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Migration nach Taliban-Vormarsch - CDU: "2015 darf sich nicht wiederholen"

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Die Evakuierung in Afghanistan ist angelaufen. Nach Ansicht der Opposition hat die Regierung dabei viel zu langsam gehandelt. Die CDU warnt vor steigenden Flüchtlingszahlen.

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet (Archiv)
Fordert eine Luftbrücke: Armin Laschet (CDU).
Quelle: Patrick Pleul/dpa-Zentralbild/dpa

Die Evakuierung deutscher Staatsbürger aus der afghanischen Hauptstadt Kabul hat begonnen. Die Opposition und Hilfsorganisationen kritisieren das Tempo der Evakuierungen von deutschen Staatsangehörigen und ehemaligen Ortskräften scharf. Man habe viel zu spät reagiert. Unterdessen ist auch die Diskussion um steigende Flüchtlingszahlen in vollem Gange.

Ziemiak und Laschet: 2015 dürfe sich nicht wiederholen

"Wir werden die Frage Afghanistan nicht durch Migration nach Deutschland lösen können", sagte Generalsekretär Paul Ziemiak am Montag der Sendergruppe RTL und n-tv. Mit Blick auf den Zuzug zahlreicher Flüchtlinge aus Syrien vor sechs Jahren sagte Ziemiak: "Für uns ist auch klar, 2015 darf sich nicht wiederholen."

Ebenso äußerte sich der Unionskanzlerkanidat Armin Laschet: Die Europäische Union müsse sich darauf vorbereiten, dass es Flüchtlingsbewegungen in Richtung Europa geben könne. Diesmal müsse rechtzeitig in der Region und in den Herkunftsländern humanitäre Hilfe geleistet werden.

2015 darf sich nicht wiederholen. Wir brauchen einen geordneten Schutz für die, die Richtung Europa streben.
CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet

Der CDU-Chef verlangt eine breit angelegte Luftbrücke der Bundeswehr, die neben Deutschen und Ortskräften etwa auch Frauenrechtlerinnen aus Afghanistan holen solle. Es sei wichtig, dass die Bundeswehr ihre Luftbrücke so lange wie möglich aufrecht erhalte, sagte Laschet beim Eintreffen zu Beratungen der CDU-Spitzengremien in Berlin.

Todesangst in der Bevölkerung

Der deutsche Verein "Patenschaftsnetzwerk", der sich für Ortskräfte einsetzt, berichtet über Todesangst unter den Afghanen. "Schockiert sehen wir, dass wohl jede Rettung zu spät kommen wird, bevor unsere letzten Ortskräfte und ihre Familien in die Hände der Taliban gelangen", heißt es auf deren Webseite.

Die Hoffnung auf eine Evakuierung schwindet mit jeder Minute.
Verein "Patenschaftsnetzwerk"

Die Taliban sind zurück, der Westen flüchtet Hals über Kopf. Hat Außenminister Maas zu spät reagiert? Nein, so Experte Kaim. Diese Entwicklung war "so nicht vorhersehbar".

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Graf Lambsdorff: "Auf ganzer Linie versagt"

7.000 Ortskräfte und ihre Familienangehörigen seien in Afghanistan gefangen, weil man ihnen das Ortskräfteverfahren nur von dort ermöglicht habe. "Nun müssen wir feststellen, dass wir geholfen haben, sie alle in eine Todesfalle zu locken." Das Blut jeder getöteten Ortskraft klebe nun an den Händen der Politiker in Regierungsverantwortung.

Der FDP-Außenexperte Alexander Graf Lambsdorff sagte der "Welt", Außenminister Heiko Maas (SPD), Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) und Innenminister Horst Seehofer (CSU) hätten "auf ganzer Linie versagt".

Hofreiter: Regierung muss ganz schnell handeln

Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter sagte: "Man muss sich fragen, warum die Bundesregierung so überrascht wirkt vom schnellen Vorstoß der Taliban." Die Bundesregierung müsse jetzt ganz schnell handeln:

Es ist unverständlich, warum nicht schon vor einer Woche Leute aus Afghanistan herausgeholt worden sind mit der Möglichkeit, Visa erst in Deutschland auszustellen.
Anton Hofreiter, Grüne

Der Fraktionsgeschäftsführer der Linken im Bundestag, Jan Korte, erklärte: "Wie die Bundesregierung, allen voran Außenminister Maas, bei der Evakuierung deutscher Botschaftsangehöriger, Mitarbeitern von NGOs und afghanischen Ortskräften dilettiert, ist skandalös und gefährdet Menschenleben."

Chronologie zu Afghanistan - Truppen ziehen ab, Taliban rücken vor 

Seit Beginn des Abzugs der internationalen Truppen aus Afghanistan hat die Regierung die Kontrolle das Land rasend schnell verloren. Eine Chronologie der Ereignisse.

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1 min

Mützenich: "Maas hat sich um Ortskräfte gekümmert"

AfD-Fraktionschef Alexander Gauland sagte der "Welt": "Die Bundesregierung hat offenbar den Zeitpunkt verschlafen, die deutschen Staatsbürger und die einheimischen Ortskräfte, die für uns gearbeitet haben, rechtzeitig in Sicherheit zu bringen."

Der Fraktionschef der SPD im Bundestag, Rolf Mützenich, hatte Vorwürfe gegen Außenminister Maas zurückgewiesen. Heiko Maas habe sich in den letzten Wochen "intensiv um die Ausreise der afghanischen Ortskräfte" gekümmert, sagte er.

Trümmer nach einem Autobombenanschlag in Afghanistan.

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Die USA und ihre Verbündeten haben nach 20 Jahren Krieg ihr Militär aus Afghanistan abgezogen. Die radikal-islamischen Taliban haben das Land zurückerobert. ...

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