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Untersuchung zu Kriegsverbrechen - Australische Soldaten töteten 39 Afghanen

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Einem Untersuchungsbericht zufolge haben australische Soldaten Kriegsverbrechen in Afghanistan begangen. Mindestens 39 Gefangene seien grundlos getötet worden.

Australische Soldaten bei einer Militärparade in Canberra.
Australische Soldaten bei einer Militärparade in Canberra.
Quelle: ap

Laut einem Untersuchungsbericht haben australische Soldaten Kriegsverbrechen beim Einsatz in Afghanistan begangen.

Vorwürfe gegen 25 Elitesoldaten

25 Mitglieder einer Sondereinheit hätten mindestens 39 Gefangene oder Zivilisten "unrechtmäßig" getötet, sagte der Chef der australischen Verteidigungsstreitkräfte, Angus Campbell, in Canberra bei der Veröffentlichung eines Berichts zum Verhalten australischer Soldaten im Afghanistan-Krieg.

Aufgedeckt worden sei so eine "beschämende Bilanz" einer "egozentrischen Kriegerkultur". Die Ergebnisse wiesen auf "schwerste Verstöße" hinsichtlich militärischen Verhaltens und professioneller Werte hin.

Zwischen der afghanischen Regierung und den Taliban haben in Katar Friedensverhandlungen begonnen. Diese sollen den fast 20 Jahre anhaltenden Konflikt im Land nun endlich beenden.

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Verbrechen zwischen 2005 und 2016

Für den Report war der Generalinspekteur des australischen Militärs vier Jahre lang Hinweisen auf unrechtmäßige Tötungen und Verstöße gegen das Kriegsvölkerrecht zwischen 2005 und 2016 nachgegangen. Mehr als 330 Zeugen wurden angehört. Der Untersuchungsbericht empfehle polizeiliche Ermittlungen gegen 19 Soldaten, unter anderem wegen Mordes.

Im Bericht werde eine Kultur "toxischen Konkurrenzdenkens" innerhalb der Sondereinheit skizziert, die dazu geführt habe, dass einige Soldaten Verfahren abgekürzt, Regeln ignoriert und gebeugt hätten, sagte Campbell.

Tötungen nicht in Gefechtssituationen

Keine dieser "unrechtmäßigen Tötungen" sei "in der Hitze des Gefechts" passiert. "Jede Person, mit der während dieser Untersuchung gesprochen wurde, verstand das Kriegsvölkerrecht und die Einsatzregeln, unter denen sie im Einsatz war."

Im Namen der australischen Streitkräfte entschuldige sich Campbell aufrichtig und rückhaltlos bei dem afghanischen Volk für jedes Fehlverhalten australischer Soldaten, erklärte er. Das geschilderte Verhalten missachte das Vertrauen, das das afghanische Volk in sie gesetzt habe, sagte der General.

Enthüllungen nur schwer zu verkraften

Premierminister Scott Morrison hatte vergangene Woche angekündigt, ein Sonderermittler solle mutmaßliche Kriegsverbrechen australischer Soldaten in Afghanistan aufarbeiten und Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen. Er hatte seine Landsleute auf Enthüllungen vorbereitet, die nur schwer zu verkraften seien - nicht nur für aktive Soldaten und Veteranen.

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