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Schlechtes Wahlergebnis in NRW : AfD streitet nach NRW-Schlappe um Vorsitz

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Zwei schlechte Wahlergebnisse innerhalb rund einer Woche setzen AfD-Chef Tino Chrupalla unter Druck. Seine Gegner meutern nun ganz offen gegen ihn.

Die AfD ist mit dem Wahlergebnis nicht zufrieden. Die Partei hätte sich ein zweistelliges Ergebnis gewünscht, so Tino Chrupalla, Parteivorsitzender der AfD.

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Nach der Wahlschlappe für die AfD in Nordrhein-Westfalen ist in der Partei ein offener Streit um die politische Zukunft von Parteichef Tino Chrupalla ausgebrochen. Zwei schlechte Wahlergebnisse binnen acht Tagen setzen den Handwerksmeister aus Sachsen weiter unter Druck.

In Schleswig-Holstein flog die AfD ganz aus dem Landtag, in Nordrhein-Westfalen schaffte sie am Sonntag nur knapp den Wiedereinzug.

Joana Cotar, die im Bundesvorstand der AfD sitzt, fordert nun "unverbrauchte Köpfe an der Spitze der Partei". Gegenüber ZDFheute geht sie ihren Parteichef frontal an:

Mit Tino Chrupalla endet die Erfolgsgeschichte der AfD. Er bildet weder die gesamte Partei ab, noch überzeugt er bei den Wählern. Darum darf er als Bundessprecher nicht noch einmal antreten.
Joana Cotar, AfD-Bundesvorstandsmitglied

Chrupalla über "Zelt-Pinkler"

Alexander Wolf, ebenfalls im Bundesvorstand, kritisiert Chrupallas "allzu großes Verständnis für die russische Position im Ukraine-Krieg". Gegenüber ZDFheute schreibt Wolf:

'Frieden schaffen ohne Waffen' ist eine Kirchentagsparole, nicht die Position der AfD. Dieser Kurs von Tino Chrupalla ist ein Irrweg, der die AfD fast eine weitere Landtagsfraktion gekostet hätte.
Alexander Wolf, AfD-Vorstandsmitglied

Chrupalla wiederum griff auf einer Pressekonferenz am Montag zu einer interessanten Analogie, er sagte: "Das ist wie früher beim Camping. Da haben sich immer diejenigen beschwert, dass es nass im Zelt ist, und das waren diejenigen, die auch ins Zelt hinein gepinkelt haben."

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Im Juni schon soll auf einem Bundesparteitag eine neue Parteispitze gewählt werden. Es dürfte eine erneute Zerreißprobe mit Richtungskämpfen werden. Kräfte um den thüringischen AfD-Politiker Björn Höcke wollen die Partei auf einen noch radikaleren Kurs führen.

Weniger Protestwähler begeistern sich für AfD

AfD-Chef Chrupalla ist nach einer Reihe von Wahlschlappen in der Defensive. Die Partei brauche "eine große Initiative nach dem Parteitag", sagte er am NRW-Wahlabend. Ob die Partei ihm das noch zutraut, wird die Delegiertenversammlung zeigen.

Ein Blick auf die Zahlen aus Nordrhein-Westfalen gibt genaueren Aufschluss über die Schwierigkeiten der AfD. Die Partei hat klar ein Frauenproblem: Unter Männern erzielte sie laut Infratest dimap in NRW sieben Prozent, bei Frauen nur vier Prozent.

Weitere wichtige Erkenntnis: Die Attraktivität der AfD für Protestwähler nimmt ab. Bei der NRW-Wahl am Sonntag bezeichneten sich nur noch 48 Prozent der AfD-Wähler als Protestwähler - bei früheren Wahlen lag dieser Anteil deutlich höher.

Zu viel Nähe zum Kreml?

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AfD-Themen wie Migration spielen derzeit geringe Rolle

Das klassische AfD-Mobilisierungsthema, die Zuwanderung, spielt derzeit kaum eine Rolle. Zugkräftigen thematischen Ersatz hat die AfD nicht gefunden. In der Pandemie-Politik hat die Anbiederung an Corona-Leugner und Impfgegner einen Teil der Wählerschaft verschreckt.

Und in der Russland-Politik kann die AfD kein glaubwürdiges Angebot machen: Jahrelang hat sie sich vom Kreml hofieren lassen. In NRW sagten nur elf Prozent in der Infratest-Umfrage, sie fänden es gut, dass die AfD Verständnis auch für Russland zeige. 77 Prozent attestierten der AfD hingegen, sie grenze sich nicht klar genug gegen rechtsextreme Positionen ab.

Sieg vor Gericht - Verfassungsschutz darf AfD beobachten 

Der Verfassungsschutz darf die AfD als rechtsextremen Verdachtsfall einstufen. Damit kann die Partei als Ganzes beobachtet werden. Das könnte fatal für die AfD sein.

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von Julia Klaus und Samuel Kirsch, Köln

Im Osten stark, im Westen schwächer

Möglicherweise bewahrheitet sich auch die böse Prophezeiung, die der ehemalige AfD-Bundesvorsitzende Jörg Meuthen seiner Partei anlässlich seines Austritts mit auf den Weg gab: Die AfD habe allenfalls eine Zukunft als ostdeutsche Regionalpartei, sagte er.

In den Landtagen der fünf ostdeutschen Bundesländer ist die AfD durchweg zweitstärkste Partei mit zweistelligen Ergebnissen, in vielen westdeutschen Ländern bewegt sie sich mittlerweile um die Fünf-Prozent-Marke.

Der Parteitag wird zeigen, ob sich die AfD hin zu einer "Lega Ost" entwickelt.

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