die SPD auf 15 Prozent (unverändert), die AfD auf neun Prozent (minus eins), die FDP auf sechs Prozent (plus eins), die Linke auf sieben Prozent (minus eins) und die Grünen auf 20 Prozent (unverändert). Die anderen Parteien zusammen lägen bei sechs Prozent (plus eins). Damit hätte eine Koalition aus CDU/CSU und Grünen ebenso eine Mehrheit wie eine aus CDU/CSU und SPD. Nicht reichen würde es für Grün-Rot-Rot.

Top Ten

Bei der Beurteilung nach Sympathie und Leistung ("Was halten Sie von?") liegt Angela Merkel weiter klar auf Platz eins. Auf der Skala von +5 bis -5 erhält sie einen Durchschnittswert von 2,6 (Jan. I: 2,7). Es folgen mit deutlichem Abstand Markus Söder mit 1,6 (Jan. I: 1,5), Olaf Scholz mit 1,5 (Jan. I: 1,4), Jens Spahn mit nur noch 1,3 (Jan. I: 1,6), Heiko Maas mit 1,1 (Jan. I: 1,1), Robert Habeck mit 1,1 (Jan. I: 1,0), Armin Laschet mit verbesserten 1,0 (Jan. I: 0,7), Peter Altmaier mit 1,0 (Jan. I: 0,9) und Annalena Baerbock mit 0,9. Schlusslicht bleibt Friedrich Merz mit minus 0,1 (Jan. I: 0,1).

Neuer CDU-Vorsitzender und die K-Frage

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Eine Mehrheit traut ihm die Kanzlerschaft zu: Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU).
Quelle: Peter Kneffel/dpa

Nach der Wahl von Armin Laschet zum neuen CDU-Vorsitzenden hat sich am Urteil der Befragten im Hinblick auf die Kanzlerfähigkeit der Unions-Spitzenpolitiker nicht viel geändert. Während 55 Prozent aller Befragten dieses Amt Markus Söder zutrauen (nicht zutrauen: 37 Prozent), glauben das nur 31 Prozent von Armin Laschet (nicht zutrauen: 56 Prozent). Dass Söder Kanzlerkandidat der CDU/CSU wird, meinen 38 Prozent, 32 Prozent erwarten, dass es Laschet wird und 20 Prozent glauben, das wird jemand anderes.

Wirtschaftssanktionen gegen Russland

Wegen der Unterdrückung der Opposition in Russland befürworten 46 Prozent eine Verschärfung der Wirtschaftssanktionen der EU gegen Russland, 42 Prozent sind dagegen. Dabei gibt es große Unterschiede zwischen West und Ost: So sprechen sich 51 Prozent der Westdeutschen für eine Verschärfung aus (dagegen: 37 Prozent) aber nur 24 Prozent der Ostdeutschen (dagegen: 64 Prozent)

Die Umfrage zum Politbarometer ...

... wurde wie immer von der Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen durchgeführt. Die Interviews wurden in der Zeit vom 25. bis 27. Januar 2021 bei 1.371 zufällig ausgewählten Wahlberechtigten telefonisch erhoben. Dabei werden sowohl Festnetz- als auch Mobilfunknummern berücksichtigt. Die Befragung ist repräsentativ für die wahlberechtigte Bevölkerung in Deutschland. Der Fehlerbereich beträgt bei einem Anteilswert von 40 Prozent rund +/- drei Prozentpunkte und bei einem Anteilswert von 10 Prozent rund +/-zwei Prozentpunkte. Daten zur politischen Stimmung: CDU/CSU: 40 Prozent, SPD: 15 Prozent, AfD: 4 Prozent, FDP: 7 Prozent, Linke: 7 Prozent, Grüne: 24 Prozent. Das nächste bundesweite Politbarometer sendet das ZDF am Freitag, den 26. Februar 2021, am 5. Februar 2021 gibt es ein Politbarometer Extra zu Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Weitere Informationen zur Methodik der Umfrage und zu den genauen Frageformulierungen finden Sie auch auf www.forschungsgruppe.de.

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