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Taliban in Kabul - Der Westen flieht: Evakuierung im Eiltempo

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Die Taliban übernehmen in Kabul die Macht, westliche Staaten evakuieren mit Hochdruck ihre Diplomaten, Staatsbürger und Ortskräfte. Eine Übersicht zu einzelnen Staaten.

Wegen des Vorrückens der Taliban wurde das Personal der deutschen Botschaft zum militärischen Teil des Flughafens in Kabul verlegt. Es gibt Kritik, dass das alles zu spät passiere.

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Während die Taliban die Vororte der Hauptstadt Kabul erreicht haben und Präsident Aschraf Ghani geflohen ist, arbeiten Deutschland und andere westliche Staaten unter Hochdruck daran, Botschaftsmitarbeiter und Ortskräfte aus der afghanischen Hauptstadt Kabul in Sicherheit zu bringen.

Neben Deutschland hatten bereits am Freitag andere europäische Länder wie Großbritannien und Spanien die Ausreise von Botschaftspersonal angekündigt.

Die USA sagten das Ausfliegen Tausender Menschen täglich zu und veranlassten die Zerstörung sensiblen Materials in ihrer Botschaft in Kabul.

Deutschland:

Die deutsche Botschaft in Afghanistan in der Hauptstadt Kabul ist mittlerweile geschlossen worden. Das Personal wurde zum militärischen Teil des Flughafens in der afghanischen Hauptstadt verlegt. Die Bundeswehr will deutsche Staatsbürger und afghanische Ortskräfte möglichst schnell aus Kabul evakuieren.

Das teilte Außenminister Heiko Maas auf Twitter mit. "Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind dort inzwischen eingetroffen und stellen ihre Arbeitsfähigkeit her", erklärte Maas.

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Fallschirmjäger der Bundeswehr sollen an diesem Montag in Militärtransportern nach Kabul fliegen. Am selben Tag soll nach Angaben aus Sicherheitskreisen ein Krisenunterstützungsteam (KuT) aus Experten verschiedener Ministerien in der afghanische Hauptstadt eintreffen. In der usbekischen Hauptstadt Taschkent soll ein zweites KuT eine Drehscheibe ("Hub") für die Rettung von Menschen vor den Islamisten organisieren. Es geht um den bislang wohl größten Evakuierungseinsatz der Bundeswehr.

Die Bundeswehr will Transportmaschinen der Luftwaffe nach Kabul schicken, um deutsche Bürger aus Afghanistan zu holen. Die Flugzeuge sollen morgen starten, so mehrere Medien.

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In seiner Reisewarnung teilt das Auswärtige Amt mit, dass sich die Sicherheitslage "drastisch verschlechtert" habe. Deutsche Staatsangehörige werden aufgefordert, Afghanistan zu verlassen.

USA

Die USA haben nach den Worten von Außenminister Antony Blinken angesichts des Taliban-Vormarsches damit begonnen, ihr Botschaftspersonal aus Kabul an den Flughafen der afghanischen Hauptstadt zu bringen. Die Mitarbeiter seien dabei, das Botschaftsgebäude in Kabul zu räumen, sagte Blinken am Sonntag dem Sender ABC. Dies geschehe "auf sichere und geordnete Weise".

In Kabul haben die USA mit der Evakuierung ihrer Botschaft begonnen. Die Hubschrauber fliegen pausenlos.

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In einem Vermerk an die Mitarbeiter der US-Botschaft in Kabul verwies ein Gebäudetechniker auf die bestehenden Möglichkeiten zur Verbrennung oder Entsorgung von Dokumenten und Gerätschaften. Zerstört werden soll demnach alles, was von den Taliban für ihre Propaganda "missbraucht werden" könnte, wie etwa Gegenstände mit dem Botschaftslogo und US-Flaggen. Derweil trafen die ersten der 3.000 US-Soldaten ein, die bei der Evakuierung helfen sollen.

Für US-Außenminister Antony Blinken ist die Evakuierung des Botschaftspersonals aus Afghanistans Hauptstadt Kabul die "Aufgabe Nummer eins". "Daran arbeiten wir gerade", sagte Blinken. Das gelte auch für afghanische Helfer, die US-Truppen während des Einsatzes unterstützt haben.

Blinken: "Das ist nicht Saigon"

Blinken betonte: "Das ist nicht Saigon." Damit spielte er auf die Niederlage der USA im Vietnamkrieg 1975 an. Damals gingen Bilder einer chaotischen Rettung des Botschaftspersonals aus Hanoi um die Welt.

Vietnam, Saigon: Ein Mitglied der Hubschrauberbesatzung hilft am 29.04.1975 amerikanischen und anderen ausländischen Staatsbuergern die Leiter zum Sach eines Saigoner Gebäudes hinauf, wo ein Hubschrauber bereitsteht.
Vietnam, Saigon, 1975: Evakuierung der US Botschaft in Saigon per Hubschrauber. Einen Vergleich mit damals wollen die USA auf jeden Fall vermeiden.
Quelle: dpa

Großbritannien:

Premierminister Boris Johnson hat seinen wichtigsten Krisenstab einberufen und das Parlament zu einer Dringlichkeitssitzung aus der Sommerpause zurückgerufen. Nach Angaben eines Sprechers sollte Johnson noch am Sonntag mit dem nationalen "Cobra"-Krisenreaktionskomitee die Lage in Afghanistan erörtern. Laut Parlament werden die Abgeordneten am Mittwoch über das weitere Vorgehen Großbritanniens beraten.

Johnson hatte noch am Freitag betont, dass Großbritannien, trotz des Abzugs seiner Botschaftsmitarbeiter, Afghanistan "nicht den Rücken kehren" werde.

Chronologie zu Afghanistan - Truppen ziehen ab, Taliban rücken vor 

Seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan hat die Regierung die Kontrolle das Land rasend schnell verloren. Eine Chronologie der Ereignisse.

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Italien:

Das italienische Botschaftspersonal in Kabul soll noch am Sonntag nach Rom zurückkehren, teilte das Außenministerium mit. Ein Militärflugzeug werde Kabul um 21:30 Uhr Ortszeit verlassen, sagte eine Sprecherin. Sie fügte hinzu, dass die meisten Mitarbeiter der Botschaft am Samstag das Gebäude verlassen hätten und sich derzeit auf dem Flughafen befänden.

Von einer Schließung der Botschaft können aber noch keine Rede sein. 

Russland:

Trotz des Vormarschs der Taliban will Russland seine Botschaft vorerst nicht räumen. Eine Evakuierung sei nicht geplant, sagte der Afghanistan-Beauftragte des russischen Außenministeriums, Samir Kabulow, der Nachrichtenagentur Interfax.

Der Botschafter und unsere Mitarbeiter nehmen ihre Aufgaben in aller Ruhe wahr.
Samir Kabulow, Afghanistan-Beauftragter

Dänemark:

Die dänische Botschaft in Kabul schließt zwischenzeitlich und wird evakuiert. Das hatte Außenminister Jeppe Kofod bei einer Pressekonferenz am Freitag mitgeteilt. 45 afghanische Angestellte und ihre Familien werden ebenfalls evakuiert. Die Evakuierung solle schnell vonstattengehen.

Er erläuterte, dass man zügig daran arbeite, die Botschaftsangehörigen und ihre Familien nach Hause zu holen. Die Botschaft soll in nächster Zukunft geschlossen werden.

Norwegen:

Auch Norwegens Botschaft ist geschlossen. Das hatte Norwegens Außenministerin Ine Eriksen Søreide schon am Freitag verkündet. Sie machte klar, dass die Sicherheit von Angestellten, Entsandten und lokalen Mitarbeitern allerhöchste Priorität habe.

Dänemark und Norwegen sind Mitglieder der Nato und waren am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligt.

Alle Infos zur Lage in Afghanistan finden Sie hier:

Taliban-Kämpfer patrouillieren am 18.08.2021 im Stadtteil Wazir Akbar Khan in der Stadt Kabul, Afghanistan.
Liveblog

Das Wichtigste im Liveblog - Die aktuelle Entwicklung in Afghanistan 

Die Taliban haben die Macht in Afghanistan übernommen, westliche Staaten versuchen, Staatsbürger und ehemalige Ortskräfte aus Kabul auszufliegen. Die Entwicklungen hier im Blog.

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