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Optionsmodell in Hessen - Großteil der Läden will auf 2G verzichten

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In Hessen hat auch der Handel seit Dienstag die Wahl: Dürfen nur Geimpfte und Genesene in die Läden - oder auch Getestete? Laut Verband ist die Resonanz für die 2G-Option gering.

Eine Frau trägt bei ihrem Einkauf in einem Supermarkt eine FFP2-Schutzmaske.
Seit dieser Woche dürfen in Hessen auch Supermärkte zwischen 2G und 3G entscheiden.
Quelle: dpa

Für vier von fünf Handelsbetrieben in Hessen ist das sogenannte 2G-Modell einer Umfrage zufolge keine Option. Lediglich Unternehmen mit beratungsintensiven Sortimenten - wie Brautmoden- und Fotofachgeschäfte oder Optiker - können sich mehrheitlich vorstellen, nur noch Corona-Geimpfte und Genesene in ihren Läden zu empfangen.

Das geht aus einer am Freitag abgeschlossenen Blitz-Umfrage des Handelsverbands Hessen hervor. Dieser hatte nach der Stimmung unter seinen Mitgliedern gefragt, nachdem Hessen das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet hat.

Bouffier: Rechnen mit wenig 2G im Einzelhandel

Bis dahin war das 2G-Zugangsmodell im Handel ausschließlich bei Veranstaltungen erlaubt. Wie viele Händler an der Stichprobe teilnahmen, war zunächst nicht bekannt.

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Streit in Hessen - 2G-Regel: "Grundsatzdebatte an Restauranttür" 

Hessen plant die 2G-Regel. Dagegen regt sich Widerstand von Gastronomen, Friseuren und dem Handel: Hier werde "eine Grundsatzdebatte an die Schwelle der Restauranttür getragen".

Die Umfrage des Handelsverbands deckt sich weitgehend mit der Einschätzung der Landesregierung von Dienstag. Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) hatte gesagt, er gehe davon aus, dass Geschäfte des alltäglichen Bedarfs eher keinen Gebrauch von dem Optionsmodell machen.

Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden.
Volker Bouffier, Ministerpräsident Hessens

Am Dienstag hatte das Land Hessen erklärt, dass das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet werde, also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. Betreiber im Kultur-, Gastronomie- und Veranstaltungsbereich konnten bereits vorher die 2G-Regel anwenden.

Land reagiert auf Anordnung des Verwaltungsgerichts

Das Land Hessen reagiert damit auf eine einstweilige Anordnung des Frankfurter Verwaltungsgerichts. Das hatte Ende September "rechtliche Bedenken" gegen den "Ausschluss von Verkaufsstätten und ähnlichen Einrichtungen von der sogenannten 2G-Regelung" geäußert, wie sie das Land in der Corona-Schutzverordnung von Mitte September geregelt hatte.

Julius Horn hat sich für die 2G-Regel als Einlasskriterium in seiner Hamburger Bar entschieden, weil sein Betrieb sonst nicht überleben würde. Sein Mitarbeiter Max Leubin wünscht sich, dass niemand aus der Bar ausgeschlossen wird.

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3 min
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Die Verordnung sah die Möglichkeit für 2G unter anderem für Kinos, Theater, Clubs, Diskotheken, Gaststätten, Hotels, Massagebetriebe und Bordelle vor. Der Einzelhandel war davon explizit ausgenommen.

Gericht: Verordnung verstößt gegen Gleichheitsgrundsatz

Diese Ungleichbehandlung des Einzelhandels sei aber nicht hinreichend begründet, erläuterte das Verwaltungsgericht. Es bestehe der Verdacht, dass die Verordnung an diesem Punkt gegen den Gleichheitsgrundsatz verstoße, wesegen das Land Hessen reagierte und das 2G-Optionsmodell ausweitete.

Wer in Hessen das 2G-Modell anwendet und nur Geimpfte und Genesene in seine Räume oder Läden lässt, darf auf die Abstands- und Maskenpflicht verzichten.

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