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Amnesty International - Mehr als 100 Tote bei Massaker in Äthiopien

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Im Westen von Äthiopien ist es laut Menschenrechtsorganisation Amnesty International zu einem Massaker mit Hunderten Toten gekommen. Auch Häuser seien in Brand gesteckt worden.

Zurückgelassene Schuhe von Flüchtlingen, die vor dem Konflikt in der Region Tigray in Äthiopien geflohen sind, liegen am Ufer des Flusses Tekeze-Setit  in Sudan (Äthiopien), aufgenommen am 15.12.2020
Wegen des Konflikts in Äthiopien sind viele Menschen auf der Flucht in den Sudan.
Quelle: dpa

Laut Amnesty International sind im Westen von Äthiopien mehr als 100 Menschen bei einem Massaker umgebracht worden. Am Mittwochmorgen hätten bewaffnete Menschen etliche Angehörige der Bevölkerungsgruppen der Amhara, Oromo und Shinasha in Dörfern in der Region Benishangul-Gumuz angegriffen, teilte die Menschenrechtsorganisation mit. Es seien Menschen erstochen und erschossen sowie Häuser in Brand gesteckt worden.

Augenzeugen berichten von mehreren Dutzend Toten

Amnesty sprach eigenen Angaben zufolge mit fünf Überlebenden des Angriffs per Telefon. Es gebe bislang Berichte über mindestens 100 Tote, die Zahl werde aber wahrscheinlich steigen. Die regionale Nachrichtenagentur der Amhara Region, die Amhara Mass Media Agency, berichtete, Augenzeugen hätten von mehreren Dutzenden Toten und abgebrannten Häusern erzählt.

Dieser brutale Angriff unterstreiche die "dringende Notwendigkeit, dass Äthiopiens Regierung handeln muss, um die Gewalt gegen ethnische Minderheiten zu stoppen", sagte Netsanet Belay von Amnesty International.

Der seit vier Wochen herrschende bewaffnete Konflikt zwischen der äthiopischen Regierung und der Regionalregierung der Provinz Tigray trifft die Menschen in Tigray schwer: Die Nahrung ist knapp, Krankenhäuser überlastet und Zehntausende flüchten.

Beitragslänge:
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Konflikt in der nördlichen Region Tigray

Seit September hat es demnach mehrere Wellen der Gewalt gegen Mitglieder der Amhara, Shinasha, Oromo und Agew in dieser Region gegeben. Im Vielvölkerstaat Äthiopien mit seinen rund 112 Millionen Einwohnern gibt es etliche Spannungen zwischen Bevölkerungsgruppen. Sie haben unter dem seit 2018 regierenden Ministerpräsident Abiy Ahmed zugenommen.

Derzeit herrscht in der nördlichen Region Tigray ein Konflikt zwischen der Volksbefreiungsfront von Tigray (TPLF), die dort an der Macht war, und der Zentralregierung in Addis Abeba.

Karte von Eritrea und Äthiopien
Quelle: ZDF
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