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Offensive gestartet - Äthiopiens Armee nimmt Tigrays Hauptstadt ein

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Anfang November war der Konflikt zwischen Äthiopiens Regierungschef Abiy und der aufständischen Region Tigray eskaliert. Nun folgte ein Angriff auf Tigrays Hauptstadt.

Das äthiopische Militär hat nach eigenen Angaben die abtrünnige Region Tigray erobert. Streitkräfte hatten zuvor eine Offensive auf die 500.000- Einwohner-Stadt Mekele gestartet. Internationale Appelle zum Dialog hatte Ministerpräsident Abiy abgelehnt.

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Das äthiopische Militär hat nach eigenen Angaben die Hauptstadt der abtrünnigen Region Tigray erobert. Äthiopische Truppen hätten die Kontrolle über Mekele, sagte Generalstabschef Birhanu Jula am Samstag im äthiopischen Fernsehen.

Wenige Stunden zuvor war die Offensive trotz aller internationaler Forderungen zur Deeskalation gestartet. Der Fernsehsender der Region berichtete, dass Mekele mit seinen rund 500.000 Einwohnern heftig bombardiert worden sei.

Abiy: Zivile Bevölkerung bei Offensive schützen

Äthiopiens Regierungschef Abiy Ahmed will die in Tigray regierende Volksbefreiungsfront TPLF entmachten und deren Anführer verhaften lassen. Er hatte die Offensive am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter angekündigt. Bei dem Angriff werde "alles getan", um die Zivilbevölkerung zu schützen und Mekele vor "größerem Schaden" zu bewahren.

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Bombardierung könnte Kriegsverbrechen sein

Menschenrechtsorganisationen hatten im Vorfeld gewarnt, dass die Bombardierung von Mekele ein Kriegsverbrechen darstellen könnte. Die Organisation Human Rights Watch wies darauf hin, dass Warnungen des äthiopischen Militärs an die Zivilbevölkerung allein nicht ausreichen würden.

Dies treffe insbesondere dann zu, wenn Luftstreitkräfte und schwere Waffen in überfüllten städtischen Gebieten eingesetzt würden.

Mitglieder der Milizen der Region Amhara fahren mit ihrem Lastwagen auf dem Weg zur Volksbefreiungsfront Tigray (TPLF) in Sanja, Region Amhara, nahe der Grenze zu Tigray, Äthiopien, 9. November 2020

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von Timm Kröger

Spannung mit TPLF in Tigray

In Tigray gibt es bereits seit Monaten Spannungen. Die dort regierende TPLF dominierte drei Jahrzehnte lang die äthiopische Politik, bevor der aktuelle äthiopische Regierungschef und Friedensnobelpreisträger Abiy 2018 an die Macht kam. Die TPLF erkennt Abiy nicht an.

Anfang des Monats sandte Abiy Streitkräfte nach Tigray, wodurch der Konflikt mit der TPLF vollends entbrannte. Abiy hat die Appelle internationaler Politiker, die Kämpfe einzustellen und einen Vermittler in dem Konflikt zuzulassen, zurückgewiesen.

Tausende Menschen fliehen in den Sudan

Die Lage in der Region mit ihren sechs Millionen Einwohnern ist von außen schwer zu bewerten, weil auch Internet- und Telefonverbindungen weitgehend gekappt sind. Hunderte Menschen sind Berichten zufolge bei den Kämpfen in Äthiopien bisher getötet worden, mehr als 40.000 flohen aus dem Konfliktgebiet, meist in den Sudan.

Beobachter befürchten, dass sich die Gefechte ausweiten und die ganze Region destabilisieren könnten.

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