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Nach Bundeswehrabzug - Kramp-Karrenbauer: Weiter Afghanistan-Hilfe

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Afghanistan soll nach Ansicht von Verteidigungsministerin Kramp-Karrenbauer (CDU) auch nach dem Abzug der internationalen Truppen nicht alleingelassen werden. AKK räumt Fehler ein.

In Afghanistan stationierte Bundeswehrsoldaten stehen bei der Ankunft in Deutschland vor einem Airbus A400M.
In Afghanistan stationierte Soldaten bei der Ankunft in Deutschland.
Quelle: Epa

Die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan sind in die Bundesrepublik zurückgekehrt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) will auch nach dem Einsatz "weiter an der Seite Afghanistans bleiben". Sie zieht eine gemischte Bilanz.

"Auch wenn wir militärisch das Land verlassen, müssen wir (...) auch zivil weiter unterstützen oder dadurch, dass wir auch innerhalb der Nato darüber reden, wie wir zum Beispiel die afghanische Armee weiter unterstützten können", sagte Kramp-Karrenbauer in den ARD-"Tagesthemen".

Kramp-Karrenbauer: Aufträge erfüllt

Über den längsten deutschen Auslandseinsatz sagte sie, sie sei froh, "dass alle Männer und Frauen gesund nach Hause gekommen sind". Die Bundeswehr habe ihre Aufträge in Afghanistan erfüllt.

In den vergangenen 20 Jahren sei das Land "kein sicherer Ort für Terroristen" gewesen. Eine ganze Generation habe die Chance gehabt, unter besseren Bedingungen aufzuwachsen.

Gestern kamen die letzten Bundeswehrsoldaten aus Afghanistan zurück. Viele Ortskräfte, die die Deutschen unterstützt hatten, fürchten nun die Rache der Taliban.

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AKK: Lehren aus Fehlern ziehen

Die Ministerin bezeichnete es aber als einen "Fehler, dass wir den Eindruck vermittelt haben, wir könnten im Rahmen von Nationbuilding aus Afghanistan schnell einen Staat nach europäischem Vorbild machen."

Dies sei eine der Lehren, "die ich ziehe und die wir vor allen Dingen mit Blick auf Mali auch beachten müssen". Es habe sich gezeigt, dass es auch für andere internationale Einsätze wie die UN-Mission Minusma in Mali wichtig sei, realistische politische Ziele zu definieren, sagte Kramp-Karrenbauer.

Rund 900 deutsche Soldaten in Mali

Davon hänge die Zukunft des Mandats in Westafrika ab. "Ich bleibe dabei, wir können dort etwas erreichen, wir sollten diese Region noch nicht sich selbst überlassen, aber die Ziele, die wir uns stecken, die müssen auch erreichbar sein."

Die Ausbildungsmission, die die Bundeswehr leiste, hänge davon ab, ob die politische Situation in Mali stabiler werde. Dort waren am vergangenen Freitag bei einem Selbstmordanschlag zwölf deutsche Soldaten und ein belgischer Blauhelm-Soldat verletzt worden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir (...) Soldaten ausbilden, die zum Werkzeug gemacht werden, um zivile Strukturen im Rahmen von Staatsumstürzen zu bekämpfen.
Annegret Kramp-Karrenbauer, Verteidigungsministerin

Derzeit sind rund 900 deutsche Soldaten an der UN-Mission Minusma beteiligt. Der Einsatz soll den Friedensprozess in Mali unterstützen.

Verteidigungsministerin verspricht Hilfe für Ortskräfte

Den Ortskräften in Afghanistan, die seit 2013 als Helfer für die deutschen Soldaten tätig waren, sagte die Verteidigungsministerin Hilfe bei der Ausreise zu.

Sie kämpfe im Moment darum, für eine Gruppe von etwa 350 einheimischen Helfern und deren Familien im Rahmen eines vereinfachten Verfahrens die Ausreise zu ermöglichen. Kramp-Karrenbauer nannte aber keinen konkreten Zeitraum.

US-Soldaten gehen außerhalb ihrer Basis in der Provinz Uruzgan (Afghanistan) am 07.07.2017

Abzug aus Afghanistan - Die Nato hinterlässt ein Land am Abgrund 

Die Taliban haben die Teilnahme an Friedensgesprächen aufgekündigt. Mit dem Nato-Abzug verliert die afghanische Regierung das wichtigste Druckmittel: militärische Stärke.

von Katrin Eigendorf
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