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Taliban-Vormarsch - Kanada sagt Aufnahme von Flüchtlingen zu

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Staatsminister Roth rechnet in der EU und Deutschland mit einem stark wachsenden Flüchtlingsstrom aus Afghanistan. Kanada sagt indes die Aufnahme von bis zu 20.000 Flüchtlingen zu.

Menschen in Afghanistan auf der Flucht vor Taliban
In Afghanistan fliehen die Menschen vor den vorrückenden Taliban-Kämpfern.
Quelle: ap

Der Vormarsch der Taliban in Afghanistan wird nach Ansicht des Staatsministers im Auswärtigen Amt, Michael Roth (SPD), die Europäische Union und Deutschland mit einer stark steigenden Flüchtlingszahl konfrontieren. "Die Zahl der Geflüchteten hat bereits dramatisch zugenommen", sagte Roth der "Rheinischen Post".

Roth führte aus, derzeit gebe es am Hindukusch 3,5 Millionen Binnenflüchtlinge, 400.000 allein in diesem Jahr. Der Druck werde nicht nur weiter "massiv" auf die Türkei, Iran und Pakistan wachsen. "Ich bin mir sicher, dass der Migrationsdruck auf die EU und Deutschland aber auch zunehmen wird", sage der Staatsminister.

Die radikal-islamischen Taliban befinden sich auf einem Eroberungsfeldzug durch Afghanistan. Was droht den Menschen vor Ort? ZDFheute live berichtet.

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49 min
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Roth: Pakt mit der Türkei rasch umsetzen

Umso wichtiger sei es, dass das EU-Abkommen mit der Türkei zur Unterstützung der Flüchtlinge vor Ort schnell umgesetzt werde. So habe es bereits im Juni eine Überarbeitung des Abkommens gegeben.

Zugleich sagte Roth den Schutz deutscher Staatsbürger in Afghanistan zu. "Wir werden bis zum Ende des Monats ein bis zwei Charterflüge organisieren, um noch einmal eine größere Anzahl an Menschen nach Deutschland zu bringen", sagte er der "Rheinischen Post".

Die radikalislamistischen Taliban erobern in Afghanistan eine Stadt nach der anderen. Dabei fällt ihnen auch immer mehr militärisches Gerät in die Hände, das die afghanische Armee zurücklässt.

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2 min
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"Besonders verletzliche" Afghanen aufnehmen

Kanada hat indes die Aufnahme von bis zu 20.000 Flüchtlingen aus Afghanistan zugesagt. "Die Lage in Afghanistan ist herzzerreißend und Kanada wird nicht tatenlos zusehen", sagte Einwanderungsminister Marco Mendicino am Freitag (Ortszeit) bei einer Pressekonferenz in Ottawa. Kanada wolle "besonders verletzliche" Afghanen aufnehmen, die sich noch im Land aufhielten oder in Nachbarländer geflohen seien.

Das Aufnahmeangebot richtet sich laut Mendicino insbesondere an Frauen in Führungspositionen, Regierungsmitarbeiter, Menschenrechtsaktivisten, Journalisten und Angehöriger verfolgter Minderheiten. Einige Flugzeuge mit Asylsuchenden aus Afghanistan seien bereits gestartet.

Taliban stehen kurz vor Kabul

Seit Beginn des vollständigen Abzugs der Nato-Truppen aus Afghanistan haben die Taliban weite Teile des Landes unter ihre Kontrolle gebracht. Zuletzt nahmen sie rund die Hälfte der 34 afghanischen Provinzhauptstädte ein, darunter zuletzt auch die zweitgrößte Stadt Kandahar. Am Freitag standen sie nach Eroberung der Provinzhauptstadt Pul-i-Alam nur noch 50 Kilometer vor Kabul.

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