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30 Jahre Deutsche Einheit - Die Unvollendete

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30 Jahre Deutsche Einheit: Kein Grund zur Freude? Doch, sagen die Bundestagsabgeordneten unisono, aber…

ZDF-Korrespondentin Heike Slansky
30 Jahre Deutsche Einheit - ein Kommentar von ZDF-Hauptstadt-Korrespondentin Heike Slansky
Quelle: ZDF/imago

Das Geschenk der Einheit. Dieser bedeutsame Jahrestag fällt mitten in die Pandemie - die Feierlichkeiten wurden deshalb heruntergefahren. Überhaupt scheint es, als wären das die vordringlichsten Probleme der Deutschen, die Einschränkungen beim Feiern und beim Reisen.

Immerhin: Das wird niemand leugnen. Die vor 30 Jahren gewonnene Reisefreiheit der ehemaligen DDR-Bürger, die will keiner mehr missen. Wohlgemerkt, ein Privileg für diejenigen, die es sich leisten können. Da wären wir auch schon beim Problem.

Ein Riss durch Deutschland

Drei Jahrzehnte nach der Wiedervereinigung gibt es immer noch eine Lohn- und Rentenschere. Im Osten wird für die gleiche Tätigkeit weniger bezahlt als im Westen. Schlimmer noch. Viele müssen mehr Stunden arbeiten als ihre vergleichbaren Westkollegen. Das Durchschnittseinkommen: etwa 20 Prozent niedriger. Das wirkt sich später im betagten Alter auf das Rentenniveau aus. Wieder ein Nachteil. Eine zum Himmel schreiende Ungerechtigkeit, die einen nach 30 Jahren nicht nur erstaunt, sondern empört.

30 Jahre Deutsche Einheit - Scholz: "Wir sind ein Land, das ist geglückt" 

Zum 30. Jahrestag der Wiedervereinigung haben Abgeordnete im Bundestag die Leistungen der Ostdeutschen gewürdigt. Minister Scholz nannte die Einheit eine "Erfolgsgeschichte".

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2 min

Kein Wunder, dass sich viele als Bürger zweiter Klasse empfinden. Dass die mangelnde Wertschätzung von Arbeitsleistung und Biographie einen Riss durch Deutschland zieht. Bei allem Erreichten bleibt das ein dunkler Fleck. Deshalb überrascht es auch nicht, dass laut Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov knapp zwei Drittel der Deutschen das Zusammenwachsen von Ost und West noch nicht für abgeschlossen halten. Fragt man nur im Osten, steigt die Zahl auf 83 Prozent: Die Wiedervereinigung sei unvollendet.

Ein historisches Glück - nicht selbstverständlich

Und trotzdem: Die friedliche Revolution, der Mut von damals, der Wunsch nach Freiheit und Wohlstand. Menschen, die alles riskiert haben. Eine Erfolgsgeschichte. Ein historisches Glück. Nicht selbstverständlich. Koreaner können davon nur träumen. Doch in Deutschland wächst Kritik und Unzufriedenheit.

Dabei gibt es sie, die blühenden Landschaften, die vom damaligen Bundeskanzler Helmut Kohl prophezeit wurden. Und trotzdem: Es bleibt viel zu tun. Im ganzen Land. Soziale und regionale Unterschiede spalten das Land. Nicht mehr nur Ost und West.

Deshalb: Einen Moment mal innehalten. Stolz sein. Durchatmen. Gemeinsam selbstbewusst nach vorne schauen. Miteinander, ohne Vorurteile, ohne Scheuklappen, mit Respekt. Denn: Ja, es gibt noch viel zu tun, auch wenn schon ganz viel erreicht wurde.

Silouette Deutschlands mit Flagge von BRD und DDR.

Nachrichten | Politik - Die große Ost-Bilanz 

Wer sind die Gewinner und Verlierer der Einheit? Das zeigt eine exklusive ZDFzeit-Studie.

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