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FAQ

Nach Evakuierung aus Kabul - Wie geht es mit den Afghanen hier weiter?

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Unter Hochdruck werden derzeit Afghanen über Usbekistan nach Frankfurt ausgeflogen. Wie geht es dann für sie weiter, welchen Status haben und wo kommen sie hin? Der Überblick.

Zwei Deutsche Soldaten stehen an der Laderampe eines Militärflugzeugs, auf dem Boden des Flugzeugs sitzen zahlreiche Menschend, die Evakuiert wurden.
Die Evakuierungsflüge der Bundeswehr gehen weiter und bringen immer mehr Menschen in Sicherheit.
Quelle: Verteidigungsministerium

Deutschland hat nach massiven Startschwierigkeiten mehr als 900 Menschen aus Afghanistan evakuiert. Darunter sind nach Angaben des Verteidigungsministeriums neben deutschen Staatsbürger*innen auch erste Afghan*innen. 

Wie kommen die Menschen nach Deutschland? 

Konkret läuft die Luftbrücke aus Kabul so: Menschen, die es an den internationalen Flughafen Kabul schaffen, werden von dort aus mit einer Militärmaschine nach Taschkent in Usbekistan gebracht. Zwischen den beiden Flughäfen hat die Bundeswehr eine Art Pendelverkehr eingerichtet.

Laut Auswärtigem Amt fliegen die Menschen von dort aus mit Passagiermaschinen weiter. Auf diesem Weg kamen neben afghanischen Ortskräften und ihren Familien auch andere Schutzbedürftige nach Deutschland.  

Wie werden die nach Deutschland Evakuierten überprüft? 


Vor Ort in Kabul wird aufgrund der drohenden Gefahr pragmatisch gearbeitet, wer begründet evakuiert werden will, brauche nur ein Dokument, um sich auszuweisen. 

Im heute journal sagte Außenminister Maas (SPD) am Dienstag, momentan würden für die Ausreise "überhaupt keine Visa mehr benötigt. Die Visa werden erst ausgestellt, wenn die Leute schon in Deutschland sind. Es werden auch keine Sicherheitsüberprüfungen mehr durchgeführt."

Niemand habe damit gerechnet, dass Kabul so schnell von den Taliban eingenommen würde, sagt Außenminister Heiko Maas im heute-journal-Interview.

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Daher findet diese nach Ankunft am Flughafen in Deutschland statt, wie das BAMF ZDFheute mitteilte. Was im Falle einer unzureichenden Sicherheitsüberprüfung geschieht, ließ die Behörde offen.  

Die Ankommenden werden nach einem Corona-Schnelltest von Bundespolizei und BAMF identifiziert, überprüft und registriert. Und dann "zunächst in zentralen Erstaufnahmeeinrichtungen untergebracht." 

Wo kommen die Menschen unter? 

Eine erste Gruppe afghanischer Evakuierter ist am Mittwoch bereits nach Hamburg gebracht worden. Grundsätzlich hat sich jedoch das Land Brandenburg für die Erstaufnahme der Menschen bereit erklärt. Das Brandenburgische Innenministerium geht davon aus, dass die ersten Menschen Donnerstagnachmittag eintreffen werden und dort bis zu vier Tage bleiben. 

Sie werden mit einem Hygienepaket und falls erforderlich mit Kleidung ausgestattet und bekommen medizinische Unterstützung. Vor Ort laufen die Vorbereitungen in der Erstaufnahmeeinrichtung.

Welche Behörden entscheiden über Aufenthaltserlaubnis? 

Nach der Erstaufnahme werden die Menschen nach bestehenden Verfahren auf die Bundesländer aufgeteilt. "Ortskräfte kommen nicht als Flüchtlinge nach Deutschland", das sei wichtig zu unterscheiden, so Marek Wede, ein Sprecher des Bundesinnenministeriums (BMI). 

Sie sollen eine Aufenthaltserlaubnis aus humanitären Gründen erhalten, über deren Ausgestaltung die Ausländerbehörden der Länder entscheiden, so das BMI. Es muss demnach kein Asylverfahren durchlaufen werden.  

Gesteuert werden die Aufnahme und Verteilung nach eigener Aussage vom BAMF. Neben den Ortskräften geht es nach Angaben der Behörde um afghanische Journalist*innen, Menschenrechtler*innen sowie Mitarbeitende von NGOs, die mit ihren Familien ebenfalls ausgeflogen werden. Welche Regeln für diese Gruppe gelten, darauf war aus dem BMI keine Information zu erhalten.

Der Druck auf die Bundesregierung steigt: Für die Rettungsaktion aus Afghanistan muss nun schnell nachträglich ein Mandat beschlossen werden. Doch viele Fragen bleiben offen.

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Wie viele Menschen kommen noch?  

Das oberste Ziel sei es, so lange wie möglich so viele Menschen wie möglich aus Afghanistan zu evakuieren, betonte auch Regierungssprecher Seibert in Berlin. Am Montag sprach Kanzlerin Angela Merkel von etwa 10.000 Menschen, die ausgeflogen werden sollen. Konkrete Zahlen nennen weder Auswärtiges Amt, Verteidigungs-, Innen- noch Entwicklungsministerium. Alle betonen allerdings, man habe vollständige Listen.  

Die Zurückhaltung erfolgt wohl aus zwei Gründen: Erstens sei die Lage sehr dynamisch und die Zahlen wenig aussagekräftig. Zweitens wollen die Ministerien die Sicherheit der Menschen vor Ort nicht durch konkrete Angaben gefährden. BMI-Sprecher Marek Wede machte deutlich: "Wir kennen unsere Ortskräfte, mit diesen Personen sind wir in unmittelbarem Kontakt." Er stellte auch klar, darüber wie viele Menschen in Zukunft flüchten werden, könne keine Prognose erstellt werden. 

Claudia Peppmüller von "Friedensdorf International" wurde mit dem ersten Bundeswehr-Flug aus Afghanistan ausgeflogen. Sie berichtet von ihren Erfahrungen auf der Reise.

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5 min
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Alle aktuellen Entwicklungen aus Afghanistan finden sie hier in unserem Liveblog.

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