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Verhalten der Bundesregierung - Kritik am Umgang mit afghanischen Helfern

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Mit dem Truppenabzug wächst die Unsicherheit in Afghanistan, besonders für Ortskräfte. Die Bundesregierung steht in der Kritik für den Umgang mit den einheimischen Helfern vor Ort.

Ein deutscher Fallschirmjaeger trägt das Zeichen des Afghanistan-Einsatzes ISAF (International Security Assistance Force) an seiner Uniform.
Die selbst zu organisierenden Ausreiseverfahren der afghanischen Ortskräfte zögen sich zu sehr in die Länge.
Quelle: dpa

Angesichts der verschlechterten Sicherheitslage in Afghanistan wächst die Kritik am Umgang der Bundesregierung mit ihren dortigen einheimischen Helfern. Vor zweieinhalb Wochen hatte Kanzlerin Angela Merkel mehr Unterstützung für die Ortskräfte in Aussicht gestellt.

Bis zum Ende ihres Einsatzes im Land war vor allem die Bundeswehr auf Unterstützung sogenannter Ortskräfte angewiesen, die durch den Vormarsch der Taliban nun um ihr Leben und das ihrer Angehörigen fürchten.

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Hellmich: Taliban kesseln Städte ein

Der Regierung sei der "moralische Kompass völlig verloren gegangen", sagte der Vorsitzende des Patenschaftsnetzwerks Afghanischer Ortskräfte, Marcus Grotian, der "Süddeutschen Zeitung". Die selbst zu organisierenden Ausreiseverfahren zögen sich in die Länge.

Der Vorsitzende des Verteidigungsausschusses im Bundestag, Wolfgang Hellmich (SPD), sagte der Zeitung: "Was ist denn das für eine irrwitzige Vorstellung, dass sich die Familien auf den Weg machen, das Verfahren bewältigen und sich selbst die Flüge buchen? Wenn ich auf die Karte schaue, sehe ich, wie die Taliban die Städte einkesseln."

Die islamistischen Taliban haben offenbar die Provinzhauptstadt Kundus in Afghanistan eingenommen. In der Nähe hatte die Bundeswehr lange ein großes Feldlager.

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Versagt die Bundesregierung?

Das Verfahren sei zu bürokratisch. Grünen-Fraktionsvize Agnieszka Brugger sagte: "Die Bundesregierung hat dabei versagt, allen Ortskräften in Afghanistan umfassend, sicher und schnell zu helfen."

Vor zweieinhalb Wochen hatte Kanzlerin Angela Merkel mehr Unterstützung für die Ortskräfte in Aussicht gestellt und unter anderem Charterflüge ins Gespräch gebracht, um Helfer mit ihren Familien auszufliegen.

Ortskräfte warten auf Einreise

Dem Bericht zufolge haben nach Angaben des Innenministeriums bisher 471 Ortskräfte mit ihren Angehörigen fertige Reisedokumente, insgesamt 2.851 Personen. Mit Stand Donnerstag sind 1.796 nach Deutschland gekommen, davon 296 ehemalige Ortskräfte.

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