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Ortskräfte aus Masar-i-Scharif - Ausfliegen im Juni scheiterte an Visa-Streit

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Bereits Ende Juni hätten afghanische Ortskräfte aus Masar-i-Scharif ausgeflogen werden sollen. Das scheiterte nach ZDF-Information an einem Bürokratie-Streit.

Bisher sollen insgesamt 5000 Menschen aus Kabul ausgeflogen worden sein. Noch immer warten Tausende am Flughafen auf die Möglichkeit einer sicheren Ausreise.

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Afghanische Ortskräfte und ihre Familien hätten nach ZDF-Informationen bereits Ende Juni aus dem nordafghanischen Masar-i-Scharif in Sicherheit gebracht werden können. Zuerst hatte die "Süddeutsche Zeitung" darüber berichtet.

Für den 25. Juni habe das Bundesverteidigungsministerium zwei Charterflugzeuge organisiert gehabt, wie ein Sprecher des Bundesministeriums der Verteidigung gegenüber ZDFheute bestätigte. Die Operation sei damals aber an Streitigkeiten um Pass- und Visaanforderungen gescheitert.

Deutschland konnte bislang etwa 670 Menschen aus Afghanistan ausfliegen. Die Flüchtlinge werden in sichere Drittstaaten gebracht, darunter auch nach Deutschland.

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Rückholaktion von Ortskräften scheiterte an Bürokratie

Dem Sprecher zufolge waren die Maschinen bei zwei spanischen Airlines bestellt worden, um 60 afghanische Ortskräfte der Bundeswehr und ihre Familienangehörigen auszufliegen. Bis zu 300 Menschen hätten so in Sicherheit gebracht werden können - vier Tage vor dem Ende des Bundeswehreinsatzes in Afghanistan.

Die Bundeswehr hatte in Masar-i-Scharif ihren Hauptstützpunkt in Afghanistan gehabt. Die Flüge seien aber wegen bürokratischer Hindernisse nicht zustande gekommen, hieß es. "Zu dem geplanten Durchführungszeitpunkt konnten die Voraussetzungen wie Pass und Visa für die sichere Abfertigung der möglichen Passagiere vor Ort nicht mehr erfüllt werden", erklärte der Sprecher des Bundesministeriums für Verteidigung weiter.

Die Taliban ziehen in immer mehr afghanische Städte ein, zerstören Häuser und töten Zivilist*innen. Vielen bleibt da nur die Flucht.

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Dabei sei es vor allem darum gegangen, die Ortskräfte und ihre Angehörigen einerseits zweifelsfrei zu identifizieren und vor der Ausreise zu prüfen, ob sie berechtigt seien, nach Deutschland gebracht zu werden.

Das Ministerium betonte, dass "der Ausfall der Charterflüge nicht dazu geführt [hat], dass Menschen in Afghanistan festsitzen, die andernfalls ausgeflogen worden wären". Ein Teil der Ortskräfte habe zu diesem Zeitpunkt keinen Ausreisewunsch gehabt, andere hätten bereits Tickets für Linienflüge gebucht. Für die verbleibenden fünf Ortskräften und ihre Angehörigen seien die Ticketkosten übernommen worden, teilte das Verteidigungsministerium mit.

Evakuierung aus Afghanistan erst spät vereinfacht

Das Bundesinnenministerium hatte sich monatelang geweigert, das Verfahren für die Aufnahme der Ortskräfte zu vereinfachen.

Erst vergangene Woche, als sich die Sicherheitslage in Afghanistan durch den Vormarsch der radikalislamischen Taliban bereits dramatisch verschlechtert hatte, hatte Innenminister Horst Seehofer (CSU) zugestimmt, dass afghanische Ortskräfte auch ohne Einreisepapiere nach Deutschland kommen könnten.

Die Arte-Doku "Taliban in Kabul - Afghanische Zivilisten in Gefahr" hat bis zum Einzug der Taliban in Kabul drei Afghaninnen und Afghanen begleitet, die nun um ihr Leben fürchten müssen:

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