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Terrorgefahr in Afghanistan - USA fliegen Luftangriff gegen IS in Kabul

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Bei einem US-Angriff in Kabul soll eine "unmittelbare Bedrohung" für den Flughafen beseitigt worden sein. Es könnte zivile Opfer gegeben haben.

Das US-Militär hat nach eigenen Angaben in Kabul ein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug des örtlichen IS-Ablegers mit einer Drohne angegriffen. Dies habe zu weiteren Explosionen geführt, teilt das US-Zentralkommando mit.

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Zeitgleich zum laufenden Abzug der US-Truppen aus der afghanischen Hauptstadt Kabul spitzt sich dort jetzt auch der Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) zu. Das US-Militär griff am Sonntag nach eigenen Angaben mit einer Drohne ein Auto des örtlichen IS-Ablegers in Kabul an.

Nach dem Anschlag vom Donnerstag mit Dutzenden Toten wurde damit möglicherweise ein weiterer schwerer Terrorangriff verhindert. US-Präsident Joe Biden warnte, dass die Lage in Kabul "extrem gefährlich" bleibe.

Außenminister Maas wird in den nächsten vier Tagen fünf Länder in der Region besuchen, als letztes davon Katar. ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf über mögliche Ziele der Reise.

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Unterschiedliche Angaben zu zivilen Opfern

Es habe nach dem Luftangriff eine "bedeutende sekundäre Explosion" gegeben, teilte das US-Zentralkommando mit. Das lasse vermuten, dass das angegriffene Fahrzeug wohl eine große Menge Sprengstoff geladen hatte, teilte Sprecher Bill Urban mit. Eine "unmittelbare Bedrohung" für den Flughafen sei beseitigt worden. Hinweise auf zivile Opfer des Angriffs gebe es zunächst nicht.

Der lokale Fernsehsender ArianaNews berichtete dagegen unter Berufung auf Augenzeugen, dass sechs Menschen, darunter vier Kinder, beim Einschlag einer Mörsergranate in einem Kabuler Privathaus im 15. Polizeibezirk getötet worden seien. Dabei seien zwei Fahrzeuge und Teile des Hauses zerstört worden.

Es war nicht unmittelbar klar, ob diese Opfer möglicherweise nicht einer Mörsergranate, sondern dem US-Luftschlag zuzurechnen gewesen seien. Im 15. Polizeibezirk befindet sich auch der Flughafen.

13 tote US-Streitkräfte bei Anschlag in Kabul

Die Bedrohung durch Anschläge am Flughafen, wo der Truppenabzug der USA begonnen hat und wo die letzten militärischen Evakuierungen laufen, ist sehr hoch. Am Donnerstag hatte sich dort laut US-Angaben ein Attentäter der IS-Terrormiliz an einem Tor in die Luft gesprengte. Bei dem Anschlag wurden Dutzende getötet, darunter auch 13 US-Soldaten im Alter zwischen 20 und 31 Jahren.

Das US-Militär hatte zunächst mit einem Drohnenangriff in der Provinz Nangarhar reagiert und nach eigenen Angaben zwei ranghohe Vertreter des IS-Ablegers getötet.

Die militant-islamistischen Taliban hatten Kabul nach ihrem Siegeszug durch das Land vor 14 Tagen kampflos eingenommen. Seitdem sind sie die neuen Machthaber. Nach dem Abzug der internationalen Truppen bis zum 31. August wird es neben der Sicherheitslage vor allem auch um die Frage gehen, wie Schutzbedürftige noch sicher ausreisen können.

Übermorgen ziehen die letzten amerikanischen Soldaten aus Afghanistan ab. Um zu klären, wie es humanitär weiter gehen soll, ist Außenminister Heiko Maas in die Region gereist.

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2.900 Menschen an einem Tag ausgeflogen

Kurz vor dem Ende ihrer militärischen Evakuierungsmission flogen die USA und Verbündete innerhalb von 24 Stunden noch einmal rund 2.900 Menschen aus. Davon habe die US-Luftwaffe bis zum Sonntagvormittag (Ortszeit Kabul) mit 32 Flügen rund 2.200 Menschen in Sicherheit gebracht, teilte das Weiße Haus mit.

Seit Mitte August seien insgesamt gut 114.000 Menschen ausgeflogen worden. Die Bundeswehr hatte ihren Evakuierungseinsatz am Donnerstag beendet. In der Nacht zum Sonntag wurden mit Unterstützung aus Deutschland aber noch mehr als 300 weitere Schutzbedürftige ausgeflogen. Laut Bundesregierung waren darunter etwa 140 Deutsche sowie Ortskräfte und Mitarbeiter eines Auftragsunternehmens des beendeten Nato-Einsatzes.

UN-Generalsekretär António Guterres will sich am Montag mit den fünf ständigen Ratsmitgliedern - das sind die USA, Russland, China, Frankreich und Großbritannien - wegen der Lage in Afghanistan treffen.

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