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Aufnahme afghanischer Ortskräfte - Müller will Rettungseinsatz ausweiten

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Entwicklungsminister Müller (CSU) hat eine Ausweitung des Rettungseinsatzes in Afghanistan gefordert. Potenziell hätten 1.800 Ortskräfte und Familien Anspruch auf Ausreise.

Gerd Müller (CSU), Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung, gibt eine Pressekonferenz.
Im Einzelfall sei es inhuman, afghanische Familien zu trennen, sagt Entwicklungsminister Gerd Müller.
Quelle: dpa (Archiv)

Entwicklungsminister Gerd Müller (CSU) hat trotz Problemen bei der Evakuierung von Ortskräften eine Ausweitung des deutschen Rettungseinsatzes in Afghanistan gefordert. Der Entwicklungsminister verlangte zugleich, die von der Bundesregierung angekündigten Mittel für humanitäre Flüchtlingshilfe aufzustocken.

Nach den bisherigen Vorschriften dürften afghanische Ortskräfte, deren Ehepartner und minderjährige Kinder auf die Ausreiselisten genommen werden, sagte er den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". Volljährige Kinder gehören demnach nicht dazu. Im Einzelfall sei es aber inhuman, Familien zu trennen.

Chaos am Flughafen in Kabul

"Und deshalb muss das geändert werden", sagte Müller. Er sei froh, dass Innenminister Horst Seehofer (CSU) signalisiert habe, nicht an der bestehenden Regel festzuhalten. Allein in der Entwicklungszusammenarbeit hätten nach den Kriterien der Bundesregierung potenziell 1.800 Ortskräfte und deren Familien Anspruch auf Ausreise, erläuterte der Minister.

Bislang sei es aber erst für wenige von ihnen möglich gewesen, zum Flughafen in Kabul und auf eine der Evakuierungsmaschinen zu kommen. Dort herrschen seit Tagen chaotische Zustände, auch für Afghanen, die auf Ausreiselisten stehen, gibt es kaum ein Durchkommen. "Je schneller wir hier in den nächsten Tagen vorankommen, umso weiter können die Kriterien gefasst werden", sagte Müller.

Tausende drängen immer noch zum Flughafen von Kabul, hoffen doch noch in einem Flugzeug aufgenommen zu werden. Auch für die Menschen, die auf Evakuierungslisten stehen, ist die Ausreise riskant. Ein Deutscher wurde auf dem Weg zum Flughafen angeschossen.

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Müller: "Gewaltige Hilferufe" aus Afghanistan

"Volljährige Kinder, in früheren Zeiten Beschäftigte - es gibt gewaltig viele Hilferufe." Der Entwicklungsminister verlangte zugleich, die von der Bundesregierung angekündigten Mittel für humanitäre Flüchtlingshilfe aufzustocken. 100 Millionen Euro zusätzlich seien mit Blick auf die Herausforderungen entschieden zu wenig.

"Erforderlich ist eine internationale Sofortinitiative der G7 und G20 über 5 Milliarden Euro zur Stärkung der UN-Hilfsorganisationen in der Region, besonders des Welternährungsprogramms, von Unicef und des UN-Flüchtlingswerks UNHCR", sagte er. Daran solle sich Deutschland mit 500 Millionen Euro beteiligen.

In Afghanistan ist die Situation nach wie vor unübersichtlich. Am Flughafen Kabul versuchen weiter unzählige Menschen, irgendwie in eine der Maschinen zu kommen. Die starten inzwischen regelmäßiger, trotzdem berichten Augenzeugen von dramatischen Szenen.

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