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Kampf für Frauenrechte in Kabul - Taliban beenden Demo für Gleichberechtigung

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Nach Zusammenstößen bei einer Demonstration für Frauenrechte haben die Taliban die Versammlung beendet. Viele Frauen glauben nicht an die Versprechen von Gleichberechtigung.

Taliban-Käpfer wollen eine Frauen-Demonstration am 04.09.2021 in Kabul unterbinden.
Taliban-Kämpfer wollen eine Frauen-Demonstration am 04.09.2021 in Kabul unterbinden.
Quelle: picture alliance / AA

Mit Warnschüssen haben Spezialkräfte der Taliban am Samstag eine Demonstration afghanischer Frauen für die Gleichberechtigung im Land beendet. Der Marsch der Frauen - der zweite innerhalb von zwei Tagen in der Hauptstadt Kabul - begann friedlich. Die Teilnehmerinnen legten zunächst einen Kranz zu Ehren getöteter afghanischer Soldaten vor dem Verteidigungsministerium nieder, bevor sie zum Präsidentenpalast zogen.

Wir sind hier, um die Menschenrechte in Afghanistan durchzusetzen.
Marjam Naibi, 20-jährige Demonstrantin

Als die Rufe der Teilnehmerinnen lauter wurden, gingen mehrere Taliban-Vertreter auf sie zu und fragten, was sie sagen wollten. Die 24-jährige Studentin Sudaba Kabiri antwortete, der islamische Prophet habe den Frauen Rechte gegeben und sie forderten nun ihre ein. Ein Taliban-Vertreter versprach, dass afghanische Frauen Rechte erhalten sollten, traf aber mit dieser Aussage auf Skepsis unter den Demonstrantinnen.

Drei Frauen schildern ihre Lage und ihre Ängste.

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Spezialeinheit der Taliban treibt Demonstranten in die Flucht

Als die Frauen den Präsidentenpalast erreichten, stürzten sich ein Dutzend Mitglieder einer Spezialeinheit der Taliban in die Menge, schossen in die Luft und trieben die Menschen in die Flucht. Kabiri sagte der Nachrichtenagentur AP, es sei auch Tränengas eingesetzt worden.

Die Taliban haben eine gemäßigtere Form des islamischen Rechts versprochen als während ihrer letzten Regierungszeit von 1996 bis 2001. Viele Afghanen, insbesondere Frauen, sind jedoch sehr skeptisch und befürchten, dass die in den letzten zwei Jahrzehnten errungenen Rechte wieder eingeschränkt werden.

Afghanistans Frauen wollen weiter für ihre Rechte kämpfen

Taliban-Mitglieder überstrichen am Samstag in Kabul Wandbilder, die für die Gesundheitsfürsorge warben und vor den Gefahren von HIV warnten. Die Wandmalereien wurden durch Slogans ersetzt, die den Afghanen zu ihrem Sieg gratulieren. Ein Sprecher der Taliban-Kulturkommission, Ahmadullah Muttaki, twitterte, die Bilder seien übermalt worden, weil sie gegen die Werte verstießen:

Sie verderben den Geist der Mudschaheddin, und stattdessen haben wir Slogans geschrieben, die für alle nützlich sind.
Taliban-Sprecher auf Twitter

Vor allem Journalistinnen, Frauenrechtlerinnen und Politikerinnen sind unter den Taliban gefährdet, so Suzana Lipovac, Gründerin der Menschenrechtsorganisation KinderBerg.

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Die jungen Demonstrantinnen berichteten, sie seien gegen den Widerstand ihrer besorgten Familien gekommen. Manche hätten sich aus dem Haus schleichen müssen, um ihrer Forderung nach Gleichberechtigung Ausdruck zu verleihen. Farhat Popalzai, eine 24-jährige Studentin, sagte, sie wolle die Stimme der schweigenden Frauen Afghanistans sein, derjenigen, die zu viel Angst hätten, auf die Straße zu gehen. "Ich bin die Stimme der Frauen, die nicht sprechen können", sagte sie.

Sie denken, dass dies ein Land der Männer ist, aber das ist es nicht, es ist auch ein Land der Frauen.
Farhat Popalzai, Studentin

Widerstand gegen die Taliban regt sich

Bei der Demonstration sei mindestens eine Frau verletzt worden, berichteten lokale Journalisten. In der einzigen von den Taliban noch nicht eroberten Provinz Pandschir dauern die Kämpfe an.

Der Anführer einer Widerstandsfraktion gegen die Taliban, Achmad Massud, erklärte, er wolle weiter kämpfen:

Wir werden den Kampf für Gott, Freiheit und Gerechtigkeit niemals aufgeben.
Achmad Massud auf seiner Facebook-Seite

Seit mittlerweile fünf Tagen gibt es Gefechte zwischen Taliban und Kämpfern der Nationalen Widerstandsfront um Pandschir, die einzige Provinz im Land, die die Taliban bisher nicht kontrollieren.

Wegen anhaltender Kämpfe unweit von Kabul verzögert sich die Verkündung des Kabinetts erneut. Am 13. September findet eine UN-Konferenz zur Lage in Afghanistan statt.

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