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Flüge aus Afghanistan : Mehr als 1.000 Menschen ausgeflogen

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Immer mehr Menschen werden von Afghanistan nach Frankfurt gebracht - sie berichten von teils dramatischen Szenen am Flughafen Kabul.

Die Bundeswehr hat eigenen Angaben zufolge bislang mehr als 1.000 Menschen aus Afghanistan ausgeflogen. Laut den Angaben kommen die geretteten Menschen aus 17 Nationen. Acht Flüge seien abgeschlossen worden.

Am frühen Donnerstagmorgen landeten in Frankfurt/Main weitere Flugzeuge mit insgesamt etwa 500 Menschen, die zuvor aus Afghanistan in Sicherheit gebracht worden waren. Weitere 200 Menschen wurden von der Bundeswehr aus Kabul ins Nachbarland Usbekistan ausgeflogen.

Bundeswehr: Bisher mehr als 900 Menschen evakuiert

Die Bundeswehr hatte in dieser Woche ihre Rettungsaktion für Deutsche und Afghanen begonnen, um sie nach der Machtübernahme der militant-islamistischen Taliban in Sicherheit zu bringen. Im Vergleich: Die Amerikaner haben seit dem Wochenende rund 6.000 Menschen aus Afghanistan herausgeholt. Ziel ist eigentlich, täglich 5.000 bis 9.000 Menschen in Sicherheit zu bringen.

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Deutschland und die USA wollen mit Blick auf die Lage in Afghanistan weiter eng zusammenarbeiten. Kanzlerin Angela Merkel telefonierte dazu mit US-Präsident Joe Biden, wie ihr Sprecher Steffen Seibert mitteilte. Merkel betonte "aus deutscher Sicht die Notwendigkeit, möglichst vielen afghanischen Bürgerinnen und Bürgern, die Deutschland unterstützt haben, die Ausreise zu ermöglichen".

Wie es mit den ausgeflogenen Afghanen in Deutschland weitergeht:

Zwei Deutsche Soldaten stehen an der Laderampe eines Militärflugzeugs, auf dem Boden des Flugzeugs sitzen zahlreiche Menschend, die Evakuiert wurden.
FAQ

Nach Evakuierung aus Kabul - Wie geht es mit den Afghanen hier weiter? 

Unter Hochdruck werden derzeit Afghanen über Usbekistan nach Frankfurt ausgeflogen. Wie geht es dann für sie weiter, welchen Status haben und wo kommen sie hin? Der Überblick.

von Anna Kleiser

Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit und Chaos in Kabul

Nach ihrer Landung in Deutschland berichteten Passagiere von schlimmen Erlebnissen und chaotischen Verhältnissen am Flughafen in Kabul. Er habe Tote gesehen und Schüsse gehört. "Es ist schrecklich", sagte Mahmud Sadjadi. "Hilflosigkeit, Hoffnungslosigkeit. Nur Chaos", beschrieb er die Zustände in Kabul. Der Mann aus dem Westerwald war zuvor mit dem Evakuierungsflug der Lufthansa nach Frankfurt geflogen worden.

Sadjadi, der sich drei Wochen in Kabul aufgehalten hatte, sagte, insbesondere am Flughafen der afghanischen Hauptstadt sei es gefährlich. "Man muss beispielsweise auch durch eine Barriere der Taliban durchgehen." Afghanische Sicherheitskräfte hätten geschossen. Er habe mitbekommen, wie Menschen gestorben seien. Ohne Pass sei kein Durchkommen zum Flughafen möglich gewesen.

Auch nach Angaben des Bundeswehrgenerals Jens Arlt, der den deutschen Evakuierungseinsatz vor Ort führt, sei die Lage am Flughafen "angespannt". Es spielten sich "dramatische Szenen ab", schilderte er am Donnerstag die Situation. "Sie werden vielleicht den einen oder anderen Schuss im Hintergrund hören", sagte Artl.

Sie sehen die verzweifelten Augen der Afghanen und auch der Staatsbürger unterschiedlicher Nationen, die einfach versuchen, in den inneren Bereich des Kabul International Airports zu gelangen, das ist schon dramatisch, was wir sehen.
Jens Arlt, Bundeswehrgeneral

Taliban lassen nur wenige zum Flughafen durch

Die Taliban fordern unterdessen alle Menschen ohne Reisegenehmigung auf, den Flughafen zu verlassen. Ein Vertreter der Islamisten erklärt zudem, seit Sonntag seien zwölf Menschen bei Massenpaniken gestorben oder erschossen worden. "Wir wollen niemanden am Flughafen verletzen", sagt der Taliban-Vertreter, der namentlich nicht genannt werden will.

Mittlerweile haben die Taliban rund um den Airport Checkpoints errichtet und lassen nur die Wenigsten zum Flughafen durch.

"Man ist alleine gelassen"

Der Passagier Sadjadi dankte der Bundesregierung für die Rettung, beklagte aber auch fehlende Informationen. "Es gab keine Informationen, wo wir uns sammeln müssen, wann wir uns sammeln müssen." Man sei allein gelassen worden, auf seine Mails habe er keine Antwort bekommen. Andere Länder hätten ihre Leute mit Bussen eingesammelt und zum Flughafen gebracht. "Gott sei Dank ist alles gut gegangen."

Dennoch denke er an die vielen Menschen, die noch in Afghanistan seien. Die Situation sei schrecklich, sagte Sadjadi, der in Frankfurt von seinen Kindern empfangen wurde.

"Das Billigste, was es gibt, ist das Leben eines Afghanen",

sagte der Deutsche mit afghanischen Wurzeln. Mit dem Land würde ein schreckliches Spiel gespielt. Er selbst habe noch Familie in Afghanistan, seine Geschwister lebten dort.

Der Evakuierungseinsatz der Bundeswehr - ein Überblick:

Alles rund um das Thema Afghanistan finden Sie hier:

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

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