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Explosionen am Flughafen Kabul - Terrormiliz IS bekennt sich zu Anschlag

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Nach zwei Explosionen am Flughafen von Kabul gibt es Tote und Verletzte. Mindestens zwölf US-Soldaten kamen ums Leben. Die Terrormiliz IS hat sich zu dem Anschlag bekannt.

Parallel zum Ende der Evakuierungen der Bundeswehr erschüttern Anschläge mit mehreren Toten am Kabuler Flughafen die Rettungsbemühungen.

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2 min
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Nahe dem Flughafen der afghanischen Hauptstadt Kabul haben sich am Donnerstag zwei Explosionen ereignet. Pentagon-Sprecher John Kirby bestätigte, dass das sogenannte Abbey Gate des Flughafens und das nahe gelegene Baron Hotel angegriffen wurden.

Wie viele Opfer gab es?

Bei den Anschlägen sind zahlreiche Menschen verletzt und getötet worden - darunter nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums auch mindestens zwölf amerikanische Soldaten. 15 US-Soldaten seien nach aktuellen Informationen verletzt worden. Die genaue Zahl der Anschlagsopfer blieb zunächst offen. Nach afghanischen Angaben gab es mindestens 60 Tote.

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Wer steckt hinter dem Anschlag?

Der lokale Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben sich mindestens zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt.

Eine Reihe von Kämpfern der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) habe anschließend das Feuer auf Zivilisten und Soldaten eröffnet, sagte US-General Kenneth McKenzie, der das US-Zentralkommando Centcom führt, am Donnerstag in einer Videoschalte mit Journalisten im Pentagon.

Westliche Staaten hatten zuletzt vor Anschlägen am Flughafen gewarnt. Die Bundeswehr sprach von mehreren Selbstmordattentätern in der Stadt. Westliche Staatsangehörige wurden davor gewarnt, sich zum Flughafen zu begeben.

ZDF-Reporter Elmar Theveßen spricht von mehreren toten US-Soldaten. Hinter den Anschlägen vermute man den afghanischen Ableger der Terrormiliz Islamischer Staat.

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Was bedeutet der Anschlag für die Bundeswehr?

Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer bestätigte bei einer Pressekonferenz, dass keine deutschen Kräfte von der Explosion betroffen waren. Die deutschen Flugzeuge hätten sich zum Zeitpunkt der Anschläge in der Beladung befunden.

"Nach den Anschlägen wurden durch den Kommandeur des deutschen Kontingents vor Ort die Notfallpläne (...) ausgelöst", sagte Kramp-Karrenbauer.

Damit sind alle Soldatinnen und Soldaten, Angehörigen des Auswärtigen Amtes und der Bundespolizei (...) aus Kabul ausgeflogen.
Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer

"Bis zum letzten möglichen Moment haben unsere Kräfte vor Ort versucht, und auch dafür gesorgt, dass wir so viele Menschen wie möglich außer Landes bringen konnten", sagte Kramp-Karrenbauer. Die Anschläge hätten deutlich gemacht, dass eine Verlängerung der Operation in Kabul nicht möglich war.

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Welche Ziele wurden angegriffen?

Medienberichten zufolge soll sich der Angriff nahe des Zugangstores Abbey Gate zum südlichen Teil des Flughafens ereignet haben. Dort warteten in den vergangenen Tagen zahlreiche Menschen auf eine Möglichkeit, das Land zu verlassen.

Ein ZDF-Kontakt in Kabul bestätigte eine laute Explosion und anschließend Schüsse:

Der Knall der Explosion und ein Beben waren mehrere Kilometer weit weg zu hören und zu spüren.
ZDF-Kontakt in Kabul

Die zweite Explosion traf das Baron Hotel in direkter Nähe der ersten Explosion. Dort hatten die USA und andere westliche Staaten Menschen untergebracht, die mit Evakuierungsflügen außer Landes gebracht werden sollten.

Standort des Baron Hotels in Kabul
Standort des Baron Hotels in Kabul
Quelle: ZDF

Der afghanische Fernsehsender "Tolo News" zeigte Bilder, wie Verletzte auf Schubkarren wegtransportiert werden. Auf bislang nicht verifizierten Videos ist zu sehen, wie zahlreiche blutende Menschen am Boden und in einem Wassergraben liegen.

Zwei Selbstmordattentäter haben sich am Flughafen in Kabul in die Luft gesprengt. Zahlreiche Tote und Verletzte. Die Lage spitzt sich weiterhin zu.

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Welche Reaktionen gibt es?

Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich am Donnerstagabend in Berlin zu den Anschlägen: "​Ich denke in diesen Minuten natürlich an die Opfer und ihre Angehörigen​. Ich hoffe, dass die nötige medizinische Hilfe schnell gegeben werden kann."

"Wir kennen noch nicht alle Einzelheiten, aber die Terroristen haben auf Menschen gezielt, die vor den Flughafentoren gewartet haben und auf ihre Ausreise hoffen", sagte Merkel.

Sie wollen Sicherheit und Freiheit für sich, und deshalb ist dies ein absolut niederträchtiger Anschlag in einer sehr sehr angespannten Situation.
Bundeskanzlerin Angela Merkel

Außenminister Heiko Maas sprach von einem "ekelhaften Anschlag". "Dieser Anschlag zeigt, unter welchen dramatischen und gefährlichen Bedingungen unsere Bundeswehrsoldaten und das Kernteam unserer Botschaft in den vergangenen elf Tagen gearbeitet und was sie Unglaubliches geleistet haben", sagte Maas in Berlin. "Die militärische Evakulierung ist nun beendet."

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Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte den Anschlag scharf. Priorität habe weiterhin, so viele Menschen wie möglich zu evakuieren und in Sicherheit zu bringen, ergänzte er.

Ein US-Soldat hält ein Schild, das darauf hinweist, dass ein Tor geschlossen ist, davor warten Hunderte von Menschen in der Nähe eines Evakuierungskontrollpunkts am Rande des internationalen Flughafens Hamid Karzai in Kabul, Afghanistan
Interview

Ex-General zur Lage in Kabul - Darum gibt die Nato den Flughafen auf 

Mit dem Abzug der US-Armee verlassen auch die restlichen Nato-Partner den Flughafen von Kabul. Rettungsflüge werden unmöglich. Ein Ex-General erklärt, warum das unumgänglich ist.

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