ZDFheute

Palästinenser beenden Abkommen mit Israel

Sie sind hier:

Nahost - Palästinenser beenden Abkommen mit Israel

Datum:

Palästinenserpräsident Abbas erklärt das Ende aller Vereinbarungen mit Israel und den USA - als Reaktion auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland.

Palästinenserpräsident Abbas hat auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland reagiert. Er hat alle Abkommen mit Israel und den USA für nichtig erklärt.

Beitragslänge:
1 min
Datum:

Angedroht hatte es Palästinenserpräsident Mahmud Abbas schon mehrfach - nun lässt er seinen Worten Taten folgen und beendet offiziell alle Abkommen mit Israel und den USA. Inklusive aller Sicherheitsvereinbarungen. Dies erklärte Abbas bei einem Treffen der Palästinenserführung in Ramallah der Nachrichtenagentur Wafa.

Abbas reagierte damit auf Annexionspläne Israels im besetzten Westjordanland. Der Palästinenserpräsident sagte den Angaben zufolge, Israel müsse nun die Verantwortung für die besetzten Gebiete übernehmen. Man mache die USA dabei als Partner einer Besatzungsmacht "voll verantwortlich für die Unterdrückung des palästinensischen Volkes".

Keine Aufregung bei Israelis und Palästinensern

"Diese Art der Rede hat Abbas schon gefühlt unzählige Male gehalten", erklärt ZDF-Korrespondentin Nicola Albrecht. Die Drohung oder Ankündigung sei aber nie umgesetzt worden und so werde es auch dieses Mal sein. "Insofern ist hier auch keiner aufgeregt."

"Wenn Abbas den palästinensischen Sicherheitskräften anordnen würde, ihre gemeinsame Arbeit mit den Israelis niederzulegen, wäre das tatsächlich ein aus israelischer Sicht gefährlicher Schritt", so Albrecht. "Aber da Abbas diesen Schritt nie vollzogen hat, lächeln hier nur alle müde - Israelis wie Palästinenser."

Israel will Teile des Westjordanlandes annektieren

Israels neue Regierung will in Übereinstimmung mit dem Nahost-Plan von US-Präsident Donald Trump die Siedlungen und das Jordantal im Westjordanland annektieren.

Die Pläne sind international höchst umstritten. Trump hatte den Plan im Januar in Washington in Netanjahus Beisein vorgestellt. Die wichtigsten Punkte des Plans: Den Palästinensern wird ein eigener Staat in Aussicht gestellt, allerdings unter harten Auflagen.

Abbas lehnt Trumps Friedensplan ab

Jerusalem soll demnach die ungeteilte Hauptstadt Israels bleiben. Abbas wies den Plan umgehend zurück. Die Palästinenser boykottieren die US-Regierung bereits, seit Trump Ende 2017 Jerusalem einseitig als Israels Hauptstadt anerkannt hat.

Trumps Plan sieht rund 70 Prozent der Fläche des Westjordanlandes für die Palästinenser vor. Die israelischen Siedlungen mit Hunderttausenden Israelis sollen aber bleiben. Außerdem würden die Palästinenser zumindest zunächst keine Sicherheitskontrolle über ihre eigenen Grenzen erhalten.

Palästinenser wollen einen eigenen Staat

Israel hat während des Sechstagekrieges 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Die Palästinenser fordern die Gebiete für einen eigenen Staat - mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

Archiv: Kinder und Erwachsene - im Hintergrund der Tempelberg in Jerusalem am 04.10.2014

Nachrichten -
Jerusalem und der Nahost-Konflikt
 

Alles zu Jerusalem und dem Nahost-Konflikt

Gemerkt auf Mein ZDF! Merken beendet Bewertet! Bewertung entfernt Zur Merkliste hinzugefügt! Merken beendet Embed-Code kopieren HTML-Code zum Einbetten des Videos in der Zwischenablage gespeichert.
Bitte beachten Sie die Nutzungsbedingungen des ZDF.

Um zu verstehen, wie unsere Webseite genutzt wird und um dir ein interessenbezogenes Angebot präsentieren zu können, nutzen wir Cookies und andere Techniken. Hier kannst du mehr erfahren und hier widersprechen.

Um Sendungen mit einer Altersbeschränkung zu jeder Tageszeit anzuschauen, kannst du jetzt eine Altersprüfung durchführen. Dafür benötigst du dein Ausweisdokument.

Du wechselst in den Kinderbereich und bewegst dich mit deinem Kinderprofil weiter.