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Empörung über Holocaust-Äußerung : Israel nennt Abbas-Aussage moralische Schande

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Israelische Politiker nahezu aller Parteien reagieren mit Empörung auf den Holocaust-Vergleich von Palästinenserpräsident Abbas. Kanzler Scholz hingegen kommt bislang gut weg.

Mahmoud Abbas und Olaf Scholz am 16.08.2022 in Berlin
Abbas hatte Israel am Dienstag vielfachen "Holocaust" an den Palästinensern vorgeworfen.
Quelle: epa

Die Reaktionen waren schnell und scharf. Mahmud Abbas' Anschuldigung, Israel beginge seit Jahrzehnten "50 Holocausts" an der palästinensischen Bevölkerung, nannte Regierungschef Jair Lapid auf Twitter "nicht nur eine moralische Schande, sondern auch eine monströse Lüge".

"Die Geschichte wird ihm das nie verzeihen", legte der Ministerpräsident nach, der noch in diesem November bei den fünften Wahlen in vier Jahren wiedergewählt werden will.

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Echo des Entsetzens in Israel wegen Abbas' Äußerungen

Auch Verteidigungsminister Benny Gantz, der den Palästinenserchef zuletzt mehrfach traf und ihn sogar im Dezember 2021 in sein Privathaus eingeladen hatte, beschuldigte ihn heute gar der Holocaustleugnung. Und mahnte: "Wer den Frieden sucht, muss die Vergangenheit anerkennen."

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Von praktisch allen Onlineseiten prangten heute die Worte Abbas' in Israel und sie lösten ein Echo des Entsetzens aus. Natürlich trifft eine derartige Aussage hierzulande Menschen, Medien und Politik ins Mark.

Israel reagiert empört auf den Holocaust-Vergleich von Palästinenserchef Abbas. Dass diese Worte zunächst unwidersprochen blieben, bringt auch Bundeskanzler Scholz in die Kritik.

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7 min
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Wahlkampftöne zwischen der Empörung

Doch schnell mischten sich in die unmittelbare Empörung Wahlkampftöne. So wurde Verteidigungsminister Gantz von der rechten Seite scharf dafür angegriffen, nach zehn Jahren der Funkstille im vergangenen Jahr auf den Palästinenserpräsidenten zugegangen zu sein.

Doch noch ein Aspekt an der verheerenden Aussage weckt in Israel Emotionen: Die Frage des Journalisten in Berlin, die das Ganze ausgelöst hatte. Die galt dem anstehenden Jahrestag des Olympia-Attentats von München, bei dem zwölf israelische Sportler im Nachkriegsdeutschland zu Terroropfern der Palästinenser wurden. Ob Abbas sich dafür nicht entschuldigen wolle, war die Frage. Die der Gefragte mit der bekannten Holocaust-Relativierung beantwortete.

Am 5. September jährt sich dieses Attentat zum 50. Mal. Zur Gedenkfeier in München haben sowohl Israels Präsident Jitzchak Herzog als auch die Familien der Hinterbliebenen ihre Teilnahme abgesagt, weil sie mit dem deutschen Staat, der ihre Sportler damals nicht geschützt hat, noch immer um Akteneinsicht und Entschädigung ringen.

Vor beinahe 50 Jahren starben israelische Sportler während der Olympischen Spiele in München. Hinterbliebene fühlen sich nicht entschädigt und rufen zum Boykott der Gedenkfeier auf.

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Israelische Medien: Mit Merkel wäre das nicht passiert

Dass ausgerechnet in dem Kontext jetzt im Bundeskanzleramt der Palästinenserpräsident den Holocaust relativiert, das wird als unerträglich empfunden. Dass Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) dazu zunächst schwieg, fand hierzulande noch kaum Erwähnung. Lob erntete der Kanzler sogar für seine Distanzierung vom Begriff der "Apartheid", den Abbas auch für Israel im Gepäck hatte.

Lediglich erste Stimmen in israelischen Medien merken an: Mit Angela Merkel wäre das nicht passiert. Doch für Entwarnung ist es noch zu früh: Das Scholz'sche Schweigen könnte noch ziemlich übel aufstoßen im Land der Opfer des von Deutschen verübten Holocaust.

Armin Coerper berichtet derzeit aus dem ZDF-Studio in Tel Aviv.

Holocaust-Aussage - Eklat bei Abbas-Besuch: Kritik an Scholz 

Ein Holocaust-Vergleich von Abbas sorgt für Empörung - nun wird Kritik an der späten Reaktion von Kanzler Scholz laut. Dessen Schweigen sei "unverzeihlich", hieß es aus der CDU.

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