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Afghanistan  - EU-Innenkommissarin will legale Fluchtrouten 

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Nach der Machtübernahme rechnet die EU mit einer hohen Zahl an Flüchtlingen aus Afghanistan. Wie aber mit ihnen umgehen? Die EU-Innenkommissarin will vor allem Sicherheit.

Polnische Grenzschutzbeamte bewachen eine Gruppe von Migranten, die versucht haben, die Grenze zwischen Weißrussland und Polen in der Nähe des Dorfes Usnarz Gorny, Polen, zu überqueren. Aufgenommen am  18.08. 2021
Die Zahl der Flüchtlinge aus Afghanistan in die EU könnte sich verstärken - nach einem Zwischenfall an der Grenze Belarus-Litauen setzt auch Polen Militär zur Grenzsicherung ein. Die EU-Minister diskutieren über Hilfen.
Quelle: Reuters

Die EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat bei einer Videokonferenz der EU-Innenminister darauf gedrängt, legale und sichere Fluchtrouten aus Afghanistan nach Europa zu schaffen.

Die Lage in Afghanistan ist eindeutig nicht sicher und wird es auch noch einige Zeit nicht sein
Ylva Johansson, EU-Innenkommissarin

Zudem betonte sie, wie wichtig es sei, dass man auch weiterhin andere Länder - vor allem in der Nachbarschaft Afghanistans - dabei unterstütze, Flüchtlinge aufzunehmen.

Große Mehrheit der Flüchtlinge Frauen und Kinder

Ihren Angaben zufolge sind 80 Prozent der zur Flucht gezwungenen Menschen Frauen und Kinder. Seit Anfang des Jahres seien rund 550.000 Menschen innerhalb Afghanistans vertrieben worden, zusätzlich zu den 2,9 Millionen, die zuvor innerhalb des Landes geflohen waren.

Journalist Jan Jessen wurde von der Bundeswehr aus Kabul ausgeflogen. Im ZDF-Interview erzählt er vom Warten auf den erlösenden Anruf und dramatischen Szenen am Flughafen.

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Österreichs Innenminister Karl Nehammer (ÖVP) sprach sich vor der Konferenz dafür aus, einer verstärkten Flucht aus Afghanistan vor Ort in Abschiebezentren in der Nachbarregion Afghanistans zu begegnen.

Ziel muss es sein, den Großteil der Menschen in der Region zu halten.
Karl Nehammer (ÖVP), Innenminister Österreich

EU-Minister planen Sondersitzung zu Flucht

Eine Debatte zu möglicherweise steigenden Flüchtlingszahlen stand laut der slowenischen Ratspräsidentschaft nicht auf der Tagesordnung. Es werde daran gearbeitet, das Thema bei einem gesonderten Termin zu besprechen.

Hauptaspekt des aktuellen Treffens war die Lage an der belarussisch-litauischen Grenze. Litauen hatte wegen einer illegalen Grenzüberschreitung durch belarussische Sicherheitskräfte eine offizielle Note an die Führung des benachbarten Belarus übermittelt.

Zwischenfall an Grenze zu Litauen

Nach Angaben des litauischen Grenzschutzes hatte am Dienstag ein Dutzend belarussischer Sicherheitskräfte illegal die Grenze nach Litauen überschritten. Demnach sollen die Beamten eine Gruppe von 35 Migranten über die Grenze gedrängt und dabei litauisches Territorium betreten haben.

Litauen hat seit Wochen mit einem verstärkten Andrang von Migranten vor allem aus dem Nahen Osten über die Grenze zu Belarus zu kämpfen. Nach offiziellen Angaben wurden in diesem Jahr bereits gut 4.100 Menschen an der fast 680 Kilometer langen Grenze aufgegriffen, im Vergleich zu gut 70 im gesamten Vorjahr.

Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hatte Ende Mai angekündigt, dass Minsk Migranten nicht mehr an der Weiterreise in die EU hindern werde - als Reaktion auf die gegen sein Land verhängten EU-Sanktionen.

Die Taliban ziehen in immer mehr afghanische Städte ein, zerstören Häuser und töten Zivilist*innen. Vielen bleibt da nur die Flucht.

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Polen sichert Grenze mit Soldaten - EU will helfen

Wegen vieler irregulär einreisender Migranten setzt Polen nun an seiner Grenze zu Belarus die Armee ein. Mehr als 900 Soldaten würden den polnischen Grenzschutz verstärken, schrieb Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak auf Twitter.

Die EU-Innenminister bekundeten bei dem Treffen ihre Solidarität mit den von dem Problem betroffenen Staaten. Man werde zusätzliche Experten und Ausrüstung in diese Länder zu entsenden und die EU-Kommission um zusätzliche Gelder zu bitten, teilte Sloweniens Innenminister Ales Hojs mit.

Nachrichten | heute 19:00 Uhr - Viele Afghanen flüchten in die Türkei 

Mit dem Truppenabzug hat sich die Sicherheitslage in Afghanistan dramatisch verschärft. Zehntausende sind Vertriebene im eigenen Land, viele fliehen über den Iran in die Türkei.

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von Jörg Brase
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