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Weniger Reisefreiheit für Frauen : Seltene Kritik aus Pakistan an den Taliban

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Ohne männliche Begleiter oder Vollverschleierung dürfen Frauen in Afghanistan keine längeren Strecken mehr reisen. Kritik daran kommt nun sogar von der pakistanischen Regierung.

Afghanistan, Kabul: Frauen steigen aus einem Bus in Kabul aus.
Weniger Reisefreiheit, weniger Bildungsangebote, weniger Arbeit: Für Frauen wird die Taliban-Herrschaft immer restriktiver. (Archivbild)
Quelle: epa

Die Verhängung von Beschränkungen für Frauen in Afghanistan hat seltene Kritik aus Pakistan an der Taliban-Führung ausgelöst.

"Frauen können nicht alleine reisen oder zu Schulen und Universitäten gehen", sagte der pakistanische Informationsminister Fawad Chaudhry in einer Rede bei einer Zeremonie in der Hauptstadt Islamabad am Montagabend. Diese Art des "rückschrittlichen Denkens" sei gefährlich für Pakistan, derartiger Extremismus könne auf das südasiatische Land und darüber hinaus übergreifen.

Männliche Begleitung ab dem 73. Reisekilometer nötig

Am Wochenende hatte das afghanische Tugendministerium eine Direktive erlassen, wonach unbegleitete Frauen keine Strecke länger als 72 Kilometer mehr reisen dürften. Ein männliches enges Familienmitglied solle sie begleiten. Auch wurden Taxi- und Busfahrer aufgerufen, Frauen ohne angemessene Bedeckung nicht mehr mitzunehmen. Es wurde nicht explizit dargelegt, welche Form der Verschleierung vorgeschrieben ist.

Insgesamt haben die islamistischen Taliban seit ihrer Rückkehr an die Macht die Rechte von Frauen merklich beschnitten. Heather Barr, Frauenrechtlerin bei Human Rights Watch, kritisierte die jüngste Entscheidung, da sie Frauen daran hintere, sich frei zu bewegen - "etwa um häuslicher Gewalt zu entkommen".

Vier Monate nach der Machtübernahme der Taliban versinkt Afghanistan im Elend. Hilfszahlungen gestoppt, die Regierung zahlungsunfähig, Kinder drohen zu verhungern. Katrin Eigendorf reist durch das Land und spricht mit dem Volk - und den neuen Herrschern.

Beitragslänge:
28 min
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Pakistan verzeichnet Zunahme terroristischer Gewalt

Pakistan gilt als enger Verbündeter der Taliban-Regierung in Kabul. Politiker des Landes, darunter auch der Premier Imran Khan, haben die Taliban seit ihrer Machtübernahme wiederholt gelobt und deren Verletzungen von Menschen- und Frauenrechten ignoriert. Die offene Kritik Chaudhrys fällt jedoch mit jüngsten Vorfällen an der pakistanisch-afghanischen Grenze zusammen.

Taliban-Soldaten sollen die pakistanische Seite daran gehindert haben, an ihrem Grenzzaun weiter zu arbeiten. Dieser soll laut Islamabad die Bewegungen von Terroristen über die Grenze verhindern. Gleichzeitig kämpft Pakistan zuletzt selbst mit vermehrten Angriffen durch militante Islamisten und nationalistische Rebellen.

In der Provinz Baluchistan, die an Afghanistan grenzt, sind nach Behördenangaben in diesem Jahr terroristische Zwischenfälle um mehr als 90 Prozent im Vergleich zum gesamten Vorjahr angestiegen. Bei diesen seien mehr als 130 Menschen, darunter Sicherheitskräfte, ums Leben gekommen. Beobachter sagen, die Extremisten seien von der erfolgreichen Machtübernahme der Taliban in Afghanistan inspiriert.

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